Arabische Christen buhen gegen Israel

Ted Cruz gilt vielen Beobachtern als möglicher Präsidentschaftskandidat für die Wahlen 2016.

Der amerikanische Senator Ted Cruz hat bei einer Rede vor arabischen Christen zur Solidarität mit Israel aufgerufen – und wurde dafür ausgebuht. Der Politiker wurde wütend und legte nach.

Die erste Konferenz der Gruppe „Zur Verteidigung der Christen“ (IDC) sollte in Washington D.C. auf die Verfolgung christlicher Minderheiten in der arabischen Welt aufmerksam machen. Hunderte Katholiken, Orthodoxe, Evangelikale und andere Christen mit arabischem Hintergrund nahmen Teil, um zu diskutieren und sich zu vernetzen. Zu den prominenten Rednern von Seiten der Politik zählte der republikanische Senator Ted Cruz.

In seiner Rede am Mittwochabend führte Cruz zunächst aus, dass verfolgte Glaubensgemeinschaften gegen Aggressoren zusammenhalten müssten. Dann erklärte er: „Christen haben keinen stärkeren Verbündeten als den jüdischen Staat“, woraufhin Buh-Rufe aus dem Publikum laut wurden. „Lasst es mich so formulieren“, erwiderte Cruz, „diejenigen, welche Israel hassen, hassen auch Amerika“. Als die Buh-Rufe dann lauter und zahlreicher wurden, fügte er an: „Wer die Juden hasst, der hasst damit auch Christen.“ Sein Herz weine, wenn die im Raum Versammelten dies nicht einsähen. „Wenn ihr das jüdische Volk hasst, missachtet ihr die Lehren von Christus“, so Cruz.

„Ich stehe nicht zu euch, wenn ihr nicht zu Israel steht“

Als im Saal darauf abermals Buh-Rufe und Widerworte laut wurden, sagte Cruz: „Ich bin traurig, dass manche hier im Saal – nicht alle – so vom Hass verblendet sind.“ Bevor er die Bühne verließ, ohne seine Rede zu beenden, sagte der Politiker: „Wenn ihr nicht an der Seite Israels und der Juden steht, dann werde ich auch nicht an eurer Seite stehen. Danke und Gottes Segen.“

Am Donnerstag erklärte der Politker aus Texas in einem Statement, dass sich ein „Abend der Einheit“ zu einer „schändlichen Zurschaustellung von Hass und Bigotterie“ entwickelt habe. „Eine kleine aber laute Minderheit der Teilnehmer wollten den Ausdruck meiner Solidarität mit Israel niederschreien“, so Cruz. „Aber sie können die Wahrheit nicht niederschreien.“

Der 43-jährige Cruz ist Sohn eines Pastors und gläubiger Christ. Er gehört den Südbaptisten an und gilt als einer der Wortführer der konservativ-libertären Tea-Party-Bewegung.

IDC: Störer sind nicht willkommen

Der Präsident von „Zur Verteidigung der Christen“, Toufic Baaklini, erklärte in einer Pressemitteilung: „Einige politisch motivierte Opportunisten haben einen Raum gespalten, der für 48 Stunden vereint war in Solidarität mit denen, die einem Genozid ausgesetzt sind.“ Dies beinhalte nicht nur Christen, sondern auch Juden und Menschen anderer Glaubensrichtungen.

Indirekt kritisierte Baaklini auch Senator Cruz: „Das Einbringen von Politik an dem Abend, an dem es eigentlich um Einheit und Glauben gehen sollte, hat ein paar Leuten in die Hände gespielt, die offenbar nicht mit den Statuten des IDC einverstanden sind. Sie sind nicht länger willkommen.“

INN

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Eine Antwort zu Arabische Christen buhen gegen Israel

  1. E.C. schreibt:

    Tja, es ist nun einmal nicht so, dass der israelische Faschismus zwischen guten Arabern- Christen- und bösen Arabern- Musels- unterscheidet. Die allermeisten palästinensischen Christen leben auch nicht mehr in der Gegend in und um Bethlehem, sie sind längst weg als Folge der israelischen Bedrückung. Man kann das leicht erforschen. Arabische Christen sind eine verfolgte Gruppe, und das geschieht oft genug auch durch Androhung und Ausübung von Gewalt, gerade durch das Siedlergeschmeiß. Was erwartet dieser Mann denn nun? Er ist nur einer von unsäglichen vielen unendlich dummen US-Erzkonservativen, die meinen, die Welt würde erlöst, weil Netanjahu der wiedergeborene König David, Moses und Salomo in einer Person sei.

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