Türkei: Statue einer nackten Frau erhitzt die Gemüter

Im Westen der Türkei, ist ein Streit um die Statue einer nackten Frau entbrannt und erhitzt die Gemüter. Errichtet wurde die Statue von der Union türkischer Frauen und soll den säkularen Charkter der von Atatürk gegründeten Republik zum Ausdruck bringen.

Die Statue steht in Edirne, einer Stadt nahe den Grenzen des Landes mit Griechenland und Bulgarien. Sie zeigt eine nackte weibliche Gestalt mit wallendem Haar und offenen Armen, die ihren Schleier abgeworfen hat und hinter sich herzieht. Errichtet wurde die Statue von der Edirner’ Sektion der Union türkischer Frauen im Jahr 2004, zum 80-jährigen Jubiläum der türkischen Republik, die Kemal Atatürk auf der Asche des Osmanischen Reiches gründete.

Seitdem hat die Statue, die der “Befreiung der modernen Frau” gewidmet ist, für viel Verärgerung und Unmut in der muslimischen Bevölkerung gesorgt. Die Absicht der Iniatorinnen in der Frauen-Union, mit der Statue den säkularen Charakter der nach westlicher Prägung gebildeten neuen Türkei herauszustellen, gerät zunehmend in das Visier von Islamisten und der mehrheitlich muslimischen Bevölkerung.

Die werfen dem Frauen-Verein vor, bei der “erotischen Darstellung einer Frau, die den Schleier abwirft”, handle es sich um die Verunglimpfung moralischer türkischer Werte und stelle einen Akt “moderner Bigotterie” dar. Der Vorsitzende der Stiftung für die Anatolische Jugend, Abdulhamit Iris, sagte der Zeitung Milli Gazete, “die feministinnen verfolgen mit der Statue nur ein Ziel, psychologischen Druck auf die gläubigen Frauen die den Schleier tragen auszuüben”.

Mit dem Einzug islamistischer Strömungen in die Bevölkerung, steigt auch der Aktionsdruck verärgerter Muslime gegen das verhasste, unverschleierte weibliche Abbild. So blieb es auch nicht aus, dass die Statue schon mehmals das Ziel von Vandalismus wurde. Einmal wurde der Statue der Busen abgeschlagen, ein anderes Mal wurden die nackten Tatsachen mit Lumpen verdeckt, zuletzt wurde sie einfach vom Sockel gestoßen. 

Seit Jahren, steht die islamische Gesichtsverschleierung der Frau im Mittelpunkt kontroverser Diskussionen darüber, ob sie getragen werden sollte oder nicht. Laut der säkularen türkischen Verfassung, ist sie in Ämtern und Behörden verboten. Seit 2010 ist die Verschleierung jedoch wieder im Vormarsch und eroberte zuletzt die Universitäten des Landes.

Dies ist auch der islamischen Regierung von Recep Tayyip Erdogan zu verdanken, der seit 2003 als Ministerpräsident im Amt ist und der u.a. durchsetzen will, dass Frauen nur verschleiert das Parlamentsgebäude betreten dürfen.
eip

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