Bolton: „Obama-Regierung lebt auf anderem Planeten“

Israel hätte den Iran schon längst angreifen sollen. Diese und andere provokante Thesen vertrat der frühere US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton, in einem Interview mit der Zeitung „Jerusalem Post“.

„An jedem Tag, der vergeht, gerät Israel in größere Gefahr, jeden Tag macht der Iran weitere Fortschritte“, sagte Bolton mit Bezug auf das iranische Nuklearprogramm, hinter dem westliche Staaten die Entwicklung einer Atombombe vermuten. Darum hätte Israel den Iran „besser gestern schon“ angegriffen. Er könne verstehen, warum Israel auf ein Handeln der Amerikaner warte, aber je länger Israel warte, desto größer werde die Gefahr. Erfolge Israels Angriff, wenn der Iran die Bombe bereits habe, könnte es zu nuklearer Vergeltung kommen. Auf die Frage nach der Wahrscheinlichkeit eines US-Militärschlags gegen den Iran noch vor einem israelischen Angriff sagte Bolton, es brauche „eine Charaktertransplantation“ an US-Präsident Barack Obama, damit dieser einen solchen Angriff anordne.

In dem Interview vom Montag übte Bolton darüber hinaus deutliche Kritik an Obama. In seiner ersten Amtszeit habe dieser angedeutet, Israel im Falle einer militärischen Auseinandersetzung mit dem Iran nicht mit Waffensystemen versorgen zu wollen. Die Mehrheitsverhältnisse im Kongress hätten jedoch eine Unterstützung Israels sichergestellt. Die Situation sehe heute anders aus, entscheidend sei in den USA die Frage, ob Israel aus einer legitimen Selbstverteidigung heraus agiere.

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Bolton äußerte die Befürchtung, dass die Vereinigten Staaten nach der Wahl des vermeintlich gemäßigten neuen iranischen Präsidenten Hassan Ruhani in die Falle der falschen Sicherheit tappen könnten: weitere endlose Verhandlungen, während derer der Iran die Atombombe entwickelt. „Die Vorstellung, dass Ruhani ernsthaft verhandeln will, zeigt, dass diese Regierung auf einem anderen Planeten lebt“, so Bolton. Seit zehn Jahren werde verhandelt, und der Iran habe nebenbei immer weiter an seinem Nuklearprogramm gearbeitet.

John Bolton ist ein amerikanischer Jurist und Diplomat und war von August 2005 bis Dezember 2006 US-Botschafter bei den Vereinten Nationen. Seine Ernennung durch den damaligen Präsidenten George W. Bush war ohne die Unterstützung des US-Kongresses erfolgt, der Vorbehalte gegen Boltons kritische Haltung gegenüber der UNO hatte. Heute arbeitet er unter anderem an der konservativen Denkfabrik „American Enterprise Institute“ und hält politische Vorträge. Außerdem kommentiert er aktuelle außenpolitische Fragen bei verschiedenen Medien, darunter dem „Wall Street Journal“ und dem Nachrichtensender „Fox News“.

INN

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