Nicht lachen da hinten: Cristina Kirchner weiß Bescheid!

Cristina Kirchner scheint sich heute eines Besseren besonnen zu haben. Aber besser ist nicht immer gut.

Ich kann Ihnen nicht sagen, woran es liegt, liebe Leserinnen und Leser, aber Frau Kirchner, Noch-Präsidentin der argentinischen Republik (Neuwahlen im September 2015), hat anscheinend ihre Leidenschaft fürs kreative Schreiben entdeckt.

Und so hat sie innerhalb von 48 Stunden ihre zweite dicke Schwarte publiziert, wie immer auf ihrem Lieblingsmedium: Twitter.

Ihr Regierungssitz wurde wie üblich vor vollendete Tatsachen gestellt und in Balcarce 50 macht sich Konfusion breit. „Es ist alles ein einziges Chaos“, beschweren sich die leitenden Angestellten der lateinamerikanischen Antwort auf Lady Macbeth (in der Reclam-Ausgabe). Aber Frau Kirchner ist nun zweckdienlicher Weise der Meinung, es sei doch die Lerche und nicht die Nachtigall gewesen – macht was draus, chicos.

In anderen Worten: Es liegt an keinem Selbstmord, dass ausgerechnet jener Staatsanwalt Alberto Nisman, der sie und ihren Außenminister in der Causa AMIA wegen Strafvereitelung im Amt angezeigt hat, mehr oder weniger überraschend, aber für bestimmte Interessen sehr zweckdienlich (Interessen, die selbstverständlich nichts mit dem Regime in Teheran zu tun haben) in den vorzeitigen und finalen Ruhestand befördert wurde.

So wie Nismans verläuft vielleicht eine typisch argentinische Karriere, wenn sie erfolgreich ist. Der einzige Trost daran ist, dass die realexistierende Wirklichkeit sich ab einem bestimmten Punkt auch dann nicht leugnen lässt, wenn man Präsidentin ist und Kirchner heißt.

Immerhin findet die Staatsanwaltschaft in Buenos Aires je länger sie sucht umso weniger Spuren, die die bis gestern noch offizielle und absolut sakrosankte Wahrheit à la Cristina stützen könnten. Und das, ohne dass es dazu jener Eingriffe in das ordentliche Funktionieren eines demokratischen Rechtsstaates bedürfte, die der Noch-Regierung in der Causa AMIA zur Last gelegt werden.

Nun ist es so, dass Frau Kirchner in ihrer neuen, aufregenden Kriminalnovelle zwar Zugeständnisse an die Wirklichkeit außerhalb ihres eigenen Kopfes macht, aber sie tut das nur um der Wahrheit sogleich einen für die Autorin recht typischen Bärendient zu erweisen.

Denn im selben Atemzug, in dem Frau Kirchner eingesteht, der Tod Nismans sei vielleicht doch kein Selbstmord, versucht sie, Nisman als Schachfigur finsterer Machenschaften eines viel größeren Spiels zu präsentieren. Eines Spiels, das es zudem auf sie, Cristina höchst selbst, abgesehen hätte; nicht lachen, da hinten.

Projektion? Wer weiß, aber der Klappentext ihres neuen Romans geht wie folgt: Der Staatsanwalt wäre einem Komplott eines Parallelgeheimdienstes zum Opfer gefallen, der es darauf abgesehen hätte, sie und ihre Präsidentschaft zu unterminieren.

Ja, das schreibt Frau Kirchner wirklich. Ob sie das auch wirklich glaubt, kann ich nicht sagen; im Interesser ihrer geistigen Zurechnungsfähigkeit würde ich ihr aber davon abraten, es zu tun.

Es kann an dieser Stelle nicht darum gehen, warum Frau de Kirchner meint, die ganze Welt würde sich nur um sie drehen und ihr würde die Sonne aus dem Arsch scheinen. Es gibt in Villa Freud eine Reihe guter Spezialisten, die mit Wahnvorstellungen aller Art sehr offen und professionell umgehen; und sehr therapeutisch.

Interessant ist allein, mit welcher fast schon kriminellen Energie die Präsidentin zur Wahrheitsfindung beizutragen versucht, indem sie einen Wortsalat nach dem nächsten produziert: Gestern war es die Nachtigall, heute ist es die Lerche – und morgen ist es vielleicht das Rotkelchen, der Kuckuck oder die Wachtel gewesen?

Weiterlesen bei haolam…

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