Attacke auf Zeitungsleser: Meine zerrissene Mohammed-Karikatur

Ein Redakteur der Frankfurter Neuen Presse wird in der Straßenbahn attackiert, weil er die F.A.Z. liest. Auf dem Titelblatt war die Mohammed-Karikatur von Charlie Hebdo zu sehen. Ein Erlebnisbericht.

Ich hatte gerade einen Kommentar geschrieben. Der Tenor: Integrationswillige Muslime gehören zu Deutschland, nicht aber der Islamismus. Dann machte ich Feierabend und setzte mich mit der druckfrischen „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ), die in unserem Verlagshaus schon abends vorliegt, in die Straßenbahn der Linie 21.

Ich war froh, einen freien Doppelsitz gefunden zu haben und schlug die Zeitung auf. Sekundenbruchteile später stürzte jemand von hinten auf mich zu und versuchte, mir die Zeitung aus der Hand zu reißen. Ich hielt fest, aber das Titelblatt war zerfetzt.

Das war das, was der Angreifer offenkundig wollte: Auf dem Titel der gestrigen FAZ ist eine Französin mit der neuen „Charlie-Hebdo“-Ausgabe zu sehen. Der Mann (um die 30, Bart, weiße Kappe), rief mit lauter hektischer Stimme: „Solche Bilder sind eine Beleidigung des Propheten.“ Das dürfe man nicht zeigen.

Als ich merkte, dass er zwar erregt war, aber mir anscheinend keine Messerattacke drohte, gelang es mir sogar, ihn, wie ja immer empfohlen, in einen – wenn auch hitzigen – Dialog zu verwickeln. Schnell stelle sich heraus, dass er a) gut deutsch sprach und b) offenbar ein geschulter Prediger war.

Ich sagte, dass ich mir ungern in einer Demokratie das Zeitunglesen verbieten ließe und das gezeigte Bild keine Provokation, sondern eher Dokumentation sei und bei uns übrigens Meinungsfreiheit herrsche. Er entgegnete, Meinungsfreiheit decke keine Beleidigung, das widerspreche auch dem Grundgesetz – was ich bezweifelte. Zumindest sei das alles komplizierter, als er denke, weil Satire schon einiges dürfe.

Dann sagte er, aber unsere Demokratie sei sowieso verlogen und nichts wert. Ich daraufhin, politisch etwas unkorrekt, warum er dann das Land nicht verlasse und nach Marokko gehe (er hatte kurz zuvor mal fallen lassen, er sei aus Marokko).

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