Demokratieretterin

Als Stefanie Schüler-Springorum noch Direktorin des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg war, entstand unter ihrer wohlwollenden Aufsicht ein 2006 in Buchform wie auch online verfügbares “historisches Nachschlagewerk” unter dem Titel “Das jüdische Hamburg”.

Mittlerweile Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) an der TU in Berlin, erwähnt Stefanie Schüler-Springorum “Das jüdische Hamburg” in ihrer Publikationsliste und übernimmt als Herausgeberin damit Verantwortung auch für Sätze wie diese:

“Durch das nationalsozialistische Regime sahen sich die Hamburger Zionisten in ihren Zielen bestärkt. [..] Nach dem Novemberpogrom löste die Gestapo am 13. November 1938 die Zionistische Vereinigung auf. Die Unterstützung für Auswanderer nach Palästina konnte allerdings noch etwa bis zum Sommer 1941 fortgeführt werden, auch weil die Zielsetzung der zionistischen Politik hinsichtlich einer forcierten Auswanderung weitgehend mit den Vorstellungen der nationalsozialistischen Machthaber übereinstimmte.”

Damit, Zionismus und Nationalsozialismus einer Partnerschaft zu bezichtigen, gehen anderswo Antisemiten hausieren, in Deutschland wurde Stefanie Schüler-Springorum Leiterin des ZfA, das von sich behauptet, eine der “weltweit bedeutendsten Einrichtungen seiner Art” zu sein.

Dabei hatte bereits gut zwei Jahrzehnte zuvor Robert Wistrich in seinem Buch “Der antisemitische Wahn” festgestellt, “zu keiner Zeit, nicht einmal zwischen 1933 und 1939, sprach Hitler sich für die Errichtung eines jüdischen Staats auf palästinensischem Boden aus”.

Weitere Jahrzehnte früher, 1938, erschien in Berlin ein Buch, für das Leopold von Mildenstein verantwortlich zeichnete, ein “gemäßigter Judenfeind”, der als Judenreferent Vorgänger Adolf Eichmanns war. In dem Band “Rings um das brennende Land am Jordan” formulierte er:

“Das zwangsweise ausgewanderte Westjudentum und der jüdisch-amerikanische Touristenstrom [..] sind ein zerstörendes Gift für den Zionismus Herzls, der durch Rückkehr zur bodenständigen Arbeit auf eigenem Boden das entwurzelte Judentum wieder festigen wollte.”

Heute nun meint Stefanie Schüler-Springorum, das, was sie “Wissenschaft” nennt, gegen Kritik verteidigen zu müssen, die sich vor allem um die Teilnahme Brian Klugs an einer Konferenz über europäischen Antisemitismus dreht, die ihr ZfA mitveranstaltet(e).

Zahlreiche nahmhafte Wissenschaftler hatten in verschiedenen Beiträgen darauf hingewiesen, daß der Philosoph Ansichten vertritt, die problematisch seien. So schrieb beispielsweise Gerald Steinberg, Brian Klug spreche “dem jüdischen Volk die souveräne Gleichheit und das Recht auf Selbstbestimmung” ab.

“In 2006″, ergänzt an gleicher Stelle Sam Westrop, “Klug argued, during a debate at the Cambridge Union, that ‘Zionism must be toppled from its pedestal’ and that the ‘Jewish thing’ to do is to ‘subvert it.’” Doch für Stefanie Schüler-Springorum zählen diese und weitere Einwände nicht:

“Diese Kritik läuft oftmals nach dem Muster: Er hat jemanden zitiert, der schonmal jemanden zitiert hat, der schonmal etwas gesagt hat, was antiisraelisch war, oder er war schonmal auf einer Veranstaltung, die auch von Leuten mit eingeladen wurde, die … Und das ist eine Art und Weise, die ich finde, die jede demokratische und auch wissenschaftliche Kultur zerstört.”

Wer lesen kann, und Stefanie Schüler-Springorum will das offensichtlich nicht können, kann wissen, daß “diese Kritik” nicht Dritte, die Vierte kennen, zitiert, sondern – Brian Klug. Stefanie Schüler-Springorum demonstriert damit erneut ein mehr als seltsames Verhältnis zur Realität.

Statt auf die – im übrigen berechtigte – Kritik an Brian Klug einzugehen, verleumdet sie dreist die Kritiker, nennt sie eine Gefahr für “jede demokratische und auch wissenschaftliche Kultur”, wo sie, die Leiterin des ZfA, sich als Feindin zivilisierter Umgangsformen präsentiert.

Repräsentiert Stefanie Schüler-Springorum die staatliche Antisemitismusforschung in Deutschland, wird es Zeit, deren Finanzierung und Sinnhaftigkeit zu hinterfragen.

Dieser Beitrag wurde unter Antisemitismus Antizionismus, Bomber Harris do it again, Deutschland Nazis, Iran Islamismus Terrorismus Islamo-Faschismus, Israel, Wissenschaft Forschung abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.