Es war einmal …Amerika

von Gerrit Liskow

In der bislang ironischsten Volte der Wiederverzauberung der Welt hat Herr Rouhani, iranischer Präsident, seinem Kollegen in Washington iranische Unterstützung beim „Kampf gegen den Terrorismus“ angeboten; selbstverständlich nur, sofern es sich dabei um die Niederschlagung des in Gründung befindlichen Islamischen Staates von Irak und der Levante (ISIS) handelt.

Das ist im ziemlich dicken Strahl gepinkelt für ein Regime, das selbst als wesentlicher Sponsor des Terrorismus auffällig wurde und wird und in seinem Inland, wenn es sein muss (und es muss anscheinend dauernd sein) nur zu gerne das Instrumentarium des Staatsterrorismus in Stellung bringt um sich die eigene Bevölkerung gefügig zu machen und sie gewaltsam kurz zu halten.

Im Ausland hingegen wird beispielsweise die Hizballah weiterhin von Teheran finanziert und an der Urheberschaft für den Anschlag auf die AMIA in Buenos Aires hat sich allen leutseligen Beteuerungen der Mullahs zum Trotz auch noch nichts geändert – und nun also das: das Teheraner Regime als großer Friedensfürst? Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Garniert wurde der Vorschlag aus Teheran mit dem Hinweis auf die ab dem 20. Juli fällige neue Runde der Fünf-plus-ein-Germany-Gespräche über das iranische Atomprogramm. Man kann es auch Erpressung nennen, aber für alle praktischen Zwecke genügt es zu verstehen, was die Mullahs ganz genau wissen: Eine Atombombe, die man baut, ist längst nicht so nützlich, wie eine Atombombe, die man „nicht“ baut – vor allem in Verhandlungen mit dem sogenannten Westen.

Ausgerechnet in dem Moment, in dem die in Germany veröffentlichte Einheitsmeinung sich allmählich zu der Einsicht durchringen kann, dass vielleicht nicht alles am sogenannten „Arabischen Frühling“ eitel Sonnenschein war, werden Soraya-Presse und Staatsfunk nun also mit dem arabischen Sommer konfrontiert – ob wieder eine Dauerwerbesendung für Tugendterror und islamistische Diktatur dabei rauskommt? Oder hat man in den autochthonen Redaktionsstuben inzwischen kapiert, welche nicht nur historische, sondern zudem ideologische Kontinuität zwischen islamistischer Revolte und „Deutscher Revolution“ besteht?

Nun raunt manch germanisches Gemüt in Kommentarspalten und Leitartikeln angesichts des ISIS von nichts geringerem als „nationaler Befreiung“; in der Schrumpfform desselben antiamerikanischen Sentiments zumindest aber davon, dass „uns der Affe Bush das eingebrockt“ hätte. Die Tatsache, dass „der Affe Bush“ seit 2008 nicht mehr Präsident ist und vielmehr dessen Amtsnachfolger, Mr Obama, die opfervolle Demokratisierung des Irak im Alleingang abgetrieben hat, stört diese Ansicht und wird bekämpft.

Selbst der Umstand, dass der „Friedens“-Nobelpreisträger nun zum Schutz der nepotistischen al-Maliki-Regierung den Knüppel aus dem Sack holen muss (ironischerweise in Gestalt des Flugzeugträgers George H.W., benannt nach dem „Vater des Affen“) ficht eine uffjeklärte Einheitsmeinung nicht an, die in Form jenes deutschen Spaßmobs zu sich kam, der Barry bei seinem Staatsbesuch im Berliner Tiergarten 2007 ins Amt jubeln wollte, weil er ihnen eine „andere“ Politik versprach. Zu ihrem Glück merken die Betroffenen es nicht, wenn Fakten ihrer Theorie in die Quere kommen; das Blöde ist nur, dass sie unbeteiligte Dritte mit Leib und Leben dafür bezahlen lassen.

Besonders armselig in diesem Zusammenhang: Die interne und externe „Linke“, Speerspitze eines nationalen Sozialismus, der sich ebenso intensiv wie instinktiv mit den Mitteln und Zwecken des ISIS identifiziert. Seit die Rhetorik vom „internationalen Zionismus“ und den „Plutokratien des Westens“ in manchen Weltgegenden zumindest ein Geschmäckle bekommen hat, das die Symptomträger in Erklärungsnot bringt, müssen die ISIS-Brüder im Geiste (keine Schwestern weit und breit) als Projektionsfläche für das Ich-Ideal eines „anders“ uffjeklärten Volkssturms herhalten – zumindest, wenn es darum geht, das Unaussprechliche über die eigene Identität mitzuteilen.

Wer erstens gegen Amerika und zweitens gegen Zivilisation im Allgemeinen ist, bietet diesem Milieu fast schon alles, was es für seinen ideologischen Stoffwechsel braucht. Man nehme: ein Teil Antiimperialismus auf je zwei Teile Antikapitalismus, eine Flasche „antifaschistische und antirassistische“ Selbstermächtigung sowie nach Geschmack eine Prise Antisemitismus, pardon: Antizionismus und dann verquirlen mit der jeweils modischen Verschwörungstheorie. Das rundet jenen „politischen“ Cocktail ab, der in der „Linken“ als Aufbaudiät für „kritisches“ Bewusstseins feilgeboten wird (und dem Fernsehprogramm von Press TV aufs Haar gleicht); dreimal täglich vor den Mahlzeiten und zwar solange, bis alle auf dieselbe Art „anders“ sind.

Zu Illustrationszwecken genügt ein Blick auf die „Inhalte“ jener Friedensdemos, die eine „links-bunte“ Schar rings um Ken FM (Ex-Rot-Braun-Brandenburg) und Jürgen Elsässer allmontäglich auf dem Pariser Platz zelebriert; letztens war auch Dieter Dehm von der Links-Partei dabei. Es steht zu vermuten, dass so gut wie alle jüngeren Teilnehmer eine flauschige Karriere beim Staatsfunk erwartet, wenn sie sich dereinst „gemäßigt“ haben. Immerhin ist so mancher islamistische Kurzfilm aus Mosul („Zack-Zack-Rübe-ab“) auf Youtube beliebter als ein Lady-Gaga- oder Justin-Bieber-Video und wir wollen doch auch an die Quote denken, vor allem bei den „Studierenden“, nicht wahr.

Jedoch: Wenn sich drei Tage nach der Machtübernahme in Mosul die ersten Flüchtlinge bereits wieder auf den Weg in die Heimat befinden, weil sie meinen, dass es ihnen unter den Jungs von der ISIS besser ergeht, als unter Herrn al-Maliki aus Bagdad, und sich aus der islamistisch „befreiten“ Sunni-Stadt die Stimmen mehren, dass es dort endlich so schön „friedlich“ geworden sei, dann stellt sich nebenbei auch die Frage, was aus jenem freien Selbstbestimmungsrecht der Völker werden soll, von dem die UN-Charta so vollmundig dröhnt.

Wenn nun die Mullahs aus Teheran Herrn Obama ein Angebot machen, dass er nicht ablehnen kann, dann ist das nicht zuletzt die Quittung für sechs Jahre Obama-„Politik“. Das ist die notwendige Folge, wenn einem seine Freunde egal sind und man sich bei seinen Feinden beliebt machen will. Die US-Außenpolitik hat sich in eine Situation manövriert, in der sie sich nicht nur auf die eine oder die andere, sondern gleich auf drei Arten unmöglich macht: Entweder, sie steigt mit Teheran ins Bett oder sie lässt den ISIS gewähren oder sie reitet weiter auf dem toten Gaul namens Nuri al-Maliki – drei super Alternativen „anderer“ Politik.

Es ist davon auszugehen, dass die Selbstverhinderung der USA noch mindestens zwei Jahre andauert; Mr Kerry fehlen womöglich tatsächlich die intellektuellen Kapazitäten um darin ein Problem zu sehen. Die Annahme, dass das Amerika von Herrn Obama und Frau Clinton für seine Freunde viel gefährlicher geworden ist, als für seine Feinde, lohnt sich indes nicht nur, wenn man ein kleiner jüdischer Staat ist, der wild und gefährlich leben will, sondern ganz allgemein.

Nach sechs Jahren Obama kann Amerika zusehen, wie Kräfte aus Saudi-Arabien und Qatar (mit freundlicher Finanzierung von VW?) einen islamistischen Gottesstaat errichten, in dem sich der ISIS etabliert und Groß-Syrien erobert, oder für die Mullahs aus Teheran praktische Handlangerdienste bei der Stabilisierung ihrer Bagdader Sattrappen verrichten (eine Perspektive, gegen die Washington offenbar nichts Grundsätzliches einzuwenden hat). Oder weitermachen, wie zuvor, und so tun, als ob nichts wäre, während der Irak nach syrischem Muster im Bürgerkrieg untergeht.

Da hast du dir aber wirklich eine tolle Zwickmühle zurecht gemacht, liebe uffjeklärte Weltanschauung! Fragt sich, wie Amerika da wieder rauskommen will. Herr Obama hat an diesem langen amerikanischen Vatertags-Wochenende zunächst mal die Flucht nach vorne angetreten und sich auf den dritten Weg gemacht: Der führte ihn auf jenen Golfplatz in Kalifornien, auf dem er sich schon 173-mal von seinem Amt erholt hat. Ich finde das gut, da richtet er wenigstens kaum Schaden an.

haolam

Dieser Beitrag wurde unter Antisemitismus Antizionismus, Öko Bio, Deutschland Nazis, Dhimmi Medien Schweinepresse, Ehrenmorde Islam Muslime, Iran Islamismus Terrorismus Islamo-Faschismus, Israel, Obama USA abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Es war einmal …Amerika

  1. E.C. schreibt:

    Na, sauber, der antideutsche Kumpel anderer antideutscher Schreiberlinge vom Stamme Goldstein, Broder und Schikora kotzt sich aus. Schade nur, dass deren gesammelte Hassergüsse nicht vom Großmeister der Polemik in der von ihm okkupierten „Welt“ verbreitet werden. DFas könnte am Ende doch nach hinten losgehen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s