Hamastan Reporter fassungslos: Das sind gar nicht die Guten?!

von Gerrit Liskow

Schock, Horror, lange Gesichter: Beim in Hamastan stationierten internationalen (also westlichen) Pressechor spricht sich allmählich herum, mit wem man sich ins Bett begeben hat, als man sich bei der Hamas „embedden“ ließ. Die Hamas, sind das etwa nicht diese guten, aufrechten Freiheitskämpfer, denen die Meinungsfreiheit derartig am Herzen liegt, dass sie die internationale Presse nach Gaza eingeladen haben um sie frei berichten zu lassen?

Keine Ahnung, warum der internationalen Presse die Einsicht so schwer fällt, dass dem nicht so ist (höchstens eine Theorie, die das erklären könnte), aber unsere hellsten und schnellsten waren sie nie, die für die Hamas die Fernsehwerbung machen; dafür allerdings unsre teuersten: Die BBC zahlte 2009 einen Tagessatz von 1.200 Pfund (knapp 1.500 Euro) für „Live aus Hamastan“; die Starreporter von CNN kassierten das Zehnfache davon.

Wer jetzt auf die unangenehme Art herausfinden musste, mit wem er sich da in Gestalt der Hamas eingelassen hat, ist Radjaa Abu Dagga, Franzose palästinensischer Abstammung, der einen spannenden Tatsachenbericht auf „Liberation“ veröffentlicht hatte, von wo er wenige Stunden später unter ungeklärten Umständen verschwand; nicht nur der Bericht, sondern vielleicht auch Radjaa, denn von dem hat man seitdem auch nichts mehr gehört.

Könnte es vielleicht sein, dass es die schweren Jungs von den Al-Qassam-Brigaden nicht so gerne haben, dass die Wahrheit über ihre Machenschaften in französischen Tageszeitungen steht? Ich würde das denken, und Sie hoffentlich auch, sehr verehrte Leserinnen und Leser; irgendwie hängt man ja doch am Leben, oder?

Aber was war denn nun heute Vormittag in Gaza los? Nun, die Herren von den Al-Qassam-Brigaden hatten offenbar das Gefühl, dass sie mit Radjaa mal ein Gespräch unter Männern führen müssen. Und zwar auf ihrem Revier: Einem Büro gleich hinter der Notaufnahme im Sifa-Krankenhaus. Die Herren Terroristen waren zu dritt, trugen Zivilkleidung, waren diskret, aber effektiv, bewaffnet und geboten Radjaa zur Begrüßung, doch erst mal alle seine Taschen auszuleeren – Schlüssel, Kamera, Geld, Reisepass, das alles nahmen sie ihm ab.

Vorgeschichte: Radjaas Eltern leben in Gaza. Pech, aber er besucht sie trotzdem mehrmals im Jahr, jeweils für ein paar Monate. Auf dieser Reise versuchte Radjaa seit dem 18. Juli wiederholt, über Rafah auszureisen. Nur ist dort geschlossen, und zwar nicht wegen Operation Sicherheitsabstand, sondern wegen ist nicht (nein, liebe Palästinasolidarität, ich muss euch enttäuschen: Rafah grenzt nicht an Israel und die Zeit-Redaktion guckt jetzt mal bei Google-Maps, was alles so an den Gaza-Streifen grenzt).

Nun sitzt der arme Radjaa, der wirklich nichts zu seinem Schicksal kann und sich wahrscheinlich nicht wirklich von der Hamas embedden lassen wollte, in Gaza-City fest und ihm wird vorgeworfen, ein israelischer Spion zu sein. Ja, die sind wirklich so blöd. Und das alles nur, weil Radjaa für eine Zeitung in Frankreich und einen Radiosender in Algerien arbeitet und offenbar den Eindruck erweckt, als würde er sich bei den Dingen, die um ihn herum geschehen, etwas denken – im bemerkenswerten Gegensatz zu den meisten seiner Kolleginnen und Kollegen aus dem übrigen Westen.

Obwohl er Gaza familienbedingt auch von innen kennt, war Radjaa überrascht von dem, was ihm im Hamas-Büro im Sifa-„Krankenhaus“ geschah. Und wohl auch davon, wie es ihm geschah: „Wir sind das Exekutivkommittee der Al-Qassam-Brigaden.“ (Nicht zu verwechseln mit Exekutionskommittee, liebe Leserinnen und Leser) polterten die drei schweren Jungs und beschuldigten Radjaa, mit Abbu Matzen im Bunde zu stehen. Sie meinten abschließend: „Du bleibst jetzt zuhause und gibst uns deine Papiere.“ Das nennt man ein Angebot, dass sich nur zweimal ablehnen lässt: ein erstes und ein letztes Mal. Ohne Pass, aber mehr oder weniger am Leben, trabte Radjaa nachhause.

Aber auch Radjaas Kollegen müsste inzwischen dämmern, bei wem sie da angeheuert haben: Israelmatzav berichtet von dem, was die bei der Hamas eingebetteten Damen und Herren sich so in den Drehpausen per Twitter erzählen. Highlights: „Sie schießen die Raketen keine zweihundert Meter von unserem Hotel ab – das ist ja praktisch nebenan!“ empörte sich Peter Stefanovic aus Australien, Channel Nine News. Ja, lieber Peter: Ein Glück, dass die Piloten der IAF so gut zielen; besser als die Hamas auf jeden Fall. Apropos: 15% der Hamas-Raketen kommen in Gaza runter, oft nach nicht mal hundert Metern. Wird es nicht vielleicht Zeit für ein anderes Hotel?

Aber selbst mit seiner konstruktiven Kritik am Freiheitskampf des palästinensischen Volkes (kicher) machte sich Peter Stefanovic eher unbeliebt: Flugs wurde er ebenso anonym wie ultimativ per Twitter aufgefordert, er solle damit aufhören „Informationen zu erfinden und an Israel weiterzuleiten“. Äh – wenn das Erfindungen wären, könnte man die IDF dann nicht vielleicht damit verwirren…? Mit Logik braucht man es bei den Blitzbirnen in Hamastan offenbar gar nicht erst versuchen.

John Reed von der Financial Times sah, wie zwei Raketen „aus der Nähe des Shifa-Krankenhauses abgefeuert wurden“. Dass das Shifa „Krankenhaus“ nicht nur eine Hamas-Zentrale, sondern auch einen Raketenwerfer beherbergt, ist lange bekannt. Man kann dort auch viele hochrangige Hamas-Kader ein- und ausgehen sehen, und es ist bestimmt nicht so, dass die alle gerade zu ihrem Arzttermin möchten – im Keller! Allerdings möchten westliche Medien nicht gerne davon berichten.

Denn auch John Reed wurde umgehend von der Pressestelle der Hamas gemicromanaged: eine „Saritah_91“ twitterte ihm, er würde für jeden Schaden haftbar gemacht, der wegen seiner Beobachtungen entstehe, während ein gewisser „Faysal_FreeGaza“ ihn ultimativ aufforderte, Gaza zu verlassen; was hatte er überhaupt hier zu suchen, dieser „Informant“ (vornehm für Spion). Man kann Mr. Reed natürlich mal fragen, warum er sich überhaupt dachte, dass er in Hamstan was verloren hätte, aber vielleicht weiß er das selbst nicht so genau.

Also, liebe Damen und Herren von der Presse: Wenn Sie sich gerne als Ziel einer Hexenjagd inszenieren möchten, dann heuern sie unbedingt bei der Hamas an. Lassen Sie sich einbetten. Erleben Sie das Abenteuer in Gaza – aber bitte berichten Sie nicht davon! Zumindest nicht die Wahrheit, sondern nur dass, was die Hamas Sie berichten lässt. Und machen Sie vorher Ihr Testament.

Oder aber Sie machen es so, wie der deutsche Staatsfunkt, der seine Schreibtischtäter in Tel Aviv belässt, wo sie sich ungestört durch die Wirklichkeit ihren „politischen“ Phantasien hingeben und sich zwischendurch gebührenfinanziert die Eier schaukeln können.

haolam

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Eine Antwort zu Hamastan Reporter fassungslos: Das sind gar nicht die Guten?!

  1. E.C. schreibt:

    Schade, dass man nicht einmal bei „Bild“ und Broders „Welt“ so dämlich ist, diesem Gelumpe vom Schlage Liskow jeden Tag eine volle Seite für ihren Hohn, Zynismus und Hass einzuräumen: Als erstes würde ungläubiges Fremdschämen eintreten, dann Zweifel, dann Wut- aber wahrscheinlich ist man bei Springer so klug, dass man genau das vermeiden möchte- zum Wohle des verhätschelten Stinkstiefelstaates im hintersten Winkel des Mittelmeers.

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