Endlich erLoest

unileipzigTafel über dem Eingang der Leipziger Anatomie. Foto: wikimedia

87 Jahre alt ist er geworden und 87 Jahre hat er uns warten lassen darauf, endlich einmal in seinem Leben gradlinig zu sein. Nicht dass man sich über den Tod eines Menschen entzücken dürfte, aber im Gegensatz zu seinen antisemitischen Freunden, zu denen auch der weltbekannte Lustgreis Günter Grass gehört, hält sich der Verbrauch an Taschentüchern in Grenzen. Erich Loest stand zuletzt am Schaufenster der Universitätsklinik Leipzig. Es war der zweite Stock und der erste Versuch. Die Lobhudelei auf den ehemaligen Werwolf hat jetzt bereits eingesetzt. Nicht mal Erde, vorerst das Leichentuch bedeckt seinen Körper, da stricken die Medien längst an der Legende vom ewigen Opfer. So äußert die BILD, das Leitmedium für Volksaufklärung und investigativen Qualitätsjournalismus das Loest „gezwungen wurde“ für die paramilitärische Werwolfgruppe der Nazis zu kämpfen. Hatte er nicht zuvor Karriere gemacht in der von ihm heiß geliebten Hitlerjugend? Und als alles schon den Bach hinunterging, stellte der kleine einfältige Erich noch 1944 einen Antrag auf die Mitgliedschaft für die NSDAP. Diese wurde ihm dann auch am Geburtstage seines Führers bejaht. Natürlich war er in all seinem Handeln immer nur Opfer, wie alle Deutschen Opfer von einem einzigen Mann waren, wenn man Guido Knopp und Co glauben darf. Nach dem Untergang seiner schönen braunen Welt folgte konsequenterweise 1947 die Mitgliedschaft in der SED, die ihm wiederum 10 Jahre später für 7,5 Jahre nach Bautzen II schickte, da der Erich sich nicht gerade gebührend über Massenmörder Stalin geäußert hatte.

Letzthin konnte Loest sich noch daran erinnern, was man ihm in jenen Tagen bei der HJ, respektive der SED beigebracht hatte im Bezug auf und die Juden und ihren späteren Staat Israel. Als Günter Grass für eine seiner wiederkehrenden antisemitischen Absonderungen ein Einreiseverbot für den Staat Israel erhielt, schrieb ihm Erich Loest einen kameradschaftlich- weinerlichen Brief in der Leipziger Volkszeitung und folgte dem wirren Ausführungen Grass mit den Worten „Lieber Günter, wir sind uns einig: Ein nuklearer Angriff Israels wäre ein Kriegsverbrechen mit schrecklichen Folgen.“

Erich Loest ist sich bis an die Fensterbank hinaus treu geblieben. Statt wie er es sich vielleicht immer erträumt hatte, für Volk und Führer zu fallen, so fiel er „nur“ aus dem Fenster. Heldenhaft und entschlossen, denn es war der zweite Stock. Er wollte immer bei der SS kämpfen, den Mut hatte er gestern zumindest bewiesen. Und so wie Erich Loest immer seinen Freunden zur Seite stand, so bleibt die Hoffnung, dass bald einer von ihnen es ihm nachmacht, auf der Seite des geöffneten Fensters. Schwer erschüttert am Regal für Taschentücher einer bekannten deutschen Drogeriekette grüßt

Sarah Fleischer für PRO ZION NRW

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Eine Antwort zu Endlich erLoest

  1. E.C. schreibt:

    Solche Freunde Israels sind Israels würdig, und Israel ist ihrer würdig. Sehr schön, Frau Fleischer, machen Sie bitte weiter so.

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