Du bist Deutschland

In dieser Woche veröffentlichte die Anti Defamation League (ADL) die Ergebnisse ihrer länderübergreifenden Antisemitismus-Studie Global 100 vorgelegt. Erstmals liegt damit eine Datensammlung vor, die den direkten Vergleich zwischen 101 Staaten sowie den von “palästinensischen” Terror-Gangs beanspruchten Gebieten ermöglicht.

Dabei machten es sich die Forscher durchaus nicht leicht. Als antisemitisch gilt ihnen nur, wer mindestens sechs von elf antisemitischen Thesen zustimmte. “[H]arboring merely a few anti-Semitic beliefs”, analysiert daher Neil J. Kressel sehr richtig, “didn’t make you an anti-Semite. So the real number of these bigots might actually be higher.”

Erstaunlich fiel die Reaktion deutschsprachiger Medien auf die Studie aus: es gab – keine. Ist es nicht schockierend, wenn mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung antisemitische Ansichten pflegt? Ist es nicht schockierend, daß in Deutschland – wenn auch nur knapp – überdurchschnittlich viele Antisemiten “gemessen” werden konnten?

Mehr als 19 Millionen Deutsche stimmen demnach wenigstens sechs von elf antisemitischen Behauptungen zu. 55% – mehr als 38 Millionen Deutsche – sind dabei schon davon überzeugt, ihre jüdischen Mitbürger verhielten sich Israel gegenüber loyaler als Deutschland. Und noch immer mehr als einer von zwei Deutschen findet, Juden erinnerten zu oft an den Holocaust.

Ist die weite Verbreitung allein dieser beiden Ansichten kein Grund, besorgte Kommentare zu verfassen, wo doch schon die Aussicht auf ein oder zwei rechte deutsche Vertreter im Europäischen Parlament Anlaß ist, vor einer Stimmenthaltung zur “Europa-Wahl” zu warnen? Zum “Kreuzchen setzen gegen rechts” ruft etwa die Süddeutsche:

“Es ist also gerade bei dieser Wahl notwendig, durch eine möglichst hohe Wahlbeteiligung sicherzustellen, dass die rechtspopulistischen Parteien im Europäischen Parlament nicht so stark werden, dass sie eine demokratische, inklusive Politik in der Tradition des europäischen Wertekonsenses gefährden könnten.”

Die Hoffnung, daß eine hohe Wahlbeteiligung Erfolge “rechtspopulistischer” Parteien schon verhindern werde, ist bezeichnend. Sie mag sogar berechtigt sein. Doch wenn die Hälfte aller Deutschen Juden für schlechtere Staatsbürger hält, lenkt dann die nachgerade panische Befassung mit “Rechtspopulisten” nicht ab vom eigentlichen Problem?

Es sind Mitglieder oder Sympathisanten von CDU, CSU, FDP, SPD, Bündnis 90/Die Grünen oder der “Linkspartei”, deren Zustimmung zur Behauptung, Juden dächten zu oft an die Shoah, Sorgen bereiten müßte, weniger die paar Wirrköpfe, mit denen ohnehin niemand etwas zu tun haben will. Der Antisemitismus der Mehrheit ist das Problem.

Die deutsche Journaille ist, scheint’s, ihr Komplize.

tw24

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2 Antworten zu Du bist Deutschland

  1. E.C. schreibt:

    Also, alle Personen, die vor Rechtspopulismus warnen, sind Antisemiten? Dann bin ich gerne einer. Alle Personen, die sehen wollen, wie gnadenlos Juden verfolgt werden, in Deutschland, nämlich als „jüdische Selbsthasser“, von solchen Hetzern wie Broder und Friedmann, weil sie keine hirnlosen Gefolgsleute der Netanjahu-Regierung sind, sind demnach auch Antisemiten? Dann zählt mich bitte auch dazu.

  2. E.C. schreibt:

    Folgender Vorschlag: Alle Deutschen, die mit solchen Vorurteilen daherkommen, werden unmittelbar danach gefragt, auf den sich ihre Aussagen direkt beziehen, an wen sie denken. Es sollte mich nicht wundern, wenn die Antworten nur dünnes Gestammel sind, vergleichbar mit denen derjenigen, die so schön lauthals über Muslime herziehen und außer einem „Das weiß man doch, dass die das sind.“ oder „Das hört man doch überall, die meisten Verbrecher sind doch Alis und Mustafas“ nur nachplappern, was sie bei Sarrazin oder Broder gelesen haben.
    Und dann kommen evtl. ein paar Namen. Wen kennt man denn? Das sind Broder, Friedmann, evtl. Stawski und Sucharewicz, Giordano noch, Knobloch und Graumann, und damit hat es sich auch schon. In der Tat, wer das aggressive und oft genug hassüberschäumende Gerede dieses kleinen Grüppchens für die Ansicht aller 250000 Juden in Deutschland hält, der hat üble Vorurteile.
    Anders herum, wer von den 250000 Juden in Deutschland es wagen sollte, nicht der Ansicht eines Broder oder Stawski zu sein und gar die israelische Regierung kritisiert, wird übel diffamiert. Es sind eben diese Hardliner, die nichts anderes von Diaspora-Juden verlangen, als sich treuer zur israelischen Regierung zu stellen, als man es von israelischen Staatsbürgern jemals verlangen könnte. Der Gipfel der Unverschämthiet besteht dann allerdings darin, eben genau jenes Wunschverhalten- die Loyalität zu Israel- umgekehrt als Vorurteil jener zu brandmarken,, die eben genau diese Forderung kennen.

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