Stühlerücken in Ramallah

Erneut und noch immer machen Gerüchte die Runde, »Palästinenserpräsident« Abu Mazen plane nach seinem unter umstrittenen Bedingungen angekündigten Rücktritt von der Spitze des Exekutivkomitees der Terrororganisation PLO, schrittweise weitere seiner Ämter aufzugeben, darunter und schließlich auch seinen Posten als Chef der PA in Ramallah.

Wie die in London erscheinende arabische Zeitung Al Hayat unter Berufung auf einen hochrangigen Vertreter der Fatah meldet, hat Abu Mazen die Führungen in Ägypten, Jordanien und Saudi-Barbarien darüber informiert, daß er vorhabe, nach seinem Rückzug von der PLO-Spitze auch den Vorsitz der Fatah aufzugeben und nicht länger »Palästinenserpräsident« sein zu wollen.

Der Despot von Ramallah, so ein weiterer seiner Vertrauten gegenüber Ynet, sei frustriert über den Stillstand im »Friedensprozeß« mit Israel, für den er die Regierung in Jerusalem verantwortlich mache. »He sees that there’s nothing on the diplomatic horizon, and that there are no returns for the peace he helps maintain.« Israel nehme ihn trotz seiner Verdienste nicht einmal mehr wahr.

Dabei hat Benjamin Netanjahu erst am Dienstag den Noch-»Präsidenten« zur Wiederaufnahme von Verhandlungen eingeladen. »The prime minister said he was ›prepared to go to Ramallah or anywhere else right now to meet and hold direct negotiations without preconditions.‹« Abu Mazen verzichtete darauf, die Ernsthaftigkeit des Angebots des israelischen Premiers zu testen.

Damit bestätigte der »Palästinenserpräsident« freilich nur einmal mehr, wie es um seine eigene Glaubwürdigkeit bestellt ist. Wenn man daher in diesen Tagen in Ramallah Stimmen vernimmt, die zu Abu Mazens Rücktrittsplänen erklären, »it’s hard to take it seriously«, ist es kein Wunder, daß sie nicht besonders hoffnungsvoll klingen, sondern nur noch nach tiefer Resignation.

Behält Abu Mazen seine Ämter, wird sich nichts ändern; gibt er sie auf und läßt sie von Getreuen übernehmen, ändert sich auf absehbare Zeit ebenfalls nichts. Beendete Abu Mazen den letzten Versuch, den »Friedensprozeß« zu retten, durch sein mittlerweile gescheitertes Bündnis mit der Hamas, so sind es jetzt inszenierte Rücktritte, die dessen Neubelebung behindern sollen.

tw24

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