Wollen und Tun

Wird jetzt alles gut? »Trotz der Gewaltspirale der vergangenen Tage«, kabelt Reuters, wolle »Palästinenserpräsident« Abu Mazen »eine neue bewaffnete Konfrontation mit Israel verhindern.« Der Botschafter des Friedens habe »Sicherheitsbehörden, Fraktionen und der Jugend mitgeteilt [..], ›dass wir weder eine militärische Eskalation noch eine Zuspitzung der Sicherheitslage wollen‹«

Bis zu den Adressaten scheint sich die Botschaft allerdings noch nicht herumgesprochen zu haben. Am Morgen bewarfen »Palästinenser« bei Jerusalem das Fahrzeug einer 38jährigen mit Steinen und verletzten die Fahrerin leicht, die sich durch Flucht vor weiteren Attacken in Sicherheit bringen konnte. Die Angreifer hatten zuvor weitere Fahrzeuge zwischen Tekoa und Har Homa attackiert.

Und in der israelischen Hauptstadt selbst versuchte am Vormittag eine mit einem Messer bewaffnete »Palästinenserin« einen Mann niederzustechen, der die 18jährige Angreiferin glücklicherweise durch den Einsatz seiner Schußwaffe abwehren konnte. Beide, Angreiferin wie Angegriffener, werden nach einer ersten medizinischen Versorgung vor Ort im Hadassah-Krankenhaus behandelt.

Hat »Palästinenserpräsident« Abu Mazen »seine« Untertanen nicht mehr unter Kontrolle, sucht er also tatsächlich die Deeskalation, wird aber nicht mehr gehört? Manche Beobachter jedenfalls betonen, es interessiere die Mörder nicht, was der Chef des Regimes in Ramallah sage oder nicht sage. Daher sei, wenn überhaupt, auch allenfalls von einer »privaten Intifada« zu sprechen.

Andererseits hat Abu Mazen vor aller Welt erst vor wenigen Tagen einem Friedensprozeß mit Israel eine unüberhörbare Absage erteilt. Vielmehr setzte er bei der 70. Vollversammlung der Vereinten Nationen auf Konfrontation: Er verleumdete Jerusalem, es wolle den Status des Tempelbergs verändern, sympathisierte mit Terroristen und lehnte zugleich israelische Gesprächsangebote ab.

Ob er mit seinem Auftritt in New York tatsächlich auch den Osloer Verträgen eine Absage erteilte, darüber kann vielleicht spekuliert werden; rückblickend wiegt schwerer, daß Abu Mazen gleich zu Beginn seiner Rede erklärte, Israel setze seit langem vorbereitete Pläne, »to undermine the Islamic and Christian sanctities in Jerusalem«, um und wolle so einen religiösen Konflikt provozieren.

Mit dieser Behauptung zitierte der »Palästinenserpräsident«, was er, seine »Behörde« und arabische Medien nicht erst seit gestern immer wieder mit einigem Erfolg behaupten. Wer will, daß in Jerusalem keine Ruhe einkehrt, der muß nur eine »Judaisierung« behaupten oder von Plänen »jüdischer Extremisten« raunen, einen Dritten Tempel zu errichten. Das klappt schon seit 1929.

Es ist vor diesem Hintergrund in der Tat gleichgültig, ob »palästinensische« Terroristen sich durch ihre »Führung« motiviert fühlen, durch Gerüchte, die sie beim Nachbarn hören oder in sozialen Medien lesen. Was für die Bewertung des Regimes in Ramallah zählt, ist, ob es gegen sie vorgeht oder nicht. Derzeit verbreitet es sie und trägt also zur Eskalation der Lage sehr aktiv bei.

tw24

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