Dhimmitude II

Vor wenigen Wochen sahen die Außenminister und Außenministerdarsteller der Europäischen Union sich nach jahrelanger Untätigkeit endlich genötigt, “die politische Rolle der Hisbollah-Partei im Libanon” anzuerkennen und damit ein anderswo bereits praktiziertes Verbot der islamistischen Organisation noch einmal abzuwenden.

Leider jedoch wurden die edlen Absichten der europäischen Spitzendiplomaten gründlich mißverstanden. ““It looks”, klagte bald ein betrübtes Mitglied des Hisbollah-Lesezirkels, “as if the decision was written by American hands with Zionist ink and the EU had only to put its seal for approval”. Die EU eine Marionette Zions?

Vieles läßt sich die Europäische Union gefallen, aber gewiß nicht das. Und so schickte der Staatenbund Angelina Eichhorst vor, seine Repräsentantin in Beirut, die direkt EU-“Außenministerin” Catherine Ashton unterstellt ist. Nach einem Treffen mit Hisbollah-Vertretern erläuterte sie der libanesischen Zeitung As-Safir die Haltung der EU.

Niemand, und schon gar nicht Israel, betonte Angelina Eichhorst in dem Gespräch, sollte die Entscheidung der Europäische Union als Vorwand für Schritte gegen die Hisbollah nutzen. “We do not condemn Hezbollah per se, which explains why we did not include the whole organization on the list.”

Verurteilt worden seien nur Teile der Hisbollah, nämlich der “Jihad Council and an External Security Organization, which, according to our countries’ information, are in one way or another responsible for military operations” – und das auch nur, weil sie am falschen Ort zuschlugen, nämlich in Europa. Das sei – leider, leider – Terrorismus.

Anders hingegen sei das im “besetzten Palästina”, womit As-Safir ganz ausdrücklich Israel meint (“Inhabitants of the southern villages bordering occupied Palestine believe that the European decision is aimed against them because of the fact that they support the resistance’s efforts to stand up to Israel”):

“We cannot equate between terrorism and the right of a country to defend itself against occupation, as is recognized by the United Nations Charter. We, as European nations, recognize that fact. These two issues cannot be taken in the same context.”

Es liegt also auf der Hand: Widerstand gegen das zionistische Gebilde kann gar kein Terrorismus sein. Schlimm wird es erst, fließt das Judenblut in Europa, das doch ohnehin schon beinahe judenrein ist. Und so ist Europa denn auch gern bereit, alle Augen zuzudrücken vor der Tatsache, daß Hassan Nasrallah Chef des Jihad Council ist.

“As far as the EU is concerned, Mr. Nasrallah is Hezbollah’s secretary-general.”

Und sollte der erklären, die “elimination of Israel” sei das Ziel der Hisbollah, oder ankündigen, “if we had 1000 fighters in Syria, they will become 2000, and if we had 5000, they will become 10 000 [..], we will all go for the sake of Syria and its people, Lebanon and its people, Palestine and Al-Quds”, fällt das in die Rubrik Widerstand und ist daher gut.

Wer das Interview mit Angelina Eichhorst liest, versteht, weshalb die Europäische Union auch mit den Ikhwan sympathisiert und die Islamisten selbst dann noch unterstützen wird, sollte es denen gelingen, Ägypten in Chaos und Bürgerkrieg zu stürzen – mit kaum absehbaren Folgen über das Land am Nil hinaus.

tw24

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