LLL – Latschen, Labern und Langweilen. Der Luxemburg Liebknecht und Lenin Event Tag in Berlin 2014

Was dem Schunkeldeutschen sein Karneval, dem Dummdeutschen sein Rudolf ­Heß Marsch war, ist dem stramm organisierten Link(sdeutschen)en der Luxemburg, Liebknecht und Lenin Gedenktag (mitunter auch schon mal ohne Lenin, je nach Parteiausweis). Dort, in Berlin kommt man einmal im Jahr zusammen, ohne sich gleich an die schmutzige Wäsche zu gehen, es sei denn, ein paar Geschichtsvergessene stoßen sich an dem Kranz für die Opfer der Mauermörder. Auch diesmal fanden sich dank der organisierten Reisebusse gut 8000 (Angabe der Polizei) bzw. 10.000 (Die Linke) Folkloristen ein und bescherten dem Berliner Floristikgewerbe zumindest für dieses Wochenende einen Rekordumsatz. Wer keine Blume dabei hatte, der konnte zumindest mit einem der zahlreichen bunten Fähnchen, Transparenten oder schwarz/weißen Vorstellungen Eindruck schinden. Beliebt ist dieser Auflauf von im Museum der Geschichte vergessenen Gestalten auch bei der Presse, kann sie schließlich einmal die Seiten damit füllen, dass nicht nur der Flughafen immer noch nicht fertig ist, die zahlreichen angereisten Linkstouristen aber schon seit undenkbaren Ewigkeiten. Wer als „Linker“ einfach mal für ein paar Euro und Gesellschaft (schaut man sich die Teilnehmer an, so ahnt man das beides Mangel in deren Leben ist) nach Berlin reisen will, um dann für sein Anliegen (Vernichtung Israel, Geldinstitute verbieten, Baskenland/Palästina oder langweilige Bücher von Stefan Engel (MLPD) verhökern zum Soli Preis) zu werben, der ist beim LLL – Marsch rotrichtig. Hier kann man neben all der Trauer und Wut auch noch Dritte dazu nötigen, seine abstrusen Vorstellungen von „großer Weltpolitik“ anhören zu müssen, wenn man nicht gerade der armen Oma für nur 5 Euro die aktuelle Ausgabe der Roten Fahne, jungen Welt (ohne Pirker) oder 5te Internationale aufschwatzt. Ein Eldorado für alle Solidarischen, die dank des Todestages von Rosa, Karl und Lenin so der Isolation und der Entfremdung, den Charaktermasken und mitunter Fleischfressern, wissen, gar erfahren dürfen, weshalb sie überhaupt existieren.

Am Ende des Tages, wenn man die gefühlte Strecke bis nach Stalingrad hinter sich gelatscht hat, klopft man sich auf die Schulter, macht ein mentales Kreuz im Hohlraum des Kopfes und vergewissert sich untereinander, wie schön es doch wieder war. Dieser Zusammenhalt, diese Kameradschaft und Verschworenheit, das Gemeinsame, die Lieder und der Alkohol, wenn der Kreisvorsitzende, der Jugendbeauftragte oder Gruppenführer gerade mal nicht hinschaut. Wo findet man das heute noch, wo doch alle daheim bei Facebook hocken, statt den Kampf aufzunehmen bis zum Sieg, zur Revolution oder den Umsturz durch die Massen (von der die MLPD immer spricht, wenn sie wieder einmal 5000 Stimmen bei irgendeiner Wahl eingefahren hat). Wenn man 364 Tage im Jahr gemieden, verhöhnt und verlacht wird, weil man ständig seltsames Zeug von Sozialismus, Kommunismus (was man glaubt dafür zu halten) und Stalinismus faselt, ist es nachvollziehbar, wenn man zumindest einmal im Jahr unter Gleichgesinnten sein will, die einen verstehen und so akzeptieren, wie man ist und bis zur ersten richtigen Freundin, dem ersten Job und der ersten eigenen Wohnung auch immer wohl sein wird. In diesem Sinne: Heimwärts und nichts vergessen… (im Bus)!

Wenn hier von Linken gesprochen wird, dann in dem Sinne, wie diese „Linken“ sich verstehen. Es folgen ein paar Bilder die nicht dazu geeignet sind, von Personen unter achtzehn Jahren, gesehen zu werden!

Bilder gucken bei ProZionNRW…

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