DIG Hochschulgruppe Rostock: 8. Mai – Tag der Befreiung soll gesetzlicher Feiertag werden

8mai1945Die Hochschulgruppe der Deutsch-Israelischen Gesellschaft unterstützt alle Bestrebungen, den 8. Mai auf Bundesebene zu einem gesetzlichen Feiertag zu machen. Anlässlich des – mit dem diesjährigen Israel-Tag zusammenfallenden – 68. Jahrestages der Kapitulation Nazideutschlands am 8. und 9. Mai 1945 erinnert sie daran, dass Europa seine Befreiung nicht Friedensdemonstranten, sondern den Armeen der Anti-Hitler-Koalition und den Partisanenbewegungen in den von Nazideutschland unterjochten Ländern verdankt. Mit Blick auf die Tatsache, dass im Zentrum der militärischen Zerschlagung der Hitlerschen Mordmaschinerie die Sowjetarmee stand, bemerkte Hemingway treffend: „Jeder Mensch, der die Freiheit liebt, hat der Roten Armee mehr zu verdanken, als er jemals in seinem Leben bezahlen könnte.“ Am Freiheitskrieg gegen den Hitlerismus beteiligten sich Juden in beträchtlichem Maße an den verschiedenen Fronten des Krieges. Vor siebzig Jahren wurden die Nazis, als sie das Warschauer Ghetto auslöschten, mit einem heldenhaften Widerstand der dort gefangengehaltenen, dem sicheren Tod ausgesetzten Menschen konfrontiert. Im Jahr 2002 wurde in Mecklenburg-Vorpommern der 8. Mai als staatlicher Gedenktag – als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Beendigung des 2. Weltkrieges – eingeführt. Dies hinderte jedoch die Landeshauptstadt ebendieses deutschen Landes kürzlich nicht daran, eine Lesung Günter Grass´ so anzukündigen: „Nie hat der Dichter Günter Grass aufgehört, daran zu glauben, dass Worte doch etwas ändern können. Von der ‘Blechtrommel’ (1959) über das späte Bekenntnis seiner Mitgliedschaft in der Waffen-SS im autobiografischen Roman ‘Beim Häuten der Zwiebel’ (2006) bis zu den jüngsten israelkritischen Gedichten ‘Was gesagt werden muss’ oder ‘Ein Held unserer Tage’ – die politische Provokation scheint das Lebenselexier [sic!] des streitbaren Literaturnobelpreisträgers zu sein. […]“ Die im April 2013 vom offiziellen Schwerin unterstützte „politische Provokation“ des Auftretens eines einstigen SS-Angehörigen, notorischen Antisemiten und Geschichtsrevisionisten richtet sich aus unserer Sicht unmittelbar gegen jedwedes ernst zu nehmende Gedenken des 8. Mai. Wir halten es für alarmierend, dass einer solchen Person eine weitaus größere öffentliche Aufmerksamkeit zuteil wird, als jenen, die ihr Leben für die Befreiung Europas opferten.

 Daniel Leon Schikora, Constantin Schwarzer

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2 Antworten zu DIG Hochschulgruppe Rostock: 8. Mai – Tag der Befreiung soll gesetzlicher Feiertag werden

  1. E.C. schreibt:

    Zieh doch endlich zu Deinem geliebten Generallisimo Putin, dann kannst Du den 8. Mai so richtig feiern. Aber lass dieses Land endlich mit Deinem Gequarke in Frieden, Leon!

  2. E.C. schreibt:

    Die „Befreiung Europas“ begann bekanntlich am 23. August 1939 mit Unterzeichnung des geheimen Zusatzprotokolls zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt. Finnland, Polen, Bessarabien, das Baltikum, alles konnte Stalin von dem Tag an „befreien“, was er auch prompt tat. Die fette Wurst, die Hitler ihm da vor die Nase gehalten hatte, roch für ihn zu verführerisch, als dass er den wahren Braten riechen wollte- das böse Erwachen kam dann im Juni 1941. Folgerichtig zählt die sowjetische und von der Sowjetunion fremdgesteuerte Geschichtsschreibung der Linken die Jahre 1939-1941 nicht zum Kriegsgeschehen dazu, sondern erfand lieber den „Großen Vaterländischen Krieg“ (1941-45)
    Tut mir leid, Herr Schikora, aber wer den Fokus auf die Befreiung von Auschwitz richtet – gab es noch deutschen Widerstand dort, als die sowjetischen Truppen sich näherten?- aber von Katyn nichts wissen will, ist entweder dumm oder unverschämt.
    Das hat nichts mit dem ehrlichen Entsetzen der sowjetischen Soldaten zu tun und mit ihrem rührenden Bemühen, sich um die halbtoten Überlebenden der KZs und Vernichtungslager zu kümmern, so wie es die amerikanischen und britischen Soldaten, die Dachau, Flossenbürg oder Bergen-Belsen erreichten, auch taten, es ist einfach nur die Verpflichtung, sich in der geschichtlichen und politischen Wissenschaft um ein komplettes Verständnis zu bemühen, der Sie sich in verantwortungsloser Art und Weise entziehen.

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