Unter Deutschen

Gut zwei Wochen ist es her, da brachten die Tränen eines Mädchens, das sich ihr als »hauptsächlich Palästinenserin« vorstellte, Angela Merkel gehörig durcheinander. Was als »Bürgerdialog« vor allem der deutschen Kanzlerin Gelegenheit zur Selbstbeweihräucherung bieten sollte, wurde interessant, als eine von deutscher Migrationspolitik unmittelbar Betroffene Gefühle zeigte.

»Die kleine Reem weint. Gerade hat das Mädchen [..] von ihrem Schicksal erzählt. Dass sie und ihre Familie jüngst kurz vor der Abschiebung standen und dass sie seit Jahren den Rest ihrer im Libanon lebenden Familie nicht mehr gesehen hat.«

Seither hat es die »kleine Reem« zu einiger Prominenz gebracht, nationale wie internationale Medien berichteten. »Wir alle begannen dieses Mädchen zu lieben. Wir alle hatten wieder das Gefühl, Mensch zu sein.« Liest man Franz Josef Wagner, hat man etwas falsch gemacht; hier allerdings ist der BILD-Kolumnist wohl wirklich »wir«. »Danke Reem, Du musst bei uns bleiben.«
Tatsächlich führt der Fall Reem vor, wie leicht es doch ist, »uns« zu manipulieren. Es hätte schon stutzig machen müssen, daß Reem sich als »Palästinenserin« sieht. Daß erst jetzt Die Welt danach fragt, was das bedeuten könnte, was es dem Mädchen bedeutet, ist ein Armutszeugnis. Daß die Antworten verharmlosend eine »schwierige Meinung zu Israel« genannt werden, ein Skandal.

»Ist Deutschland schon deine Heimat? ›Nein, meine Heimat ist Palästina.‹ Warst du denn mal dort? ›Nein, aber irgendwann werde ich dort leben‹, sagt sie, und ihre Augen leuchten. [..]
Aber was heißt eigentlich Palästina? Von welchem Gebiet spricht sie? ›Alles‹, sagt Reem. Aber da ist Israel. ›Ja, noch, aber meine Hoffnung ist, dass es irgendwann nicht mehr da ist, sondern nur noch Palästina.‹«

»Das Existenzrecht des Staates Israel darf unter keinen Umständen infrage gestellt werden«, betonen deutsche Politiker gern, es sei kein Platz in Deutschland für Antisemitismus. Es ist aber antisemitisch, ein »Verschwinden« Israels und ein Groß-»Palästina« herbeizusehnen. So Reem medizinische Hilfe benötigt, die nur in Deutschland leistbar ist, mag sie dafür bleiben.
Darüber hinaus allerdings gibt es keinen Grund, der jugendlichen Antisemitin mit ihrer Familie Hoffnung zu machen, die »mitten in der Plattenbauwüste Evershagens [..] in ihrer Wohnung einen Schrein aufgebaut [haben], in dem sie dem untergegangenen Land am Mittelmeer huldigen und sich an die Vorstellung klammern, dorthin zurückzukehren, wo ihre Großeltern als Kleinkinder einmal lebten.«
Wer erklärt, »meine Heimat ist Palästina«, an der »Illusion der Rückkehr nach fast 70 Jahren Exil« festhält oder seine Kinder in diesem Ungeist indoktriniert, obgleich er doch selbst schon diese »Heimat« nie gesehen hat, hat ausreichend verdeutlicht, daß er (oder eben: sie) kein Interesse am eigentlich überfälligen Resettlement hat, an der Integration in diesem Fall in Deutschland.
Es dürfte genügend Flüchtlinge geben, die die Wiedergründung Israels 1948 und dessen Existenz nicht als »Katastrophe« bedauern. Ihnen sollten »unsere« Sympathien gelten, nicht einer Reem, für die der Haß auf Juden eine Frage der »Meinungsfreiheit« ist. »Wir« sollten »uns« fragen, wie es sein kann, daß man mit solchen Ansichten »Klassenbeste« und Identifikationsfigur werden kann.
 tw24

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