Konfliktstifter

Mit dem erstmals 1901 und seither nahezu jährlich verliehenen Friedensnobelpreis sollen Menschen und Organisationen geehrt werden, denen besondere Verdienste im Kampf um Frieden nachgesagt werden können. Manche, darunter auch Träger des Preises, demonstrieren mit ihren Nominierungen freilich eine doch recht gewöhnungsbedürftige Vorstellung davon, was Friedensarbeit sein könnte.

So wird in diesem Jahr von nicht wenigen Menschen Marwan Barghouti für eine Ehrung mit dem mit 8 Millionen schwedischen Kronen dotierten Preis vorgeschlagen. Vor gut vier Wochen nominierten »führende Mitglieder des belgischen Parlaments« den »Palästinenser« und folgten damit dem früheren Preisträger Adolfo Perez Esquivel sowie dem Arabischen Parlament.

Im April hatte zudem das tunesische Quartett für den nationalen Dialog, das 2015 mit ihm geehrt wurde, seinen Friedensnobelpreis Fadwa Barghouti überreicht, der Frau Marwan Barghoutis. Als vorläufig letzter Unterstützer setzte sich vor wenigen Tagen der südafrikanische Preisträger Desmond Tutu in einem Brief an das Nobelpreiskomitee für eine Ehrung Marwan Barghoutis ein.

Tatsächlich allerdings wäre ausgerechnet ein Friedensnobelpreis wahrscheinlich eine Beleidigung für den »Palästinenser«, der ja nicht ganz grundlos 2002 festgenommen und 2004 in Israel zu einer fünffach lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt wurde. Als Anführer der Tanzim sowie Gründer der Al Aksa-Märtyrer-Brigaden der Fatah ist er verantwortlich für zahlreiche Morde auch an Zivilisten.

Daß es dieses mörderische Treiben während der Intifada und die dafür verhängte Strafe sind, die Marwan Barghouti zu einem der unter »Palästinensern« beliebtesten potentiellen Nachfolger Abu Mazens im Amt des »Palästinenserpräsidenten« machen, sagt über den Zustand der durch ihn auch noch aus der Haft heraus mitgeprägten Gesellschaft viel aus, für eine Ehrung spricht es indes nicht.

Vielmehr zeigen die, die den »Palästinenser« dennoch für einen Nobelpreis nominieren, damit ihre Verachtung menschlicher und zivilisatorischer Werte, wollen antisemitischen Haß (wieder) hoffähig machen, indem sie ihn prämieren lassen. Ihr Votum leistet keinen Beitrag für einen Frieden, sondern ist, was es ist: Ausdruck eines Antisemitismus, der Konflikte nicht löst, sondern schürt.

tw24

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