Traditionspfleger

In ihrer Selbstwahrnehmung ist es die BDS-Bewegung gewesen, die im vergangenen Jahr durch »massiven Druck« dafür gesorgt hat, daß das israelische Unternehmen SodaStream eine Produktionsstätte in den umstrittenen Gebieten geschlossen und »in die Industriezone Lehavim in der Naqab (Negev-) Wüste verlegt« hat, was – natürlich – ebenfalls wieder Empörung hervorruft:

»Diese Produktionsstätte befindet sich nun innerhalb der grünen Linie und liegt in der Nähe von Rahat, einer auf dem Reißbrett entworfenen Stadt, in die seit den 70er Jahren BeduinInnen – ihrer traditionellen Lebensweise beraubt – zwangsumgesiedelt werden.«

Nun könnte man darüber nachdenken, ob die Integration einer doch sehr überschaubaren Zahl von Menschen aus erbärmlichen Lebensumständen – »traditionelle Lebensweise« – in eine moderne Industriegesellschaft mit deutlich höherem Lebensstandard als »Zwangsumsiedlung« angemessen umschrieben ist, doch interessanter noch ist, wie die BDS-Extremisten ihren »Sieg« umschreiben.

Ihnen sei es, behaupten sie, mit der Schließung des SodaStream-Standorts im Industriepark Mishor Adumim gelungen, die »Ausbeutung von Menschen« zu beenden. Und in der Tat haben bis zu 600 »Palästinenser«, die in Mishor Adumim beschäftigt waren, ihr gesichertes Einkommen verloren, von denen die meisten sich nun wohl ganz der Pflege von »Traditionen« widmen können.

Denn während SodaStream-Chef Daniel Birnbaum sich um Arbeitsgenehmigungen für seine »palästinensischen« (Ex-)Mitarbeiter bemüht, scheinen BDS Movement und israelische Regierung ausnahmsweise einmal einer Meinung zu sein: Wo erstere sich auf Kosten von »Palästinensern« als Sieger über »Ausbeuter« fühlen, hat letztere es nicht eilig, die Bitte des Unternehmers zu erfüllen.

Konnte SodaStream bisher noch immerhin 74 »Palästinenser« am neuen Standort Lehavim beschäftigen, an dem insgesamt ungefähr 1.200 Menschen für SodaStream tätig sind, müssen diese oft seit mindestens sechs Jahren im Unternehmen aktiven »Botschafter der Versöhnung« um ihre Arbeitsplätze bangen, da ihre Arbeitsgenehmigungen bisher noch nicht erneuert wurden.

Daniel Birnbaum denkt daher mittlerweile sogar laut über eine Schließung der erst 2015 eröffneten Produktionsstätte nach, was freilich den 74 »Palästinensern« auch nicht helfen würde. Der BDS-Bewegung gleichwohl wäre es gewiß ein Vergnügen, auch wenn sie es der Regierung in Jerusalem verdankte. Für einen Sieg im Kampf gegen »Ausbeutung« wäre das aber sicher ein geringer Preis.

tw24

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