Wiederkehr des Nationalsozialismus? Zur kritischen Theorie der islamistischen Bedrohung

Der soziale und kulturelle Kontext, der dem Islamismus den Weg ebnet, wird aus politischen Gründen ignoriert. „Die Verfassungsschutzbehörden orientieren sich“, heißt es weiter, „an einer begrifflichen Unterscheidung von ‚Islam‘ und ‚Islamismus‘ bzw. von ‚Muslimen‘ und ‚Islamisten‘. In dieser Terminologie bezeichnet der Begriff ‚Islamismus‘ eine religiös legitimierte Form des politischen Extremismus. Für Islamisten stellen die Schriften des Islam eben nicht nur religiöse Gebote dar (für die Beziehung zwischen Mensch und Gott). Sie werden vielmehr als (zwingende) politische Handlungsanweisungen gedeutet, die zudem häufig mit der Ermächtigung verbunden sind, als ‚islamisch‘ definierte politische Ziele auch mit Gewalt zu verfolgen.“3 Dass der Islam von seiner Grundanlage her die Unterscheidung in religiöse und politische Gebote nicht kennt und es insofern zunächst darauf ankäme, die islamische Tradition gleichsam politisch zu entschärfen, will der deutsche Staat nicht erkennen: Es wird einfach dekretiert, dass Islamismus und islamische Religion wesensfremd seien und sich damit angemaßt, besser zu wissen, was der Islam ist, als die großen Gelehrten in Kairo oder Qom. Ein nüchterner Blick müsste zur Konsequenz haben, die islamische Tradition ebenso wie die islamische Kultur selbst als Bedingung eines islamischen Extremismus zu identifizieren und dementsprechend jene zu fördern, die mit dieser Tradition brechen. Dazu fehlt der Mut. Man will sich mit den islamischen Institutionen, aber auch mit islamischen Bündnis- und Geschäftspartnern wie der Türkei, Saudi-Arabien oder Iran nicht anlegen, überdies würde die offene Konfrontation unkalkulierbare Konflikte zur Folge haben. So lässt man die Bezirksverwaltungen, Jugendbeauftragten, Frauenhäuser, Polizisten und Lehrer alleine – die Probleme, mit denen sie tagtäglich zu tun haben, gibt es scheinbar gar nicht. Interessant wird es aus Sicht des Staates nämlich erst, wenn die Bombe bereits tickt; wenn es eine „extremistische Struktur“ gibt, die unmittelbar Anschläge vorbereitet. Es ist ein bislang in Deutschland noch halbwegs glimpflich verlaufenes Hase- und-Igel-Spiel, aber schon der Blick nach Frankreich, Belgien und England zeigt, dassdieses Spiel nicht ewig gut gehen wird.

Dass der Alltag auch jenseits von Anschlägen schlimm genug ist, muss nicht extra erwähnt werden. Bei allem Gefühl der Ohnmacht wäre es trotzdem fehl am Platze, sich als einsamer Kämpfer für die Wahrheit zu stilisieren: Die Angst vor dem Islamismus und das Erschrecken über Ehrenmorde, Zwangsheiraten und Geschlechterapartheid ist weit verbreitet und den vielen Verharmlosungen und Beschwichtigungen stehen doch, weniger an den Universitäten als in der politischen Publizistik, auch recht brauchbare Analysen gegenüber, an denen sich abzuarbeiten lohnt. Wenn es im Weiteren vor allem um den Islamismus als politische Bewegung geht, so heißt das nicht, dass die islamische Alltagskultur davon vollständig abgekoppelt zu betrachten wäre. Ganz im Gegenteil, das eine wäre ohne das andere nicht denkbar.

http://www.prodomo-online.org/ausgabe-20/archiv/artikel/n/wiederkehr-des-nationalsozialismus.html

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