Ein Herz für Milli Görüs: Mit dem deutschen Antirassismus Heim ins Reich

antirassantirass1Bild: Cigaretten-Bilderdienst (1942)

In der Tat, wer Islamkritik als Rassismus anprangern will, der muss auch den Antisemitenverein Milli Görüs  weißwaschen. Antirassismus ist das neue Hobby der vom Blockwart zum Hilfsmuezzin konvertierten Deutschen. Durch solche Texte wird aber auch deutlich, das der Nationalsozialismus antisemitisch war und nicht antirassistisch. Der Antirassismus war und ist eine Erfindung der Antisemiten, um das deutsche Verbrechen an den Juden zu relativieren. Hier ein Auszug aus einem Text des zukünftigen Todenhöfer-Preisträgers Floris Biskamp:

Der zweite hier relevante Text ist der von der Georg-Weerth-Gesellschaft Köln formulierte Redebeitrag auf der Demonstration selbst. Dabei ist zunächst der Kontext interessant. Gehalten wurde die Rede vor der von der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş betriebenen Barbarossa-Moschee, die das Bündnis als eine der „Stätten der umtriebigsten Plattformen der Israelkritik in NRW“ bezeichnet. Stätten der Plattformen der Kritik? Na gut.

Dadurch hat der Redebeitrag anders als Aufruf einen vermeintlich konkreten Gegenstand: Die Millî-Görüş-Bewegung im Allgemeinen und ihr deutscher Zweig, die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) im Besonderen. Interessant ist wiederum die Art der Argumentation. Es ist nichts daran zu deuteln, dass die IGMG zum antisemitischen Klima beiträgt, das die Ausschreitungen des Sommers hervorgebracht hat – genau das war eine zentrale These meines eingangs erwähnten Vortrags in Essen. Entscheidend ist jedoch der Sinn, den die Georg-Weerth-Gesellschaft bzw. das Bündnis gegen Israelkritik NRW daraus gewinnt.

Zunächst wird über Millî Görüş selbst in einer Weise gesprochen, die gelinde gesagt komprimiert ist. Mehrere Ebenen werden bruchlos zusammengezogen: Äußerungen des Millî-Görüş-Gründers Necmettin Erbakans, Haltungen des in derselben Bewegung politisch sozialisierten türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, die von der ebenfalls der Bewegung assoziierten türkischen ‚Hilfsorganisation‘ IHH durchgeführte Mavi-Marmara-Aktion sowie das durch das Bundesinnenministerium veranlasste Verbot der dem Umfeld der IGMG entstammenden deutschen IHH.

Wiederum ist keinerlei Mühe erkennbar, die Argumente kritisch abzuwägen oder die Differenzen zwischen den 1980ern und der heutigen Zeit, zwischen der Türkei und Deutschland sowie zwischen den verschiedenen Lagern innerhalb der Bewegung auch nur zu erwähnen – obwohl es in den letzten Jahren in Deutschland umfangreiche Debatten über diese Fragen gab. Ebenso wenig stellt man sich die Frage, ob das Verbotsverfahren gegen die deutsche IHH überhaupt als Beweis für den besonders antisemitischen Charakter von Millî Görüş tauglich ist. Tatsächlich sind weite Teile der ursprünglichen Begründungen vor Gericht zerfallen. Die verbleibende Verbotsgrundlage beschränkt sich darauf, dass die IHH in Gaza mit Organisationen zusammengearbeitet hat, die zur Hamas gehören. Darin kann man sicherlich Gesinnung erkennen und eine De-facto-Förderung von Terrorismus sehen. Allerdings ist auch festzuhalten, dass man mit derselben Argumentation alle ‚Hilfsorganisationen‘ und Hilfsorganisationen verbieten müsste, die in Gaza arbeiten.

All diese undifferenziert zusammengezogenen Einzelargumente reichen dann aus, um die Barbarossa-Moschee zu einer der „Stätten der umtriebigsten Plattformen der Israelkritik in NRW“ zu erklären – ohne je auch nur ansatzweise den Nachweis erbracht zu haben, dass dort in jüngerer Zeit über Israel oder Jüd_innen gesprochen worden wäre. Denn tatsächlich hat sich die IGMG, die im Zuge des Gaza-Krieges 2008/2009 noch eine Massendemonstration in Duisburg organisiert hatte, dieses Jahr vergleichsweise zurückhaltend gezeigt.

Mit solchen Details kann sich nicht aufhalten, wer eine Demonstration gegen die neuen Barbaren organisiert und dafür einen islamischen Ort braucht. Tatsächlich könnte man argumentieren, es sei verfehlt, von einem Redebeitrag auf einer Demonstration zu verlangen, eine Bewegung bzw. Organisation wie Millî Görüş differenziert darzustellen und die Argumente gegen dieselbe kritisch abzuwägen. Auch die Zusammenziehung der verschiedenen Phänomene ließe sich mitunter rechtfertigen. Schließlich ist die Millî Görüş notorisch intransparent und auf einer Demonstration braucht es Demonstratives.

Doch selbst wenn man all das zugesteht, ist kaum zu rechtfertigen, dass die verschiedenen Aktivitäten im Millî-Görüş-Umfeld wiederum paradigmatisch für den Islam stehen sollen. Mit dem zwanghaften Zwang der freien Assoziation zieht der Redebeitrag eine gerade Linie von der ältesten Moschee in Köln über den Bart eines deutschen Kaisers, Adolf Hitler und den in derartigen Texten unvermeidlichen Großmufti von Jerusalem bis hin zum Bart des Propheten. Am Ende dieser Assoziationskette ist es wieder bewiesen: Die „islamische Ideologie“ ist notorisch antisemitisch und stimmt im Kern mit der nationalsozialistischen überein.

Nun mag man einwenden, dass die Rede von der islamischen Ideologie nicht rassistisch sein kann, weil man ja auf dieselbe Art und Weise von der deutschen Ideologie spricht, ohne dass es als rassistisch gelten würde. Selbst wenn man annähme, dass der Begriff der deutschen Ideologie tatsächlich trüge und es tatsächlich eine Parallele zwischen dem Deutschen und dem Islamischen gäbe, würde das den Rassismusvorwurf nicht entkräften. Denn wenn es um Rassismus geht, ist der soziale Kontext entscheidend. Und hier ist festzuhalten, dass ein antimuslimischer Rassismus existiert, den zu reproduzieren man Gefahr läuft, wenn man von der an sich antisemitischen islamischen Ideologie spricht, während es keinen korrespondierenden antideutschen Rassismus gibt. Im Übrigen nimmt das Bündnis gegen Israelkritik gar keine Parallelisierung von islamischer und deutscher Ideologie vor. Vielmehr werden hier islamische und nationalsozialistische Ideologie gegenübergestellt.

Somit reproduziert der Redebeitrag alle Motive, die sich bereits im Demonstrationsaufruf als problematisch erwiesen haben. Wiederum wird der Islam zu einer einheitlichen und letztlich nazistischen Entität zurechtgeschrieben – einer Entität, die dank des Bindegliedes Millî Görüş auch noch einen konkreten Ort hat, an dem man sich mit dem guten Gewissen der Antisemitismuskritik zum Protest gegen den Islam versammeln kann. Denn die Nazis von heute sind die Muslim_innen.

Dieser Beitrag wurde unter Antisemitismus Antizionismus, Öko Bio, Bomber Harris do it again, Deutschland Nazis, Dhimmi Medien Schweinepresse, Ehrenmorde Islam Muslime, Iran Islamismus Terrorismus Islamo-Faschismus, Israel, Türkei Völkermord Armenier abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Ein Herz für Milli Görüs: Mit dem deutschen Antirassismus Heim ins Reich

  1. E.C. schreibt:

    Herr Goldstein, wieso halten Sie es inmitten von 75 Millionen antisemitischer Hilfsmullahs (Deutsche) und 7 Millionen Muselmanen in diesem ekelhaften Land noch aus: Packen Sie doch bitte Ihre Koffer und machen Sie Allijah, auf Nimmersehen- Ihnen lockt bestimmt ein schönes Stück Land bei Hebron mit blühenden Orangenbäumen und Oliven, deren Zweige schwer herunterhängen unter dem Gewicht ihrer Früchte. Drumherum stellen Sie dann Schilder auf: „Araber sind hier unerwünscht- dieser Ort ist araberrein“
    Heil Kahane

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s