»Klare Strategie«

Wo Antisemitismus normal ist, Haß auf Juden allererste Untertanenpflicht, da ist kein Platz für Regungen, die zivilisiertere Gesellschaften auszeichnen. Man kann nicht einfach um ein kaum begonnenes Leben weinen, falls da überhaupt schon etwas sich regt, das Trauer ähnlich sein könnte, sondern muß Rache schwören, den eigenen Haß mehr noch als sonst anheizen und ausleben.

Während Israel mit tiefer Abscheu auf die vermutlich von jüdischen Tätern begangenen Anschläge bei Nablus reagierte, bei dem ein Kleinkind verbrannte und dessen Angehörige, die noch um ihr Leben ringen, verletzt wurden, nutzt das von Terroristen betriebene Regime in Ramallah die Bluttat vom vergangenen Freitag, seinen Krieg gegen Israel auf allen nur möglichen Wegen zu eskalieren.

Da wird demonstrativ der Internationale Strafgerichtshof (ICC) angerufen, als sei Israel ein Unrechtsstaat, der Verbrechen nicht verfolgen und bestrafen würde, da wird eine »Kultur des Hasses« angeprangert, während israelische Bürger gegen Extremismus demonstrieren, oder der »Apartheid«-Vorwurf wiederholt, während israelische Behörden einen Meir Ettinger festnehmen.

Verlangte Al-Hayat Al-Jadida, die amtliche Tageszeitung des Regimes um Kleptotyrann Abu Mazen, gestern durchaus verräterisch, »die Palästinenser müssen eine klare Strategie verfolgen und der internationalen Gemeinschaft ihre Version der Geschichte darlegen«, führt sie schon am Dienstag mit ihrer Karikatur besser als jeder Leitartikel anschaulich vor, was das heißt:

al-hayat_al-jadida_20150804

Auf die Idee, zeichnerisch den Staat Israel gleichzusetzen mit dem »Staat« der Daesh, kamen der Kreative und Al-Hayat Al-Jadida schon einmal am 10. September des vergangenen Jahres. An der Wiederholung des Motivs wird deutlich, daß der Haß auf Israel und dessen Mehrheitsbevölkerung keine Reaktion auf konkrete Ereignisse ist, sondern ein davon unabhängiges Kontinuum.

Die Karikatur enthüllt damit aber auch, daß es weniger jüdischer Extremismus ist, der Sorgen machen müßte, sondern vielmehr die »palästinensische Normalität«. Ersterer ist eben keineswegs ein Massenphänomen, so daß es eigentlich schon falsch ist, ihn überhaupt jüdisch zu nennen. Ohne Haß auf Juden und ihren Staat dagegen ist »Palästina« kaum vorstellbar. Das ist das Problem.

Deutscher Beitrag: »Friedenserziehung« in Beit Jala

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Eine Antwort zu »Klare Strategie«

  1. caruso schreibt:

    Weder die EU-Politiker noch die US-Administration wird erkennen was das Problem ist. Warum? Weil sie es nicht erkennen wollen, aus welchen Gründen immer. Auch ihnen ist es wichtiger Israel zu schikanieren als irgendetwas gegen den palarabischen Antisemitismus tun. Die arabischen Staaten sind ein großer Markt, sie haben riesige Mittel um investieren zu können, was für die europäischen Wirtschaft sehr notwendig ist. Wen interessiert da ein Mini-Staat wie Israel? Um einmal den vorhandenen nicht geringen Antisemitismus wegzulassen. Wenn es um Geld geht hört die Moral auf, dann gibt es keine „europäische Werte“ – außer als Lippenbekenntnisse. Tut mir leid,
    aber so sehe ich die Sache.
    lg
    caruso

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