The Spirit of Entebbe

“Die Welt-Organisation”, kommentierte das Hamburger Abendblatt am 1. Juli 1976 und meinte damit die Vereinten Nationen, müsse “endlich tätig werden” und Entführungen vollbesetzter Passagierflugzeuge als “Verbrechen gegen die Menschheit” einstufen und verfolgen:

“Jeder Luftpirat sollte sicher sein, daß er an keinem Fleck der Erde ungestraft landen kann. Jeder Staat, der Luftpiraten aufnimmt, sollte wissen, daß ihm weltweite Ächtung und Boykott drohen.”

Wenige Tage zuvor hatten “pro-palästinensische” Terroristen, darunter die Deutschen Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann, einen in Tel Aviv mit dem Ziel Paris gestarteten Flug während eines Aufenthalts in Athen unter ihre Kontrolle gebracht und nach Entebbe in Uganda “umgeleitet”.

Vom dortigen Machthaber Idi Amin begrüßt, erhielten die Entführer nicht nur personelle Verstärkung durch vor Ort wartende “Palästinenser”, die ugandische Soldateska übernahm auch für einen Tag die Bewachung der Entführten – Terroristen haben schließlich ein Recht auf Schlaf.

Mit der Entführung von Flug 139 der Air France mit mehr als 250 Menschen an Bord sollten mehrere Dutzend in Gefängnissen in Israel, Kenia, der Schweiz und Frankreich Haftstrafen absitzende “palästinensische” und 6 in Deutschland inhaftierte “linke” Terroristen freigepreßt werden.

Spätestens mit der Freilassung aller nichtjüdischen Passagiere am 30. Juni war der antisemitische Charakter der Entführung offenkundig. Der deutsche Terrorist Wilfried Böse erklärte einem seiner Opder, einem Holocaustüberlebenden, er sei kein Nazi, sondern vielmehr ein “Idealist”.

Am 4. Juli 1976 beendete ein Einsatz der israelischen Streitkräfte das Martyrium der verbliebenen Geiseln. Bei dem von ihm angeführten Kommandounternehmen verlor Yonatan Netanjahu das Leben, der Bruder des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu; 103 Geiseln konnten befreit werden.

Die Terroristen und rund zwanzig ugandische Soldaten, die die israelischen Befreier aufhalten wollten, wurden ausgeschaltet, elf von der Sowjetunion an das Regime Idi Amins gelieferte Jagdbomber in die Luft gesprengt. Muhammar al-Ghaddafi versprach später die Lieferung von Ersatz.

Während das Hamburger Abendblatt am 5. Juli von “Jubel und Bewunderung [..] in der gesamten westlichen Welt” berichtete, meldete das Neue Deutschland am gleichen Tag: “Blutiger Überfall Israels auf Flughafen in Uganda”. Am 6. Juli ging es weiter:

“Die fortschrittliche Weltöffentlichkeit hat am Montag den israelischen Angriff auf den ugandischen Flughafen Entebbe verurteilt. [..] Die Aktion war ‘eine Verletzung der Souveränität eines Mitgliedsstaates der UNO’, erklärte der Generalsekretär der Weltorganisation, Kurt Waldheim, vor Journalisten in Kairo.”

Bald wurde aus der Befreiung jüdischer Geiseln ein “verbrecherischer Anschlag Tel Avivs”, ein “völkerrechtswidriges Verbrechen”, ein “Aggressionsakt Israels”, und am 10. Juli zitierte das Neue Deutschland die jüngsten Erkenntnisse der sowjetischen Agentur TASS:

“Mit dem Überfall auf den ugandischen Flughafen Entebbe ‘hat sich zweifellos auch das rassistische Wesen der zionistischen Politik Israels offenbart’ [..].”

Überflüssig zu erwähnen, was aus dem Wunsch des Hamburger Abendblatts vom 1. Juli wurde, oder?

tw24

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