Deutsche Preise: Simon Wiesenthal Center kritisiert Preisverleihung an Timothy Snyder

Mit ihren Preisen überhäufen die Deutschen, scheint’s, mit Vorliebe Menschen, die ihnen erzählen, was sie schon immer hören wollten: Daß das nämlich, was von ihnen und in ihrem Namen angerichtet wurde, so schlimm eigentlich doch gar nicht sei.

Mit Timothy Snyder will nun die Stadt Bremen in Kooperation mit der den Grünen nahestehenden Heinrich-Böll-Stiftung ihren Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken einem verleihen, der die Einzigartigkeit des Holocaust schlicht leugnet.

Jürgen Zarusky schreibt in den Vierteljahresheften für Zeitgeschichte (01/2012, S. 3) über Timothy Snyders Bloodlands, das Buch, das in Bremen “ein vergessenes und verdrängtes Kapitel der europäischen Geschichte aufgeschlagen” hat:

“Aus dieser perspektivischen Verzerrung, die durch einige weitere Züge der Darstellung noch verstärkt wird, ergibt sich ein historisches Narrativ, in dem die totalitären Regime Hitlers und Stalins sich stärker gleichen, als das im Lichte der aktuellen NS- und Stalinismusforschung vertretbar ist.”

Durch die Gleichsetzung von Stalinismus und Nationalsozialismus wird der deutsche Versuch, das Judentum mindestens in Europa zu vernichten, verharmlost, während gleichzeitig die Sowjetunion, Teil der Anti-Hitler-Koalition, dämonisiert wird.

Besonders in osteuropäischen Staaten erfreut sich diese Gleichsetzung großer Beliebtheit, hat sie für die betroffenen Staaten doch den großen Vorteil, sich nicht mit ihrer Kollaboration mit SS und Wehrmacht auseinandersetzen zu müssen.

Die Beteiligung am Holocaust – in der Ukraine etwa fieberte die Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) ihrer “Befreiung” durch die Wehrmacht mit Pogromen an Juden entgegen – wird so umgedeutet zum Kampf gegen die sowjetische Besatzung.

Ausschlaggebend aber für die Nominierung Timothy Snyders dürfte noch ein weiterer Punkt sein, wie der Antisemitismusforscher Clemens Heni schreibt: “Die Deutschen als Opfer in einem Buch über den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust: das liegt im Trend”.

Sarkastisch als “exzellente Wahl” bezeichnete danach Efraim Zuroff, der Leiter des Simon Wiesenthal Centers (SWC) in der israelischen Hauptstadt Jerusalem, die Nominierung Timothy Snyders durch die Senatsverwaltung in Bremen.

“Damit werde ein ‘Wissenschaftler, der die lokale Kollaboration mit den Nazis in Osteuropa herunterspielt’ einen Preis erhalten, ‘der nach einer Wissenschaftlerin benannt ist, die ihre osteuropäischen Brüder und Schwestern verachtete’ [..].

Die Preisverleihung soll am 6. Dezember erfolgen.

tw24

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Eine Antwort zu Deutsche Preise: Simon Wiesenthal Center kritisiert Preisverleihung an Timothy Snyder

  1. olli schreibt:

    Gleichen sie sich etwa nicht?Im NS Staat wurde gezielter getötet das ist der einzige Unterschied.
    Bekanntlich plante Stalin doch vor seinem Tod alle Juden zu Deportieren wobei 1/3 umkommen sollten wie es vorher schon bei zig anderen Völkern praktiziert wurde.

    Gemeinsame Siegesparade von Nazis und Kommunisten in Polen:
    http://en.wikipedia.org/wiki/German%E2%80%93Soviet_military_parade_in_Brest-Litovsk

    An den Kommunisten in der UDSSR störten Hitler nur die Juden:
    Zitat von A.H.
    „ Ich bin nicht bloß der Überwinder, ich bin auch der Vollstrecker des Marxismus, wenn man das was er wollte und was berechtigt an ihm ist, der jüdisch-talmudischen Dogmatik entkleidet.Ich habe vom Marxismus viel gelernt. Ich gestehe das ohne weiteres ein. Nicht etwa von dieser langweiligen Gesellschaftslehre und materialistischen Geschichtsauffassung.

    Aber von ihren Methoden habe ich gelernt. Nur, ich habe damit ernst gemacht, womit die kleinen Krämer-und Sekretärseelen zaghaft angefangen haben. Der ganze Nationalsozialismus steckt da drin. Sehen sie nur genauer zu. Arbeiterturnvereine, Betriebszellen, Massenaufmärsche, Propagandaschriften eigens für das Verständnis der Maße verfaßt; alle diese neuen Mittel des politischen Kampfes gehen ja im wesentlichen auf die Marxisten zurück. Ich brauche nur das konsequent fortzuführen, was bei den Sozialdemokraten zehnmal gebrochen war, nämlich infolge des Umstandes, daß sie ihr Revolution im Rahmen einer Demokratie verwirklichen wollten. Der Nationalsozialismus ist das, was der Marxismus hätte sein können, wenn er sich aus der absurden, künstlichen Bindung mit einer demokratischen Ordnung losgelöst hätte.“

    Folgerichtig, hatte Hitler große Sympathien für die revolutionäre, bolschewistische Richtung des Marxismus, lediglich der hohe Anteil an jüdischen Revolutionären war ihm suspekt.

    Weiter heißt es:

    „Übrigens gibt es mehr Verbindendes als Trennendes zwischen uns und dem Bolschewismus. Vor allem die echte, revolutionäre Gesinnung, die auch in Russland überall dort lebt, wo keine jüdischen Marxisten ihr Wesen treiben. Ich habe diesem Umstand immer Rechnung getragen und Anweisung gegeben, daß man ehemalige Kommunisten sofort in die Partei aufnimmt.“
    —–
    Sowohl Stalins Tochter Swetlana als auch Nikita Chruschtschow haben in ihren Memoiren Stalin als unversöhnlichen Antisemiten geschildert, dessen Attacken gegen das „parasitäre kosmopolitische Volk“ nationalsozialistischen Sentenzen in nichts nachstehen.

    http://www.focus.de/kultur/medien/zeitgeschichte-stalins-judenhass_aid_169982.html

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