Die letzten siebzehn Sekunden von Anja Reschke

Tapfer im Nirgendwo

Am 27. Januar 2016 zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus sprach Anja Reschke diesen Kommentar für die ARD:

Der Beitrag von Anja Reschke ist an und für sich ein hervorragender Kommentar, über die, laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung, 58 % aller Deutschen, die einen Schlussstrich hinter Auschwitz ziehen wollen, wären da nur nicht die letzten siebzehn Sekunden gewesen.

Zunächst kritisiert Anja Reschke die Schlussstrichrethorik mancher Zeitgenossen:

„Ich habe gestern die Dokumentation über Kameraleute der alliierten Truppen gesehen, die gefilmt haben, als die Konzentrationslager befreit wurden, die kamen, als die Schornsteine der Krematorien noch rauchten, die über Berge von Leichen gestiegen sind, Bilder von Skeletten mit ein bisschen Haut darüber, offene Münder, verdrehte Gliedmassen. Heute sind diese Kameraleute von damals Männer von über 90 Jahren. Als sie erzählt haben, haben sie angefangen zu weinen. Keiner von ihnen kann ein Schlussstrich ziehen, genauso wenig wie die…

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Eine Antwort zu Die letzten siebzehn Sekunden von Anja Reschke

  1. riepichiep schreibt:

    Was bedeutet die Redewendung “einen Schlussstrich hinter XYZ ziehen” eigentlich genau?

    Was bedeutet sie für mich und für dich? Hängt es nicht von der Bedeutung ab, ob man “einen Schlussstrich hinter XYZ ziehen” darf bzw. kann?

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