Unfriedensstifter

Mit seiner jüngsten Liste der 10 schlimmsten antisemitischen Verleumdungen der vergangenen zwölf Monate gelingt es dem Simon Wiesenthal Center erneut, die ekelhafte Lebendigkeit, Vielfalt und Popularität des Phänomens Antisemitismus vorzuführen.

Angeführt wird die Liste von Ayatollah Ali Khamenei, Staatsoberhaupt der Islamischen Republik, der erklärt hat, Repräsentanten Israels könnten nicht Menschen genannt werden. Nicht ganz so hart in ihrem Urteil waren zwei deutsche Karikaturen, die es auf einen dennoch beachtenswerten siebten Platz schafften.

Gezeichnet von Menschen, die – natürlich – nur die edelsten Absichten hegten und mißverstanden wurden, zeigen sie den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu als Giftmischer, der alles unternimmt, eine Einigung in Gesprächen zwischen den P5+1-Staaten und dem Iran des Listenersten zu verhindern.

Wie weit von der traurigen Realität die deutschen Karikaturisten entfernt lagen – und wie berechtigt daher ihre Platzierung ist, läßt sich sechs Wochen nach dem Deal von Genf beobachten, der ihrer Ansicht nach doch gleichbedeutend sein sollte mit etwas, das sie als Frieden bezeichnen.

Zahlreiche Beschlüsse des UN-Sicherheitsrats, die der Islamischen Republik jede Anreicherung von Uran untersagen, sind das Papier nicht mehr wert, auf dem sie notiert wurden, die Vereinten Nationen als Institution auch und gerade durch die P5+1-Staaten blamiert.

In Teheran verkündet derweil Ali Akbar Salehi, vom “Außenminister” unter Mahmoud Ahmadinejad von dessen Nachfolger zum Chef des iranischen Kernwaffenprogramms zurückbefördert, die Entwicklung leistungsfähigerer Zentrifugen zur Anreicherung von Uran.

Die werden auch gebraucht, denn “up to 230 Iranian MPs have signed a draft law to oblige the government to increase uranium enrichment to the level of 60 percent”. Für auf 60 Prozent angereichertes Uran einen sinnvollen zivilen Verwendungszweck zu finden, dürfte selbst deutsche Karikaturisten vor Probleme stellen.

Aber die zeichnen ja lieber Benjamin Netanjahu als Friedensverhinderer, statt die Frage zu thematisieren, wann denn eigentlich jene sechs Monate beginnen, während derer die Islamische Republik “Teile des Atomprogramms einfriert”. Sollte die Frist tatsächlich erst “Mitte 20014″ [sic!] beginnen?

Es ist eben nicht der israelische “Hardliner” Benjamin Netanjahu, der sich einem Frieden verweigert. Es sind vielmehr das Regime der Mullahs, Appeasement-Politiker im Westen und, ja, “ahnungslose” deutsche Karikaturisten, die mit haßerfüllten Zeichnungen Feindbilder pflegen, die jede Chance auf Frieden verraten.

tw24

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