Filmstars rügen Hamas – Schoah-Überlebende kritisieren Israel

Namhafte Vertreter der Filmbranche in Hollywood haben in einem öffentlichen Aufruf die radikal-islamische Hamas scharf kritisiert. Mehr als 300 Überlebende des Holocaust und Nachkommen von Schoah-Opfern wiederum verurteilten die israelischen Militäraktionen im Gazastreifen.

Die Schauspieler und Produzenten schreiben in ihrem offenen Brief: „Uns erfüllt das Leiden auf beiden Seiten des Konfliktes mit Schmerz. Wir hoffen auf eine Lösung, die der Region Frieden bringt.“ Weiter heißt es: „Während wir fest zu unserer Verpflichtung zu Frieden und Gerechtigkeit stehen, müssen wir auch fest gegen Ideologien von Hass und Genozid stehen, die sich in der Charta der Hamas widerspiegeln. In deren Artikel 7 heißt es: ‚Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt, komme und töte ihn!‘“ Wie das Branchenmagazin „The Hollywood Reporter“ am Samstag berichtete, haben mehr als 190 Filmgrößen den Aufruf unterzeichnet. Zu ihnen gehören bekannte Schauspieler wie Sylvester Stallone oder Arnold Schwarzenegger.

„Der Sohn eines Hamas -Gründers hat auch die wahre Natur der Hamas kommentiert“, schreiben die Hollywood-Stars. Damit nehmen sie Bezug auf ein Interview, das der als „Sohn der Hamas“ bekannte Palästinenser Mosab Hassan Jussef unlängst dem Nachrichtensender CNN gab. In dem Gespräch sagte der zum Christentum konvertierte Sohn eines Hamas -Gründers, die Organisation wolle einen weltweiten islamischen Staat errichten (Israelnetz berichtete).

„Man kann der Hamas nicht erlauben, Raketen auf israelische Städte herabregnen zu lassen, noch kann man ihr erlauben, ihre eigenen Leute als Geiseln zu halten“, folgern die Unterzeichner. „Krankenhäuser sind zum Heilen da, nicht zum Verstecken von Waffen. Schulen sind zum Lernen da, nicht zum Abschießen von Raketen. Kinder sind unsere Hoffnung, nicht unsere menschlichen Schutzschilde.“ Die Schauspieler und Filmdirektoren äußern die Hoffnung, „dass die heilende und umgestaltende Kraft der Künste benutzt werden kann, um Brücken des Friedens zu bauen“.

Der Aufruf steht unter der Überschrift „Verpflichtung zu Frieden und Gerechtigkeit“: tinyurl.com/n68hfhk. Initiiert hat ihn die Künstlervereinigung „Creative Community for Peace“ (Kreative Gemeinschaft für Frieden).

Schoah -Überlebende: Keine Rechtfertigung für Angriffe auf Zivilgebäude

Eine völlig andere Auffassung von den aktuellen Geschehnissen im Gazastreifen hat indes eine Gruppe von 40 Holocaust -Überlebenden und 287 Nachkommen von Opfern der nationalsozialistischen Judenverfolgung. Am Samstag publizierten sie einen Brief, in dem sie die israelische Offensive gegen die Terrorinfrastruktur in dem palästinensischen Gebiet anprangern. Initiator der israelkritischen Stellungnahme ist das „Internationale Jüdische Antizionistische Netzwerk“ (IJAN) mit Sitz in San Francisco. Die Anzeige wurde in der Tageszeitung „New York Times“ veröffentlicht. Die 327 Unterzeichner stammen aus 26 Ländern.

„Als jüdische Überlebende und Nachkommen von Überlebenden und Opfern des Nazi-Genozids verurteilen wir unmissverständlich das Massaker an Palästinensern in Gaza und die andauernde Besatzung und Kolonialisierung des historischen Palästinas“, heißt es zu Beginn des Aufrufes. „Wir verurteilen ferner die Vereinigten Staaten dafür, dass sie Israel mit den für den Angriff notwendigen Finanzen ausstatten, und allgemein westliche Staaten dafür, dass sie ihren diplomatischen Muskel verwenden, um Israel gegen Verurteilung zu schützen. Genozid beginnt mit dem Schweigen der Welt.“

Die Unterzeichner bekunden ihre Empörung über „die extreme, rassistische Entmenschlichung von Palästinensern in der israelischen Gesellschaft, die einen Höhepunkt erreicht hat“. Das Fazit der Erklärung lautet: „Wir müssen unsere kollektiven Stimmen erheben und unsere kollektive Macht nutzen, um ein Ende aller Formen von Rassismus herbeizuführen, einschließlich des fortdauernden Genozids am palästinensischen Volk. Wir fordern ein sofortiges Ende der Belagerung und der Blockade gegen Gaza. Wir fordern den vollständigen wirtschaftlichen, kulturellen und akademischen Boykott Israels. ‚Nie wieder‘ muss bedeuten: NIE WIEDER FÜR JEDEN.“

Das IJAN ist nach eigenen Angaben ein „internationales Netzwerk von Juden, die kompromisslos gegenüber Kämpfen für menschliche Emanzipation verpflichtet sind, von denen die Befreiung des palästinensischen Volkes und Landes ein untrennbarer Bestandteil ist“. Sie lehnt „die Ausbeutung der Geschichten von jüdischer Verfolgung und von Genozid durch Israel ab, um die Kolonialisierung Palästinas und die ethnische Säuberung an Palästinensern und die Entwertung dieser Geschichten zu rechtfertigen“. Der Aufruf in englischer Sprache ist hier zu lesen: tinyurl.com/o47v4hj.

Reaktion auf pro-israelische Kampagne von Elie Wiesel

In einer Pressemitteilung zitierte die Organisation Befürworter des Aufrufes. Die Tochter eines Widerstandskämpfers aus dem Wilnaer Ghetto, Liliana Kaczerginski, sagte dazu: „Was Israel tut, widerspricht allem, wofür mein Vater gekämpft hat; es ist eine Verletzung der Erinnerung meiner Familie. Ich bin stolz darauf, sie mit meiner Unterschrift zu ehren.“

Erster Unterzeichner ist der Auschwitz-Überlebende Hajo Meyer. Er äußerte seine Wut über den Rassismus aus Israel: „Die Entmenschlichung der Juden hat den Nazi-Genozid möglich gemacht. In derselben Weise werden wir Zeugen der eskalierenden Entmenschlichung von Palästinensern in der israelischen Gesellschaft.“ Meyer verstarb am Freitag, einen Tag vor der Veröffentlichung des Briefes in der „New York Times“, im Alter von 90 Jahren.

Ein Enkel von Überlebenden der Schoah , Raphael Cohen, kritisierte die Unterstützung der Vereinigten Staaten für Israel: „Es ist meine eigene Regierung, die für diese Gewalt zahlt. Wenn Regierungen nicht tun, was richtig ist, müssen sich Einzelpersonen und Gemeinden zu Wort melden. Deshalb unterstütze ich den palästinensischen Aufruf zu Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen.“

Auch der in Kalifornien lebende Palästinenser Hani Jamah kam in der Mitteilung zu Wort: „Als Israel begann, Gaza zu bombardieren, wandte ich mich den Nachrichten zu und entdeckte, dass 30 meiner Tanten und Cousins bei einer einzigen Bombenexplosion gestorben waren. Dass ich meine Stimme mit 40 Überlebenden des Nazi-Genozids verbinden kann, fügt unserem Aufruf Kraft zu, dass wir zusammenarbeiten müssen, um Gaza Gerechtigkeit zu bringen.“

Der Brief der Überlebenden ist die Antwort auf eine Anzeigenkampagne des Auschwitz-Überlebenden Elie Wiesel. Darin hatte er den Missbrauch von Kindern durch die Hamas als menschliche Schutzschilde kritisiert (Israelnetz berichtete). Er verglich den Mord an Kindern während des Holocaust mit Taten der Hamas in Gaza. Die Annonce erschien unter anderem in der „New York Times“, dem „Wall Street Journal“, der „Washington Post“ und dem „Guardian“. Die „Times of London“ hatte den Abdruck hingegen verweigert.

Entrüstet sind die Unterzeichner des Aufrufes über „den Missbrauch unserer Geschichte durch Elie Wiesel auf diesen Seiten, um das zu rechtfertigen, was nicht zu rechtfertigen ist: Israels groß angelegte Bemühung, Gaza zu zerstören, und den Mord an mehr als 2.000 Palästinensern, unter ihnen viele Hunderte von Kindern. Nichts kann das Bombardement von UN-Schutzräumen, Wohnhäusern, Krankenhäusern und Universitäten rechtfertigen.“
INN

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