Gedächtnislücke

Es ist kein Geheimnis, daß israelische Regierungen immer wieder versucht haben und versuchen, über mehr oder minder klandestine Kanäle den jeweiligen »Palästinenserführungen« Angebote im Sinne einer Zwei-Staaten-Lösung zu machen. Doch die so Umworbenen scheinen, wann immer Entspannung und Einigung drohen könnten, mit ihnen wichtigeren Dingen beschäftigt.

Das konnte erst jüngst etwa der französische Außenminister Laurent Fabius erleben, der Ende Oktober ein Treffen zwischen »Palästinenserpräsident« Abu Mazen und dem israelischen Premier Benjamin Netanjahu in Paris organisieren wollte. Während letzterer sofort zusagte, hüllt Ramallah sich seither in Schweigen, lehnt das Angebot nicht ab, sagt aber auch nicht zu.

Ganz ähnlich schildert die heutige Oppositionspolitikerin Tzipi Livni, im Frühjahr 2014 noch Justizministerin im Kabinett Benjamin Netanjahus und Beauftragte für den »Friedensprozeß«, ihre Erfahrungen mit Abu Mazen: Auf die Vorlage eines umfangreichen Lösungsvorschlags für den Konflikt mit Israel durch die amerikanische Regierung reagierte Ramallah – schlicht nicht.

»This, in Livni’s view, amounted to an important opportunity missed by the Palestinians, not least because to get Netanyahu’s acceptance of a negotiation on the basis of the 1967 borders with agreed-upon swaps – an idea Obama embraced in 2011 – would have indicated a major shift.«

Mit keiner Antwort würdigte »Palästinenserpräsident« Abu Mazen auch die Bemühungen des damaligen israelischen Premierministers Ehud Olmert, der im September 2008 dem Chef des Regimes von Ramallah das bis dahin wohl weitreichendste Angebot für einen Friedensvertrag unterbreitet hatte. Weder stimmte Abu Mazen zu noch verlangte er Nachbesserungen.

»›At the end of the meeting‹ Olmert recalled this week, ›we called Saeb Erekat [chief negotiator for PLO] and Shalom [Shalom Turjeman, Olmert’s diplomatic adviser]. We asked them to meet the following day, Wednesday, together with map experts, in order to arrive at a final formula for the border between Palestine and Israel.‹

But that Wednesday, Erekat called Turjeman and said they could not meet to finalize the peace deal because they ›had forgotten that Abbas had to go to Amman!‹ Erekat said they would meet the following week. ›I’ve been waiting ever since,‹ Olmert said with a smile.«

In einer vom israelischen Fernsehen ausgestrahlten Sendung hat »Palästinenserpräsident« Abu Mazen diese Darstellung nun weitgehend bestätigt. Bei ihm allerdings hört die Geschichte bereits vor der Verabredung weiterer Kontakte zur Klärung von Details auf. »He showed me a map. He didn’t give me a map«, klagt er, »how can I sign on something that I didn’t receive?«

Er scheint doch etwas vergeßlich, der »Friedensengel«.

tw24

Dieser Beitrag wurde unter Antisemitismus Antizionismus, Ehrenmorde Islam Muslime, Israel, Terrorismus Islamismus Festnahme abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s