Muslimischer Prediger verlangt: Den Islam als Religion des Friedens darzustellen sei falsch. Er sei eine offensive Religion. Gegen seine Feinde sei militärisch vorzugehen und unter ihnen Angst und Schrecken zu verbreiten

Im Linzer Jihadisten-Prozess, in dem drei Männer wegen des Verbrechens der staatsfeindlichen Verbindung auf der Anklagebank sitzen, ist am Mittwoch der Professor für islamische Religionspädagogik der Uni Wien, Ednan Aslan, als Sachverständiger zu Wort gekommen. 

Er begutachtete insgesamt vier von zahlreichen Predigten zum Freitagsgebet im Linzer Verein. Er analysierte sie danach, ob sie eine Anwerbung von Kämpfern für den Jihad in Syrien darstellten, den „Islamischen Staat unterstützten“ und sich gegen die Republik Österreich richteten.

Seine Wiedergabe der in den Predigten vorgetragenen und mit dem Koran begründeten Inhalte: Dem Gesetz Gottes sei zum Durchbruch zu verhelfen. Alle, die sich dagegen stellten, seien Feinde und zu bekriegen. Auch Zorn sei eine Eigenschaft Gottes. Den Islam als Religion des Friedens darzustellen sei falsch. Er sei eine offensive Religion. Gegen seine Feinde sei militärisch vorzugehen und unter ihnen Angst und Schrecken zu verbreiten.

Die Feinde würden nur auf Schwächen der Muslime warten. Diese seien selbst dafür verantwortlich, wenn sie nicht den wahren Glauben lebten. Der Angeklagte kritisierte laut Gutachten auch solche Anführer, die Verräter und Betrüger seien und beispielsweise die Entschleierung der Frauen zulassen. Eine dringliche Warnung habe er an die muslimischen Zuhörer vor Zuneigung zu Nichtgläubigen gerichtet, auch wenn diese Entgegenkommen zeigten, sowie vor Christen und Juden. Die Verwestlichung habe diese Menschen durch Alkohol, Homosexualität, sexuelle Beziehungen zu Tieren und Frauen, die man arbeiten lasse, verdorben. Eine ausdrückliche Distanzierung von Demokratie und vom säkularen Verfassungsstaat in Österreich sei nicht ausgesprochen worden, aber ableitbar. Eine eindeutige direkte Anwerbung zur Teilnahme am Jihad oder ein konkreter Aufruf zum Terror sei den Vorträgen nicht zu entnehmen.

https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/jihadisten-prozess-was-der-angeklagte-predigte-und-wie-ein-islam-experte-darueber-denkt;art4,3394477

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