Großer Erfolg für die Konservativen

Erstmals seit Jahrzehnten hat die Konservative Partei des britischen Premierministers Boris Johnson der Labour-Partei das Unterhausmandat in der nordostenglischen Stadt Hartlepool abgejagt. Bei einer Nachwahl erhielt die konservative Kandidatin Jill Mortimer die meisten Stimmen, wie die Wahlkommission am Freitag in der Früh mitteilte. Das Ergebnis im Labour-Stammland gilt als großer Erfolg für die Konservativen, die dort weiterhin mit ihrem Brexit-Kurs punkten.

„Das ist ein historisches Ergebnis“, sagte Tory-Vizechefin Amanda Milling in einer ersten Reaktion. Für Labour-Chef Keir Starmer, der seit gut einem Jahr im Amt ist, bedeutet die Niederlage aber einen herben Rückschlag. Unmittelbaren Einfluss auf die Machtverhältnisse in London hat die Nachwahl nicht, weil die Konservativen im Unterhaus schon jetzt eine komfortable Mehrheit haben.

Hartlepool war selbst bei der historischen Labour-Niederlage bei der Parlamentswahl im Dezember 2019, bei der die Tories Dutzende rote Hochburgen erobern konnten, in den Händen der Oppositionspartei verblieben. Die Nachwahl war notwendig geworden, weil der amtierende Abgeordnete Mike Hill nach Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs zurücktreten musste.

Sowohl Johnson als auch Starmer waren im Wahlkampf mehrmals in die Nordsee-Stadt mit etwa 92.000 Einwohnern gereist. Sie zählt auch zum Kernland der EU-Gegner. Beim Brexit-Referendum im Jahr 2016 hatten fast 70 Prozent der Wähler Hartlepools für den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union gestimmt. Johnson war Wortführer der EU-Gegner und setzte den Brexit später als Regierungschef gegen massive innenpolitische Widerstände durch.

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