Kreativität und Verbrechen — Improvisationslust als deutscher Wahn

Dass die Deutschen ein Volk phantasieloser Bürokraten seien, die der selbstentgrenzenden Begegnung mit dem Fremden bedürften, um sich endlich mal richtig locker zu machen, hat noch nie gestimmt. Im Gegenteil, sich locker zu machen und die weite Welt zu sehen, war ihnen von jeher ein so brennendes Bedürfnis, dass sie spätestens seit dem Ersten Weltkrieg zwischen Massentourismus, Freizeitspaß und Kriegseinsatz allenfalls fließende Übergänge kennen. (1) Die multikulturellen Jungdeutschen, die sich heute im Rahmen diverser Abenteuerpraktika und Freiwilligendienste möglichst noch vor Erreichen der Volljährigkeit für ein paar Monate selber jeweils nach Mittelafrika, Lateinamerika, Indien oder in den Libanon entsenden, um die Arbeit ortsansässiger Entwicklungshelfer mit ihrem pausbackigen Tatendrang zu behindern, haben aus der Geschichte nur gelernt, um sie fortzusetzen. Nachdem es mit dem Sieg der Herrenrasse nicht geklappt hat, ist man in sich gegangen und hat die Hybris eingesehen, die darin lag, das eigene Volk in der freilich schon damals feingliedrigen Hierarchie der Rassen an die Spitze zu stellen und nicht ernsthaft genug in Betracht zu ziehen, dass auch andere Völker als Vorkämpfer bei der Mobilmachung gegen die alleinige Gegenrasse (2) in Betracht kommen.

Seit sie das begriffen haben, praktizieren die Deutschen Weltoffenheit gegenüber den barbarischsten Stämmen des Globus, am liebsten gegenüber Angehörigen der Umma, in der sie die zeitgemäße Erscheinungsform der Volksgemeinschaft erkennen, welche ihnen ihrerseits rückblickend fast wie eine Erfindung von Spießern erscheint – weshalb heute die lautesten Feinde von Spießertum und Biederkeit besonders hemmungsloses Appeasement gegenüber dem Islam betreiben, dessen Zugehörige nicht nur weniger verweichlicht sind als Stammtischdeutsche, sondern von vorneherein transnational agieren und die Grenzen bürgerlicher Staatlichkeit missachten. Einem bürgerlichen Staat anzugehören, heißt Grenzen zu akzeptieren, was mit den Deutschen nie zu machen war, weshalb die Grenzen von den Siegern diktiert werden mussten. Wenn heute Multikulturalisten sich angesichts von Stadtvierteln, die noch nicht zu fünfzig Prozent islamisiert sind, über „Monokulturen“ mokieren, klingt darin der Hass auf dieses Diktat mit – der Hass auf die wenigstens oberflächlich gelungene Verwestlichung des Alltags also. Wobei auch diese Verwestlichung nur gelingen konnte, weil es in Deutschland institutionelle und lebenspraktische Anknüpfungspunkte für eine Abwendung vom Selbstverständnis als Kulturvolk zugunsten des angloamerikanischen Modells von Zivilisation gab, die freilich immer Ausnahmen blieben. Alles, was an solche Residuen von Gesellschaft erinnert und an die alliierte Politik der reeducation nach 1945 anknüpfen konnte, wird heute „Monokultur“ geschimpft, die vor Monokulturalisierung zu schützende Gemeinschaft aber ist multikulturell. Wenn ein islamischer Vater, weil ihm das Sorgerecht verweigert wurde, seine Frau hinrichtet und seinem Baby den Kopf abschneidet, bekommen deshalb in Deutschland diejenigen, die die Grausamkeit der Tat dokumentieren und öffentlich machen, Besuch von der Polizei. (3) Mit der Bestialität ist man per du, sie ist menschlich verständlich, während Gesten der Humanität, die sie skandalisieren, als indezent gelten.

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