Sind Sie ein amerikanischer Spion?

Lebenslügen fürs Sommerloch: Der in allen vaterländischen Medien und beim Staatsfunk allenthalben zur Schau gestellten Hysterie über die amerikanische Spionage liegt die Annahme zu Grunde, dass „unsere“ Geheimdienste „so etwas“ doch bestimmt nicht machen würden. Ein Blick in die deutsche Geschichte beweist, dass diese Vorstellung nicht nur naiv ist – sondern zudem falsch.

Vor nicht einmal hundert Jahren, am 16. Januar 1917, versuchte der deutsche Botschafter in Mexiko, die Regierung seines Gastlandes auf der Seite der Mittelmächte in den Ersten Weltkrieg zu verwickeln. Die Mexikaner dieser Zeit waren gut beraten, den deutschen Vorschlag zu prüfen – stellte die Zimmermann Depesche doch den unumwundenen Versuch dar, die seit der Ersten Schlacht an der Marne (also sechs Wochen nach Kriegsbeginn, mit Datum vom 12. September 1914) von der glücklicherweise unfähigen deutschen Militärregierung (also known as „Oberste Heeresleitung“) verlorenen Ersten Weltkrieg doch noch zu gewinnen. Und zwar, indem die deutsche Regierung versuchte, den Ersten Weltkrieg nicht nur in ein anderes Land, sondern auf einen anderen Kontinent zu exportieren.

Den Exportanstrengungen des Exportweltmeisters unterlief nur ein kleiner, aber bedeutsamer gedanklicher Fehler. Zu jener Zeit verhielt es sich nämlich mit der internationalen Nachrichtenübertragung so, dass der Depeschendienst nach Übersee sich einiger britischer Unterseekabel bedienen musste. Dank der technischen Unfähigkeit auf diesem Gebiet, und der allgemeinen Unfähigkeit der Mittelmächte auf vielen weiteren Gebieten, war es ihnen nämlich nicht möglich gewesen, selbst eine funktionierende Nachrichtentechnik zu installieren. Die Menschheit hat dieser Unfähigkeit auch heute noch viel zu verdanken.

Und während der deutsche Botschafter in Washington bei der Regierung von Woodrow Wilson eine leutselige Kratzfuß-Offensive nach der nächsten zu starten versuchte, um dem US-Präsidenten den Wahn einzutrichtern, der Erste Weltkrieg habe gar nichts mit den USA zu tun, versuchte von Eckardt, sein deutscher Kollege in Ciudad de México, sich bei der Regierung von Präsident Venustiano Carranza und seinem Außenminister Cándido Aguilar einzuschleimen, bis das Braune nur so spritzte. Während die Briten, die das Überseekabel in Land’s End bedienten, ihren Augen kaum zu trauen wagten, als ihnen die Arroganz des Auswärtigen Amtes dieses Geschenk in den Schoß gelegt hatte. Und auch hierfür kann die Menschheit dankbar sein.

Das britische Staunen über so viel teutonische Blödheit drückte sich dergestalt aus, dass man die Zimmermann-Depesche in Whitehall zuerst für ein überaus geschicktes Ablenkungsmanöver hielt – so dumm konnte man doch gar nicht sein! Als man sich im Foreign and Commonwealth Office hinlänglich davon überzeugt hatte, dass die Deutschen in einer eigenen Liga spielen, wenn es um „Sonderwege“ geht, zeigte der britische Botschafter in Washington den Korpus Delicti dem amerikanischen Präsidenten. Mr Wilson bekam einen Tobsuchtsanfall, die USA hauten die Tommies raus und die cheese-eating surrender-monkeys noch dazu – und der Rest war Geschichte.

Nun wird man sagen, seitdem sei viel Wasser den Fluss heruntergelaufen, und das stimmt. Es zeigt sich nur angesichts solch pikanter Details wie der „Lobt und Preist den Iran“-Konferenz am Sitz der UN in Genf, zu dessen Abschluss die deutsche Delegation (ja, die der Gegenwart, der Regierung Mutti) sich ganz herzlich beim Iran bedankte für seine Anstrengungen um „Abrüstung“, dass man auch heute noch gut beraten ist, dem wieder gutgewordenen Deutschland zu misstrauen: Was mit „Abrüstung“ gemeint sein sollte, kann an dieser Stelle offenbleiben – eine „proaktive atomare Entwaffnung“ des Staates Israel scheint aus Sicht der deutschen „Friedens“-Delegation am Sitz der UN ausdrücklich nicht ausgeschlossen zu sein.

Sie sehen, verehrte Leserinnen und Leser: Es ist ein moralischer Imperativ, sich diese Massenpsychose nachrichtendienstlich genauestens unter die Lupe zu nehmen. Es ist nicht nur selbstverständlich, sondern überaus vernünftig und liegt im Interesse der Menschheit, die Schaltstellen deutscher Macht noch viel gründlicher zu verwanzen, als das bereits geschehen ist. Denn es handelt sich nach wie vor um eine Nation, die sich nicht „nur“ vor der Menschheit und der Weltgeschichte bis auf die Knochen für jeglichen moralischen und humanistischen Anspruch disqualifiziert hat. Sondern es handelt sich um eine Nation, die – als ob „das mit den Juden“ nicht genug gewesen wäre – nicht davon ablassen kann, auch heute noch gemeinsame Sache mit den Tyrannen und Despoten dieser Welt zu machen.

In diese politische Tradition stellt sich jene tagespolitische deutsche Wagenburg, die von Gregor Gysi („ein Angriff auf die Demokratie!“) über Renate Künast („Verklagen!“) bis zu Mutti Spielfreunden in Bayern reicht: Jene Nationale Front, die darauf besteht, Deutschland könnte in „Europa“ machen, was es wolle – vor allem anti-amerikanisch mit den Hufen zu scharren. Denn merke: Anti-Amerikanismus ist die kleine Münze, mit der man den Alliierten die vorübergehende Befreiung vom Faschismus doch noch heimzahlen will.

PS: Live aus der Krypta des „deutschen Nachrichtenmagazins“ in der Hamburger Hafencity erreichte uns dieses erschütternde Film-Dokument. Es zeigt „investigativen Journalismus“ vom feinsten bei der Arbeit.

tw24

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