Perspektiven

“While the family of the dead settler mourned their loss, the Zaghal family [..] defended Salam’s action as justified.

‘It was destiny, and we take pride in him as a family. What he did is a duty for all Palestinians [..],’ his elderly father Assad said [..].”

Am 13. Mai 1943 erfuhr Hajj Muhammad Amin Al-Husseini, der damals im deutschen Exil lebende Großmufti von Jerusalem, von einem Plan seiner Gastgeber, der ihm gar nicht gefiel. Im Tausch gegen die Freilassung von 20.000 kriegsgefangenen deutschen Soldaten wollte Berlin 4.000 jüdischen Kindern und 500 erwachsenen Juden die Ausreise in das britische Mandatsgebiet Palästina gestatten.

Etwa ein Jahr zuvor, im Juli 1942, hatte ein Vertrauter Al-Husseinis das Konzentrationslager Sachsenhausen besucht und, davon darf wohl ausgegangen werden, diesem mit einiger Begeisterung davon berichtet, wie dort mit Juden umgegangen wurde. Als der Großmufti sich im Mai 1943 gegen den deutsch-britischen Handel einsetzte, wußte er genau, daß er das Todesurteil über 4.500 Juden fällte.

Als “Palästinenserpräsident” Abu Mazen zum Jahreswechsel eine Rede aus Anlaß der Feiern zum Gründungsjubiläum seiner Fatah aufzeichnete, vergaß er dabei nicht, Hajj Muhammad Amin Al-Husseini lobend als “Märtyrer”, als “unseren Pionier” zu erwähnen. Am 4. Januar 2013 wurde diese Rede vom “staatlichen” Fernsehen der PA in die Haushalte “Palästinas” gesendet.

Am arabisch-“palästinensischen” Haß auf Juden hat sich in den sieben Jahrzehnten zwischen Hajj Muhammad Amin Al-Husseinis aktiver Beteiligung am Holocaust und seiner jüngsten Beförderung zu “unserem Pionier” wenig geändert, freilich ist zwischenzeitlich mit Israel ein erfreulich prosperierender demokratischer Staat entstanden, der es bei Bedarf vermag, Antisemiten in die Schranken zu verweisen.

Wenn bei der diesjährigen Jerusalem Post Conference in New York Caroline Glick und Alan Dershowitz mit nur schwer miteinander zu vereinbarenden Vorstellungen über die Zukunft Israels eine Debatte lostraten, so ist das zunächst kein schlechtes Zeichen: Israel kann selbst über seine Zukunft bestimmen. Es ist nicht auf den guten Willen seiner Feinde oder Freunde angewiesen, die oft doch nur “Freunde” sind.

Während Alan Dershowitz den Status Quo mit dem Ziel einer Zwei-Staaten-Lösung durch neue Gespräche mit der “Regierung” in Ramallah überwinden will, schlägt Caroline Glick einen Demokratieexport über die Waffenstillstandslinien von 1949 hinaus vor, der die “Palästinenser” in den umstrittenen Gebieten zu Einwohnern Israels machen würde; zugleich will sie ihnen die israelische Staatsbürgerschaft anbieten.

Alan Dershowitz wirbt für seine Idee mit einem von Abu Mazen unterzeichneten Papier, mit dem der “Palästinenserpräsident” für den Fall eines erneuten israelischen Ausbaumoratoriums für “Siedlungen” seine Teilnahme an Gesprächen mit der Regierung in Jerusalem zusagt. Doch kann man den Versprechen eines Abu Mazen vertrauen? Hat er nicht bereits ein zeitlich befristetes Ausbaumoratorium ungenutzt vertreichen lassen?

Und wäre ein von ihm vielleicht sogar gemeinsam mit der Hamas organisierter “palästinensischer” Staat ein Nachbar, auf dessen Friedfertigkeit Israel bauen könnte? In den vergangenen Wochen feierte die PA – teilweise sogar von den Vereinten Nationen unterstützt – bei mehreren Gelegenheiten den Terroristen Abu Jihad und die von ihm organisierten und ins Werk gesetzten Massaker.

Was dagegen spricht, auf Abu Mazens Wort zu vertrauen, ist gleichwohl kein Argument für Caroline Glicks Idee, die sogar noch ambitionierter scheint als Alan Dershowitz’ Plan, will sie doch eine vom Haß auf Juden geprägte Gesellschaft in die israelische integrieren. Nur schwer erträglich dürfte die Vorstellung sein, einer Familien wie der des Mörders Salam Azal die israelische Staatsbürgerschaft anzubieten.

Zudem liegt Alan Dershowitz mit seinem Einwand, “before long, Israel would cease to be a Jewish state”, nicht falsch. Ist aber, andererseits, ein Staat, in dem Hajj Muhammad Amin Al-Husseini als “Pionier” und der Mord an Juden als “Ehre” gilt, erstrebenswert? Könnte ein solcher Staat nicht gefährlicher sein als eine arabische Bevölkerung, die sich als Teil eines demokratischen Israel versteht?

Von der Hamas, der Fatah oder beiden gemeinsam indoktrinierte “Palästinenser” sind gewiß keine beruhigende Zukunftsvorstellung, Staatsbürger, die sich – vielleicht auch nur widerwillig, aber doch immerhin – demokratischen Werten unterwerfen, scheinen hingegen begrüßenswerter. Die Zwei-Staaten-Lösung würde mit den gegebenen “palästinensischen Regierungen” nicht für einen verläßlichen Frieden sorgen.

So oder so bleibt die gegenwärtige Lage eine durchaus erhaltenswerte Option. Erst wenn die “palästinensische” Gesellschaft es schafft, sich von Hamas, Fatah und Islamic Jihad zu verabschieden, die Banditen zum nächstbesten Teufel zu jagen, ist ein “palästinensischer” Staat eine Möglichkeit, über die nachzudenken lohnt. Und erst dann erscheint auch die Perpektive, die Caroline Glick eröffnet, überlegenswert.

Es kann und darf diskutiert werden, Israel kann sich eine solche Diskussion leisten. Gut so.

tw24

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