Sarcelles (Frankreich): Antisemiten-Mob fackelt „Klein Jerusalem“ ab

von Gerrit Liskow

Nach den Ausschreitungen am vergangenen Samstag rings um den Metro-Bahnhof Barbès-Rochechouart in der französischen Hauptstadt (30 Festnahmen, 18 verletzte Polizisten) plünderte ein enthemmter pro-palästinensischer Mob in der Nacht vom Sonntag zum Montag in der Kleinstadt Sarcelles am Nordrand des Pariser Stadtgebietes jüdische Geschäfte und fackelte sie anschließend ab, darunter ein koscherer Supermarkt und ein Bestattungsinstitut; außerdem kam es zu einem Brandanschlag auf eine Synagoge.

Sarcelles ist eine schnell gewachsene Plattenbausiedlung am Nordrand der Seine-Metropole, die in den 60ern nicht nur viele Franzosen maghrebinischer Abstammung anzog, sondern auch viele französische Juden. Wegen seiner großen sefardischen Gemeinde hat Sarcelles den Spitznamen „Klein Jerusalem“. Es ist von daher nicht weiter verwunderlich, dass die „Palästinasolidarität“ ausgerechnet hier am Sonntagabend ihre „AktivistInnen“ auf die Straße schickte.

Die Pro-Hamas-Demo wurde schnell gewalttätig. Maskierte Aktivisten zündeten Autos und Mülltonnen an, unterbrachen den Straßenbahnverkehr und verwüsteten den S-Bahnhof. Es kam zu einer vierstündigen Straßenschlacht zwischen den Pro-Palästinensern und der Polizei.

Der französische Premierminister Manuel Valls (Sozialistische Partei) sprach am Montag von einer „neue Form von Antisemitismus“, die von der Linken und solchen Komikern wie Dieudonné M’Bala M’Bala angeheizt werde; für die Veranstaltung am Barbès am Samstag war die Nouvelle Partie Anticapitaliste mitverantwortlich.

Der französische Innenminister, Bernard Cazeneve, sagte zu den Ereignissen des zurückliegenden Wochenendes: „Wenn man Synagogen bedroht und Geschäfte zerstört, weil deren Inhaber jüdisch sind, begeht man eine antisemitische Tat. Solche Gewalt ist durch nichts zu legitimieren.“

Francois Pupponi, Bürgermeister von Sarcelles, ebenfalls von der Sozialistischen Partei, betonte: „Wir haben noch nie einen derartigen Ausbruch von Hass und Gewalt hier erlebt. Die Einwohner wundern sich und die Juden haben Angst.“

Roger Cuikerman, von Rat der Israeliten in Frankreich (Crif), betonte: „Sie rufen auf den Straßen von Paris nicht `Tod den Israelis´ sondern sie rufen `Tod den Juden´“. Monsieur Cuikerman beklagt ferner die zunehmende Beunruhigung in der französischen jüdischen Gemeinde und findet die gewaltsamen Attacken auf den jüdischen Alltag „zutiefst verstörend.“

Oppositionspolitiker machen weiterhin Demo-Verbote für die Ausschreitungen verantwortlich. Für Mittwoch und Samstag sind in Paris und ganz Frankreich weitere „israelkritische“ Ausschreitungen geplant.

In Berlin kamen zwei israelische Touristen am Wochenende während einer nicht angemeldeten Pro-Gaza-Demo nur knapp mit dem Leben davon. Die „AktivistInnen“ einer von „Die Linke. SDS (Sozialistisch-Demokratischer Studierendenverband)“ mitveranstalteten Demo hatten das Ehepaar am Straßenrand gesehen, den Mann anhand seiner Kippa als Juden identifiziert und wurden daraufhin sofort handgreiflich. Seine Gattin betonte anschließend, dass sie beide ohne das Eingreifen der Polizei vermutlich nicht mehr am Leben wären.

Währenddessen diskutiert die „Links“-Partei, wie alle paar Jahre und vermutlich mit bereits feststehendem Ergebnis, ob es antisemitisch ist, zur Vernichtung Israels aufzurufen; vermutlich wie immer mit dem Ziel, dass sich an linker „Politik“ nichts Wesentliches ändert.

PS: Das „Linke“-MdB Inge Höger befindet sich übrigens nicht im Frauenkeller von Abu „Jussuf“ Fritzl, sondern wurde zuletzt auf jener Essener Pro-Hamas-Demo gesichtet, die sich durch einen bunten Reigen antisemitischer Sprechchöre auszeichnete. Es ist nicht bekannt, ob Frau Höger auch geredet hat.

haolam

 

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