Muslimische Fahrer verweigern die Mitnahme von Hunden in Innsbrucker Taxis

Auch nach Wochen sind Ärger und Unverständnis bei Gabriele Jandrasits aus Innsbruck groß. Vor dem Urlaub wollte sie ein Taxi zum Flughafen vorbestellen – und dabei ihren kleinen Hund, einen Beagle-Jack-­Russell-Mischling, in einem flugzeuggerechten Transportkäfig mitnehmen. Doch obwohl sie bereits am Vorabend anrief, habe man ihr bei der Funk-taxizentrale erklärt, dass man den Transport für den nächsten Morgen nicht garantieren könne. Als Begründung habe man ihr mitgeteilt, dass es die meisten Fahrer aus Glaubensgründen ablehnen würden, Hunde mitzunehmen. Danach habe man sie direkt an eine Taxinummer verwiesen – dort habe man ihr die Vorausbestellung samt Hundetransport dann zugesichert. „Wenn es klare Richtlinien gäbe – zum Beispiel, dass bestimmte Hunderassen nicht im Fahrgastraum transportiert werden dürfen, dass die Hunde angeleint und mit einem Maulkorb versehen sein müssen oder in einer Transportbox mitzuführen sind –, würde ich das ja verstehen“, ärgert sich die Hundebesitzerin, „so ist das Ganze aber einfach willkürlich.“ Frau Jandrasits, die für den Blinden- und Sehbehindertenverband Tirol arbeitet, nennt noch ein weiteres Beispiel: Ein ehemaliges Vorstandsmitglied des Verbandes – die Dame ist vollblind – bestellte ebenfalls über die Funkzentrale ein Taxi. In der Annahme, dass ihr Blindenbegleithund ohnehin mitgenommen werden müsse, habe sie den Hund telefonisch gar nicht erwähnt. Der Taxifahrer habe dessen Mitnahme dann aber verweigert. Die Geschäftsführer der Innsbrucker Funktaxizentrale, Anton Eberl und Harald Flecker, entschuldigen sich ausdrücklich für die Vorfälle, bieten der Passagierin als Geste einen Gutschein an – und bestätigen die Problematik prinzipiell: „Wir sind selbst nicht Eigner der Taxis, sondern vermitteln nur“, schickt Flecker voraus. Fakt sei aber, dass mittlerweile rund 80 Prozent der Fahrer einen Migrationshintergrund hätten – und dass Muslime Hunde traditionell häufig als „unrein“ ansehen würden.„Wir versuchen, den Fahrern immer wieder begreiflich zu machen, dass so etwas bei uns nicht geht und dass diese Fahrten genauso auszuführen sind wie jeder andere Auftrag. Im Moment sind wir aber leider nicht in der Lage, dieses Problem wirklich befriedigend zu lösen“, sagt Flecker. Hinzu komme die hohe Fluktuation bei den insgesamt über 400 Fahrern. „Wir müssen sie immer wieder neu informieren und ihnen die Regeln vermitteln.“
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