Riskante Zurückhaltung

Es ist ein offenes Geheimnis, daß die in Gaza herrschende Hamas Israel in eine weitere militärische Auseinandersetzung hineinziehen will. Keine zwei Jahre nach dem inoffiziellen Ende ihrer letzten größeren »siegreichen« Operation gegen den jüdischen Staat bemüht sich die islamistische Gang nicht einmal mehr um die Geheimhaltung ihrer neuerlichen Kriegsvorbereitungen.

Bewohner israelischer grenznaher Orte klagen, sie könnten den Lärm unterirdischer Bautätigkeiten der Terroristen hören und spüren, die selbst immer wieder »Arbeitsunfälle« einräumen. Meldete der »palästinensische« Arm der Ikhwan in der vergangenen Woche den Tod von mindestens sieben Jihadisten, haben beim jüngsten Tunneleinsturz wohl drei seiner Kämpfer ihr Leben verloren.

Gegenüber der iranischen Tasnim News Agency prahlte Mushir al-Masri, ein Hamas-»Sprecher«, seine »Widerstandsbewegung« sei auf »jede Art der Aggression« vorbereitet und bereit, »die palästinensische Nation« zu verteidigen. Schon am Sonntag hatten Hamas-Funktionäre während der Beisetzung der sieben toten Tunnelgräber mit martialischen Worten Kampfbereitschaft schworen.

Auch Hamas-Anführer Ismael Haniya ließ es sich nicht nehmen, aus Anlaß des Todes der sieben Terroristen auf den fortgesetzten Tunnelbau seiner Organisation hinzuweisen. Darüber hinaus erklärte er, die Hamas teste »jeden Tag« Raketen. Die Hamas, versicherte er, verfüge »über alles, was für Widerstand und Kampf gegen den zionistischen Feind gebraucht« werde.

Israelische Sicherheitskräfte gehen davon aus, daß das Tunnelnetzwerk der Islamisten mindestens wieder auf dem Ausbaustand von 2014 ist und tief in das Gebiet von Gaza reicht, aber auch unter israelischem Territorium verläuft. Mit eigenen Tunneln versuchen die IDF, die genaue Lage der Hamas-Infrastruktur festzustellen, während ein aktives Vorgehen gegen sie nicht geplant scheint.

Während Israels Premier Benjamin Netanjahu versprach, »wenn wir aus Tunneln angegriffen werden, werden wir machtvoller reagieren als mit der Operation Protective Edge«, ist es die Opposition, die das Abwarten anprangert. Isaac Herzog von der Zionist Union forderte, die Regierung solle die Streitkräfte »anweisen, die Tunnel zu bombardieren und die Gefahr zu beseitigen«.

Doch die Regierung in Jerusalem scheint darauf nicht eingehen zu wollen. Verteidigungsminister Moshe Yaalon erklärte vielmehr am Montag in einem Interview, die Hamas habe seit dem Sommer 2014 keine Rakete und keine einzige Patrone auf israelisches Gebiet abgefeuert, dafür seien vielmehr andere Banden verantwortlich. Daher empfehle er auch rhetorische Zurückhaltung.

Man darf gespannt sein, ob sich die Hamas auf solche Weise von ihrer Idee eines »großen« Anschlags in Israel wird abbringen lassen. Tut sie es nicht, werden Benjamin Netanjahu und sein Kabinett sich unbequemen Fragen stellen müssen, zumal dem Likud-Politiker Experten bereits heute vorwerfen, im Sommer 2014 zu zurückhaltend agiert und zu früh die Kampfhandlungen eingestellt zu haben.

tw24

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