Amerikas pathologische Realitätsverweigerung

JPost Artikel von Caroline B. Glick

Im Dezember des Jahres 2015 gilt logisches Schlussfolgern in Amerika als nicht akzeptabel. Wie tief will Amerika noch sinken, bevor es zu Verstand kommt?

Am Mittwoch haben zwei Muslime eine Weihnachtsfeier in einem Gemeindezentrum in San Bernardino Kalifornien besucht, wo einer der beiden seinen Arbeitsplatz hatte. Sie trugen kugelsichere Westen und Videokameras, sie brachten Schnellfeuer Gewehre, Rohrbomben und Pistolen mit. Sie eröffneten das Feuer, töteten 14, und verwundeten 17. Die beiden Mörder, Syed Farook und seine Frau Tashfeen Malik wurden von der Polizei getötet.

Gegenüber der Zeitung Daily News sagte Farooks Vater, dass sein Sohn “sehr religiös war. Er kam nach Hause, er ging zum Gebet in die Moschee, er kam wieder nach Hause. Er war ein Muslim.”

Farooks Nachbar teilte der Zeitung mit, dass Farook vor etwa zwei Jahren begonnen hatte, seine westliche Kleidung gegen islamische Gewänder auszutauschen und sich einen Bart wachsen zu lassen.

Alle diese Fakten führen logischerweise zu der einen Schlussfolgerung, dass Farook und seine Ehefrau Dschihadisten waren, die deshalb getötet haben, um im Namen des Islam zu töten.

Aber im Amerika des Jahres 2015 gelten logische Schlussfolgerungen als nicht akzeptabel, und das noch vorsichtig formuliert.

In einem CNN Interview nach dem Terrorangriff sagte der US-Präsident Barack Obama, dass das Massaker zeige, dass die Vereinigten Staaten strengere Waffengesetze brauchen. Hinsichtlich der Motive der Schützen zuckte Obama mit den Schultern. “Wir wissen noch nichts über die Motive der Schützen,” sagte er.

Mit anderen Worten, während er ignoriert, was aller Wahrscheinlichkeit nach Farook und seine Frau dazu gebracht hat, unschuldige Menschen zu ermorden, schiebt Obama die Verantwortung für das Blutbad seinen politischen Gegnern zu, die seine Forderungen nach strengeren Waffengesetzen ablehnen.

An dieser Stelle sollte darauf hingewiesen werden, dass Kalifornien eines der strengsten Waffengesetze in den gesamten Vereinigten Staaten hat.

Einige der bei dem Massaker Verwundeten berichten, dass Farook und sein Partner ihre Waffen erneut laden und ohne Unterbrechung mehrere Minuten lang schießen konnten, bis die Polizei eintraf. Das war deshalb möglich, weil niemand da war, der sie aufgehalten hätte.

Obama ist nicht der einzige, der die Aufmerksamkeit von den Motiven der Mörder ablenkt. Am Mittwochabend hielt der Rat für Amerikanisch-Islamische Beziehungen (CAIR) eine Pressekonferenz im Islamzentrum von Orange County ab. Farooks Schwager, Farhan Khan trat vor die Kameras, um der Welt zu sagen, dass er überhaupt keine Ahnung habe, warum sein Schwager das Feuer eröffnet hat.

Zwei andere Sprecher bei dieser Veranstaltung waren Hussam Auyloush, CAIRs regionaler Direktor und Muzammil Siddiqi, der Direktor der islamischen Gesellschaft von Orange County.

Auch Auyloush bestand darauf, dass er überhaupt keine Ahnung habe, was Farook und seine Ehefrau möglicherweise dazu gebracht haben könnte, diejenigen zu ermorden, die sich zu einer Weihnachtsfeier im dem Gemeindezentrum versammelt hatten. Auyloush schlug die Möglichkeit vor, dass die Täter geistig krank gewesen sein könnten, oder vielleicht mochten sie die Opfer nicht — oder waren sie vielleicht ganz normale Extremisten.

Siddiqi seinerseits bestand darauf, dass der Islam nichts mit der Entscheidung der Schützen, unschuldige Menschen zu ermorden, zu tun hat, (wie er so sicher sein konnte, wurde nicht gesagt). Siddiqi fügte hinzu, er hoffe, dass eine volle Untersuchung über die “Leute und Motive”, hinter dem Angriff ausgeführt wird.

Jedoch ist allein die Tatsache, dass Siddiqi keine Probleme damit hat, nur Stunden nach dem Angriff vor die Kameras zu treten, Beweis genug, dass die Vereinigten Staaten sich verirrt haben.

Denn Siddiqi ist ein bekannter Dschihadisten Sympathisant. Seine engen Verbindungen zu Dschihadisten sind seit dem Jahr 2000 öffentlich bekannt.

Im Oktober 2000 sprach Siddiqi bei einer Anti-Israel Versammlung im Lafayette Park in Washington, DC. Dort warnte er das amerikanische Volk, dass sie ihre Unterstützung für Israel aufgeben müssten, wenn sie nicht “wollten, dass der Zorn Allahs” gegen sie losgelassen wird.

Einem Profilbericht zufolge, den das Investigative Project on Terrorism (IPT) zu Siddiqi zusammengestellt hat, hat Siddiqi in den späten 1990er Jahren eine Rede gehalten, in der er den Dschihad gepriesen hat und von Israels Vernichtung durch einen islamischen Staat geredet hat. Unter anderem sagte Siddiqi: “Um Ehre zu gewinnen, ist Dschihad der Pfad, Dschihad ist der Weg zur Ehre.”

Siddiqi konvertierte Osama bin Ladens obersten Helfer, den amerikanischen Dschihadisten Adam Gadahn. Gadahn konvertierte im Islamischen Zentrum von Orange County im Jahr 1995 zum Islam. In den Jahren nach seiner Konvertierung beschäftigte Siddiqi ebendiesen Gadahn im Islamzentrum. Während dieser Zeit wurde Gadahn radikalisiert. Er ging dann nach Pakistan und hat sich al Quaida angeschlossen.

Im Jahr 1992 war Siddiqi der Gastgeber eines blinden Scheiks namens Omar Abdel Rahman im Islamzentrum in Orange County. Er stand neben Rahman und übersetzte dessen Vortrag vor der Zuhörerschaft der gläubigen Muslime.

Im folgenden Jahr leitete Rahman die Ausführung des ersten Dschihad Angriffs gegen das World Trade Center.

Während der 1990er Jahre, diente Siddiqi als Präsident der Islamic Society of North America (ISNA), einer bekannten Organisation, hinter der sich die muslimische Bruderschaft verbirgt. Im Jahr 2007 wurde ISNA als nicht angeklagter Mitverschwörer in dem Hollyland Terror Finanzskandal genannt.

Trotz all seiner Verbindungen zu Dschihadisten, bestehen die US Behörden darauf, dass Siddiqi eine legitime Stimme darstellt. Im Jahr 2007 bestand Stephen Tidwell, damals stellvertretender Direktor der FBI Abteilung in Los Angeles darauf, dass Siddiqi ein Moderater sei. Tidwell sagte: “Wir haben eine sehr starke Verbindung mit Dr. Siddiqi.”

Wenige Stunden bevor Obama auf das San Bernadino Massaker reagierte, indem er die Gegner strikterer Waffengesetze angriff, sagte Col. Steve Warren, der Sprecher für die US-amerikanische Operation Inherent Resolve –- der US-amerikanischen Kampagne gegen den Islamischen Staat (ISIS) — dass die US-amerikanische Regierung alle russischen Behauptung zurückweist, dass die türkische Regierung mit dem Terrorstaat ISIS zusammenarbeitet.

Warren pries die Türken als “unsere großartigen Partner”. Er sagte: “Wir weisen jeden Gedanken, dass die Türken irgendwie mit dem Islamischen Staat zusammenarbeiten, vollkommen zurück. Das ist anmaßend.” Und er fügte hinzu: “Jegliche Idee”, dass die türkische Regierung mit dem Islamischen Staat handeln oder zusammenarbeiten würde, ist “vollkommen unwahr”.

Nur ist es so, dass ein Übermaß an Beweisen vorhanden ist, dass nachweislich zeigt, dass Warrens eigene Behauptungen anmaßend und vollkommen unwahr sind.

Denn seit bald fünf Jahren ist es ein offenes Geheimnis, dass die Türkei als die logistische Basis des Islamischen Staates dient. Nahezu alle Fremden, die nach Syrien reisen, um sich ISIS anzuschließen, reisen durch die Türkei.

Und seit bald zwei Jahren ist bekannt, dass die Türkei der Hauptwaffenlieferant für ISIS ist. Und seit einem halben Jahr wissen wir, dass sie deren Partner bei den Ölexporten sind.

In einem Artikel, der im vergangenen Sommer im Middle East Quarterly veröffentlicht wurde, berichtete Burak Bekdil folgendes: Türkische Staatsanwälte, die unabhängig von der Regierung in Ankara arbeiteten, entsandten Polizeibeamte in eine Grenzprovinz zu Syrien, um einen Konvoi, der mit Raketen, Flugkörpern und Munition beladen war, auf dem Weg nach Syrien zu stoppen. Einer der Lastwagenfahrer bezeugte damals, dass er und seine Kollegen “ähnliche Ladungen mehrmals zuvor geliefert hätten.”

Die Beamten, die den Auftrag hatten, die Ladung zu beschlagnahmen, waren entsetzt, als sie entdeckten, dass die Lastwagen von türkischen Geheimdienstoffizieren begleitet wurden.

Bekdil berichtet, dass “die Hölle los war”, nachdem die Staatsanwälte den Auftrag gaben, die Männer zu verhaften und die Ladung zu beschlagnahmen.

Der Provinzgouverneur eilte herbei und bestand darauf, dass der Lastwagenkonvoi auf direkten Befehl des türkischen Führers Recep Tayip Erdogan unterwegs war. Monate später übernahm das Militär den Fall. Und heute sind die Männer, die die Verhaftungen und die Beschlagnahme der Ladung ausgeführt haben, wegen “internationaler Spionage” in Haft.

Bekdil berichtete, dass zwei Monate nachdem die Ladung beschlagnahmt wurde, ein Treffen stattfand zwischen dem Außenminister und dem gegenwärtigen Premierminister Ahmet Davutoglu, seinem Stellvertreter, Feridun Sinirlioglu, dem Vorsitzenden des türkischen Geheimdienstes, Hakan Fidan und dem stellvertretenden Leiter des türkischen Generalstabs, General Yasar Guler.

Eine Aufnahme des Treffens wurde Medien zugespielt. In der Aufnahme hört man Fidan sagen, dass “er zuvor erfolgreich zweitausend Lastwagen nach Syrien geschickt hat.”

Was die Ölverkäufe des Islamischen Staates an die Türkei betrifft, so führten US-amerikanische Sondereinheiten im vergangenen Mai ihren ersten bekannten Angriff innerhalb Syriens durch. Die Kommandos gingen zum Haus des Finanzchefs des Islamischen Staates, Abu Sayyaf. Die US-amerikanischen Streitkräfte töteten Sayyaf und nahmen seine Computer mit.

Sayyaf hatte die Öl-, Gas- und Finanzoperationen des Islamischen Staates geleitet.

Im vergangenen Juli dann berichtete der Guardian, dass die Computer Daten enthielten, die direkte Verhandlungen zwischen türkischen offiziellen Stellen und Mitgliedern des Islamischen Staates offenbaren. Einer hohen westlichen Quelle zufolge, die mit dem Inhalt der Dokumente vertraut ist, zeigt bereits eine erste Studie des Materials “die Verbindungen [zwischen dem Islamischen Staat und der türkischen Regierung] so klar, dass sie grundlegende politische Implikationen für die Beziehungen zwischen uns und Ankara haben können.”

Dennoch haben die Amerikaner am Mittwoch — trotz und angesichts einer überwältigenden Masse an Beweisen — die russischen Beschuldigungen, die die Türkei als Hauptabnehmer der Ölexporte aus dem Islamischen Staat nennt, zurückgewiesen.

Im vergangenen Juli haben zwei hochrangige Analysten der Defense Intelligence Agency, die dem US Zentralkommando unterstellt ist, dem Generalinspekteur des Verteidigungsamtes eine formale Beschwerde übermittelt. Die beiden sagten, dass ihre Geheimdienstberichte zum Islamischen Staat abgeändert und verzerrt wurden, bevor sie Obama vorgelegt wurden. 50 weitere Geheimdienstmitarbeiter haben die Aussagen der Beschwerde bestätigt.

Die abgeänderten Berichte stellen die US Kampagne gegen den Islamischen Staat als erfolgreich hin, und präsentieren den islamischen Staat als eine beinahe schon besiegte Kraft; dies entspricht der Darstellungsweise, wie sie von Obama und seinen Ratgebern vorgegeben wird. Gemäß den Analytikern hat das Bild, das die abgeänderten Berichte zeigen, wenig Ähnlichkeit mit den tatsächlich weitaus negativeren Schlussfolgerungen.

Einem Bericht des Daily Beast zufolge, haben die Geheimdienstler sich bereits im Oktober 2014 bei ihren Vorgesetzten über die Verzerrung ihrer Berichte beklagt. Einige dieser Analysten wurden daraufhin gedrängt, sich in den vorzeitigen Ruhestand zu verabschieden, und einige folgten der Aufforderung. Eine Person, die mit dem Inhalt der geschriebenen Beschwerde vertraut ist, sagt, dass dort der Begriff “Stalinist” verwendet wird, um den Ton der Vorgesetzten zu beschreiben.

Nach den Dschihadisten Anschlägen in Paris am 13. November hat Obama darauf bestanden, dass Klimawandel eine schwerere Bedrohung für die US-amerikanische nationale Sicherheit sei als der Terrorismus. Es könnte sein, das seine Prioritäten eine Rolle bei der offensichtlichen Entscheidung seiner Regierung spielen, den Islamischen Staat nicht wirklich ernsthaft zu bekämpfen.

In einem Interview mit Charlie Rose im vergangenen Monat erklärte der frühere CIA Direktor Michael Morell, dass die Regierung beschlossen hatte, die Öl-Infrastruktur des Islamischen Staates nicht zu bombardieren, “weil wir keinen Umweltschaden anrichten wollten”.

Einem Bericht des Guardian zufolge verdient der Islamische Staat pro Tag aus Ölverkäufen zwischen einer bis vier Millionen Dollar.

Vielleicht waren die Schützen in San Bernardino verrückt. Vielleicht litt Farook an klinischer Depression oder ADD, oder PTSD, oder an irgendetwas.

Und vielleicht ist der Islamische Staat mit einer weiteren neuen Kolonie Sirte im befreiten Libyen, das nur 400 Meilen von Italien entfernt ist, tatsächlich auf der Flucht. Vielleicht ist die Türkei nur ein Naivling, und vielleicht ist in Wahrheit Russland der größte Handelspartner von ISIS, oder vielleicht Israel, oder Irland.

Aber wenn man Tatsachen überhaupt noch ernst nehmen möchte, dann ist es eine Tatsache, dass im Dezember des Jahres 2015 die Vereinigten Staaten mit starker Entschlossenheit an ideologischen Darstellungen festhalten, die mit der Realität nichts mehr gemeinsam haben.

aro1.com

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