Wie die Nazis den Anti-Rassismus erfanden (I): Leni Riefenstahl — UPDATE: Dieser Beitrag wurde von Facebook gelöscht !

UPDATEriefenstahl9Infield sieht in der Riefenstahl-Renaissance ein Symptom für das wachsende „morbide Interesse am Faschismus“ in den westlichen Ländern und sogar für einen „wiederkehrenden Antisemitismus“. Allerdings treffe auch amerikanische Feministinnen ein Teil der Schuld, weil sie auf ihrer angestrengten Suche nach bedeutenden Frauen nicht darauf verzichten mochten, die Riefenstahl als wichtigsten weiblichen Regisseur der bisherigen Filmgeschichte in ihr Pantheon aufzunehmen — ohne Rücksicht darauf, daß das OEuvre ihrer Heldin dem totalen Gegenteil dessen huldigt, wofür der Feminismus einzustehen meint.

Inmitten solcher Verwirrung wird Leni Riefenstahl vergleichsweise zum ruhenden Pol. Denn ihr neues Nuba-Buch zeigt noch deutlicher als das erste, wie sehr sie sich im Wandel der Zeiten und Schauplätze treu geblieben ist, sich und dem „in mir tief verwurzelten Trieb, dem Ungewöhnlichen und dem Schönen nachzujagen“.

Nach der Wiedereinführung der Zivilisation in Deutschland 1945 fand dieser Trieb in der Heimat nichts mehr, was ihn noch hätte erregen können. Doch dann nahm die Riefenstahl in einer schlaflosen Nacht „Die grünen Hügel Afrikas“ von Ernest Hemingway zur Hand — und war ergriffen von der „Vision“ eines Erdteils, „wo man freier atmen und glücklicher sein konnte“.

Den Ausschlag aber gab ein Photo von zwei riesenhaften Nuba-Negern, einer auf den Schultern des anderen, neben denen Muhammad Ali wie ein Milchbubi wirkt. Der Anblick „faszinierte“ Leni Riefenstahl so sehr, daß sie in den Sudan reiste, um in der endlosen Savanne und zwischen entlegenen Bergen nach „meinen Nuba“ zu suchen.

Dann war es soweit: „Tausend oder zweitausend Menschen wogten im Licht der untergehenden Sonne auf einem freien, von vielen Bäumen umgebenen Platz … Hunderte von Speerspitzen tanzten gegen den glutroten Sonnenball … Aber nicht nur das Optische erzeugte diese erregende Spannung, sondern auch das Akustische. Ein pausenloses Trommeln, darüber das helle Trillern von Frauenstimmen und die Schreie der Menge …“

Fast wie damals in Nürnberg, als die schwarzen Kolonnen in der Abendsonne (und mit phantastischen Gegenlicht-Effekten) an ihrem Führer und an Riefenstahls hingerissenem Kamera-Auge vorbeidonnerten. Fast wie unter Speers Flakscheinwerfer-„Lichterdom“ über dem Olympia-Stadion mit Glockenklang und Jubelchören.

Wie ein spätes Dornröschen, das vom Gift der Enttäuschung und Verbitterung betäubt war, erwachte Leni Riefenstahl zum zweiten Mal. Und all die wiederbelebte Begeisterungsfähigkeit, ja — Süchtigkeit, mit der sie die Kulte der Nazis und die Körper der Olympioniken gefeiert hatte, wandte sie nun den Kulten und Körpern der Nuba zu, einer, wie sie schreibt, „fast irrealen Welt, die mich mit Sehnsüchten und Träumen erfüllte“.

Tatsächlich ist das, was sie und so viele deutsche Volksgenossen im Dritten Reich bewegte, erst ganz zu begreifendurch die Sehnsüchte, mit denen sie in der Dritten Welt umgeht. Da ist zuvorderst der Abscheu vor der Zivilisation — die ihr erst die Düsenflugzeuge, die Unimog, die motorisierten Leicas und die ästhetische Genüßlichkeit liefert, mit denen sie sich in den geliebten Urzustand zurückbegibt.

Solche Ursprünglichkeit mit ihrer „natürlichen“ Stammesgemeinschaft und ihrem „naturverbundenen“ Leben ist für Leni Riefenstahl absolut gut — auch wenn „leider“ die Hälfte aller Nuba-Babys vor dem dritten Lebensjahr stirbt. Dafür werden die Überlebenden dann um so strammer und schöner. Und da nun einmal „Leni buna Nuba“ („Leni hat die Nuba gern“), kann kein Brauch dieses „Urvolks“ so grausam, kein Aberglaube so aberwitzig sein, daß die Riefenstahl ihn nicht doch noch (und gerade deshalb) schick findet.

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Eine Antwort zu Wie die Nazis den Anti-Rassismus erfanden (I): Leni Riefenstahl — UPDATE: Dieser Beitrag wurde von Facebook gelöscht !

  1. Na. toll, jetgzt sind alle Nazis: Nazis sind Nazis, Kommunisten sind Nazis, Liberale sind Nazis, Entwicklungshelfer sind Nazis, Mandela war natürlich aus Nazi, u.s.w.
    Diese Paranoia oder Posse ist nicht zum Aushalten!

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