Üble Nachrede II: Angewandter Antisemitismus

Nachdem die Kölner Deutschlandfunker sich bereits vor einigen Tagen darauf festgelegt hatten, der damals noch lebende Ariel Sharon habe während seiner Amtszeit als Ministerpräsident Israels “keine einzige diplomatische Initiative zur Beilegung des Nahost-Konflikts” unternommen,  bewerfen sie den zwischenzeitlich Verstorbenen weiter mit Dreck:

“Ich glaube, ich halte mich hier an seinen Berater Dov Weissglass, der selbst gesagt hat, der Abzug aus dem Gaza-Streifen 2005 hatte das Ziel, daß der Friedensprozeß endgültig auf Eis gelegt wird. Es wird ja viel darüber jetzt auch spekuliert, was wollte Sharon damit eigentlich erreichen? Sie hatten ja auch gerade den Ton vom Tempelberg eingespielt, wo es darin heißt, ja, wir müssen miteinander in Frieden leben. Hat er sich wirklich verändert? Da gibt es doch große Zweifel daran. War er nicht weiter der Soldat, der gesagt hat, ‘in einer gewissen Situation ist ein Rückzug nämlich auch ein Sieg’; wir geben Gaza auf, die internationale Gemeinschaft wird uns dazu beglückwünschen, es wird nicht wirklich funktionieren auf palästinensischer Seite, und niemand wird noch von uns verlangen, daß wir das Westjordanland aufgeben? Das ist im Grunde das, was auch eingetreten ist.”

Der Antisemit zeichnet sich dadurch aus, daß ihm gleichgültig ist, was Juden konkret tun. Es ist in seiner Sicht immer falsch. Und so war denn nach Meinung Torsten Teichmanns die israelische “Besatzung” Gazas so falsch wie dessen Räumung, mit der Ariel Sharon nämlich “Palästinenser” und “internationale Gemeinschaft” hereinlegen wollte.

Daß “Palästinenser” einen eigenen Willen haben könnten, daß sie sich eben selbst für oder gegen Terror, für den Bau von Wohnungen, Schulen oder für den von Terrortunneln entscheiden können, spielt in solchen Betrachtungen – natürlich – keine Rolle. Wenn “Palästinenser” zu Terroristen werden, hat der Jude ihnen eine Falle gestellt.

Und bekennt der Jude sich öffentlich zu friedlichem Zusammenleben, zu einer Zwei-Staaten-Lösung, dann hat der öffentlich-rechtliche Journaillist “doch große Zweifel”, aber nicht den geringsten Beleg für seine Aussage. Beantworten “Palästinenser” das Friedensangebot mit einem lange geplanten Terrorkrieg, hat den der Jude zu verantworten.

Hat die “internationale Gemeinschaft” im übrigen tatsächlich die Forderung nach einem judenreinen Judäa und Samaria aufgegeben?

tw24

Dieser Beitrag wurde unter Antisemitismus Antizionismus, Bomber Harris do it again, Deutschland Nazis, Dhimmi Medien Schweinepresse, Ehrenmorde Islam Muslime, Iran Islamismus Terrorismus Islamo-Faschismus, Israel abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Üble Nachrede II: Angewandter Antisemitismus

  1. E.C. schreibt:

    Wenn man mich vom Gegenteil meiner bisherigen Meinung überzeugt, so erachte ich es nur als anständig, es auch kundzutun. In seinem Nachruf auf Scharon hat der ehemalige israelische Botschafter Stein nämlich ein paar Äußerungen getätigt, die ich ihm nie zugetraut hätte und die meine Ansicht über ihn völlig erschüttert haben.
    So spricht er vom schweren Erbe, das Scharon Israel mit seiner Siedlungspolitik hinterlassen habe, von schwerwiegenden Fehlentscheidungen sogar.
    Ist Stein jetzt in die Reihe der „jüdischen Selbthasser“ einzuordnen oder in die der „Gewährsjuden für Antisemiten“, von denen Broder so gerne faselt? Heißt das Distanz zu „Diplomaten“, die sich in Museen als Vandalen aufführen, ist jetzt möglich?
    In den Nachrufen ist auch zu lesen, was Scharon von den Friedensschlüssen mit Ägypten und Jordanien hielt- nämlich nichts. Zwar unterstellte er den Arabern per se, sie seien noch nicht reif dafür, Israel anzuerkennen, und diese Verträge seien nicht zwischen Völkern sondern nur zwischen Regierungen geschlossen worden ( eine interessante Spitzfindigkeit; heißt das, ich als Deutsche könne jetzt meine Flagge irgendwo in Pommern oder im Elsaß in den Boden rammen, mit der Behauptung, damit den Willen meines Volkes zum Ausdruck zu bringen?) .
    Mir erscheint eher, umgekehrt wird ein Schuh daraus: für das israelische Volk besteht laut Scharon nicht der geringste Anlass, sich mit der Existenz Jordaniens abzufinden. Jederzeit könne man bei seinen Großisrael-Phantasterien nach wie vor das gesamte ehemalige britische Mandatsgebiet incl. (Trans)jordanien beanspruchen: Vom Golan bis zum Toten Meer, bis zum Euphrat, Ariel, wir folgen Dir.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.