Meran: Krankenhaus-Schläger auf freiem Fuß

Der Krankenpfleger Werner Stuppner ist am Dienstag im Krankenhaus von Meran Opfer einer brutalen Attacke geworden. Die drei Angreifer, die in der Notaufnahme auf den 38-Jährigen eingeprügelt hatten, sind laut einem Bericht der Dolomiten von den Ordnungskräften auf freiem Fuß. Die Schläger kamen mit einer Anzeige davon.

Mehrere gebrochene Rippen, Hämatome am Körper und eine vorläufige Heilungsdauer von 30 Tagen: Das ist die traurige Bilanz eines Krankenpflegerdienstes im Meraner Krankenhaus. Der 38-jährige Werner Stuppner wurde am Dienstag in der Notaufnahme von einer aufgebrachten Familie schwer verletzt. Wie UT24 in Erfahrung brachte, sind die Angreifer, ein Mann (39), eine Frau (42) und deren Sohn (19), in Südtirol wohnhaft, stammen aber aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens.

Die 42-Jährige hatte in der Ersten Hilfe über akute Herzschmerzen geklagt. Da das Krankenhauspersonal allerdings keinen akuten Notfall feststellen konnte, wurde die Frau zur Annahme geschickt. Stuppner war eingeschritten, nachdem eine Kollegin von der Familie beschimpft und mit dem Tod bedroht worden war. Sicherheitshalber alarmierte der Krankenpfleger die Ordnungskräfte.

Nachdem die Situation zunächst unter Kontrolle schien, rastete der 39-jährige Mann plötzlich aus. „Auf einmal rannte der Ältere wie von der Tarantel gestochen auf mich zu, schlug auf mich ein und brüllte: ‘Ich bringe dich um’. Dann kamen auch noch der Jüngere und die Frau dazu. Sie würgten mich, nahmen mich in den Schwitzkasten und prügelten auf mich ein“, sagt Stuppner den Dolomiten. Besonders brisant: Auch die vermeintlich herzkranke Patienten schlug auf den Pfleger ein.

Stuppner konnte sich schließlich befreien und entkommen. Die Angreifer waren ihm zufolge danach noch sechs Stunden auf der Ersten Hilfe und warteten, bis die Frau alle Untersuchungen hinter sich gebracht hatte. Für großes Unverständnis sorgt vor allem aber der Umstand, dass die Ordnungskräfte die drei Schläger nicht festnehmen konnten. Die Attacke reiche, trotz der ausgesprochenen Morddrohungen, für eine Verhaftung nicht aus. Derartige Drohungen müsse man nicht auf die Goldwaage legen und von den Angreifern gehe keine Gefahr mehr aus, soll man bei den Ordnungskräften laut Dolomiten überzeugt sein.

In Südtirols Krankenhäusern sorgen solche Vorfälle beim Personal für Unmut. „Seit Jahren schon nimmt die verbale Aggressivität zu. Einer Mitarbeiterin ist schon damit gedroht worden, sie nach der Arbeit abzupassen. Viele Angestellte haben nach Vorfällen, wie diesen in Meran, Angst“, sagt ein Krankenhausmitarbeiter zu UT24.

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