Neues vom Kronzeugen Uri Avnery: Boykott von Juden als „Geschenk aus Europa“ gehuldigt

von Dr. Nathan Warszawski

Am 20. Juli 2013 veröffentlichte Uri Avnery einen Artikel auf seiner englischen Homepage:

Die deutsche Übersetzung wird nicht lange auf sich warten lassen. Der Titel lautet: „Ein Geschenk aus Europa“ (A Gift from Europe) und ist nicht ironisch gemeint. Avnery bedankt sich bei der EU für den Boykott israelischer Waren, die außerhalb der Waffenstillstandslinien von 1949-1967 hauptsächlich mit jüdischem, aber auch mit arabischem Kapital produziert werden. Als Begründung gibt er an, dass die Produktionsorte (settlements, Siedlungen) illegal und unmoralisch sind, den arabischen Palästinensern schaden, den Frieden verhindern und die Zukunft Israels gefährden. Er beendet den Artikel mit den Worten: Danke Europa!

Der Artikel wird, sobald er übersetzt vorliegt, in Deutschland von Juden- und Israelhassern verwendet werden, um Juden und Israel zu schaden. Ruchlose Menschen werden Avnerys Argumentation politisch und wirtschaftlich übernehmen, da es ihnen an Vernunft mangelt, sich eine eigene antisemitische Meinung zu bilden. Antizionistische und antisemitische Argumentationen und Verhalten werden innerhalb der Waffenstillstandslinien von 1949-1967 von Israel nach Deutschland und Europa exportiert. Eine Auseinandersetzung mit dem Geschriebenen ist für Israelfreunde unausweichlich.

Uri Avnery und seine Familie konnten Deutschland 1933 Richtung Palästina verlassen. Uri kämpfte im Unabhängigkeitskrieg und scheint als junger Mann sehr viele, auch wehrlose Araber erschossen zu haben. Er wird Friedensaktivist und bezeichnet sich meist als Zionist, der mit dem Judentum nichts anzufangen weiß.

Es wäre unredlich, den Artikel seinem Greisenalter von bald 90 Jahren zuzuschreiben: Der Inhalt seiner Artikel hat sich in den letzten Jahrzehnten kaum gewandelt. Er ist sicher kein Antizionist und würde entsprechend seiner Physis nicht zögern, einen Araber umzubringen, der eine Gefahr für einen Juden darstellt. Uri Avnery akzeptiert keinen arabischen Terror, eher arabische Terroristen wie Arafat. Sein Denken ist von seinem Leben geprägt. Für ihn beginnt der Judenstaat vor 1948. Die Grenzen Israels bis 1967 sind seine geografische und geistige Heimat. Normale Juden in Israel, die nach 1967 geboren sind, verstehen ihn nicht. Nur Ideologen, die die Realität negieren, finden sich unter seiner Gefolgschaft. Es sind nicht viele. Die meisten seiner Anhänger leben im beinahe judenfreien Deutschland, deren Ruhe lediglich durch Stolpersteine und Gedenken an tote Juden gestört wird.

Bereits vor 15 Jahren habe Avnery den Boykott israelischer Siedlungen in der West-Bank, in Ost-Jerusalem und im Golan gefordert. Uri bezeichnet den Boykott als ein demokratisches, gewaltloses Instrument des Widerstandes. Die Siedlungen seien auf gestohlenem billigen Land gebaut. Ein wirtschaftlicher Boykott durchkreuzt ihre billigen Pläne. Der Boykott ist individuell, nicht organisiert. Während alle israelische Regierungen die Siedlungen geschützt haben, hat die EU sie als illegal bezeichnet.

Uri Avnery weiß, dass auch der Boykott ganz Israels gerechtfertigt wäre. Der Boykott der Siedlungen ist das Minimum, das ihn mit Israelhassern verbindet. Im Gegensatz zu manch israelischen Linken glaubt Avnery nicht, dass ein Boykott aller israelischer Waren erfolgreich wäre. Ein solcher ethisch gerechtfertigter Boykott würde die Siedler nicht isolieren, sondern die israelische Bevölkerung mit den Siedlern solidarisieren.

Erneut: Uns interessiert nicht die Meinung eines Greises, der die Folgen seiner Hetze nicht mehr erleben kann. Uns interessieren die Gedanken der wirtschaftlichen und politischen Elite Deutschlands gegenüber Israel, die sich auf Avnerys Thesen beziehen.

Der Mord an sechs Millionen Juden begann in Deutschland als Boykott jüdischer Geschäfte. Die Familie Avnery hat bereits damals vorausschauend Deutschland verlassen. Kurz vor seinem Ableben bezeichnet Uri Avnery Boykotte als „demokratische, gewaltlose Instrumente des Widerstandes“. Hoffentlich ohne es zu merken, rechtfertigt er nach 80 Jahren die wirtschaftliche Vernichtung der Juden in Deutschland, die seine Familie vom sicheren Tod bewahrt hat. Wäre er kein Jude, würde ihm die Ehrenmitgliedschaft nicht nur des Aachener Friedenspreises und von pax christi, sondern auch der NPD und anderer rechtsradikaler antisemitischer Organisationen angeboten werden.

Mit äußerster Klarheit beschreibt Uri Avnery die Ziele der Judenhasser. Um Juden aus Palästina zu vertreiben, müssen ihre Produkte boykottiert werden. Da dies derzeit politisch nicht opportun erscheint, beschränke man sich zunächst auf den Boykott von „Siedlungen“. Anschließend wird ganz Israel boykottiert. Europa mit Deutschland als Vorreiter öffnet wie einst den russischen Kontingentsflüchtlingen seine Pforten, um jüdischen Verfolgten aus dem untergehenden Israel aufzunehmen. Neonazis im Verbund mit Islamisten und antisemitischen Regierungen sorgen dafür, dass Juden in Europa nicht einheimisch werden und weiter in die USA ziehen – so möglich.

Damit der Judenstaat sicher militärisch untergeht, wird er entwaffnet. Iran darf sein Atomprogramm fortsetzen. Israelische Nuklearwaffen gefährden den Weltfrieden, U-Boote die Meeresbiotope. Und wenn man sich endlich der Juden entledigt haben wird, sind die anderen Asylanten, die neuen Juden, an der Reihe.

Trotz Uri Avnery, trotz NPD, Aachener Friedenspreis und pax christi werden die antisemitischen Träume sich nicht erfüllen. Die arabische Welt zerbricht durch Selbstmord und Hungersnot. Arabisches Erdöl, der einzige Reichtum, den Allah ohne Arbeit gewährt, ist bald weder in den USA, noch in Europa gefragt. Doch Vorsicht:

Nicht nur Juden, auch Antisemiten überleben die widrigsten Umstände!

haolam

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