Konkens Beste: Ein Talent beim Üben

Berichten deutsche Journalisten über das Geschehen in und um Israel herum, so berichten sie nicht eigentlich, sondern bewältigen, wie einer ihrer Größten, Michael Konken, der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbands (DJV), vor einigen Wochen jodelte, Vergangenheit. Und zwar je israelkritischer, desto verantwortungsvoller.

“‘Wir haben aufgrund des Holocaust eine besondere Verantwortung’, sagte Konken. ‘Dieser Verantwortung kann aber nur gerecht werden, wer sich kritisch mit der Politik und den Entwicklungen im Nahen Osten auseinandersetzt. Das ist weit entfernt von Antisemitismus.’”

Leider kann nicht jeder kritische Journalist gleich fest für SPIEGEL online phantasieren, mancher muß sich erst als Freier bewähren. Rico Grimm beispielsweise. In einem in der vergangenen Woche erschienenen Beitrag über die Diplomatie des US-Außenministers John Kerry klingt das dann so:

“Kerry gegenüber sitzt auf israelischer Seite nicht nur der zögerliche Regierungschef Netanjahu, sondern auch dessen Minister Naftali Bennet, Darling der israelischen Siedlerbewegung und absoluter Gegner einer Zwei-Staaten-Lösung. Bennet ist in dieser Frage nicht zu Kompromissen bereit. Bennet ist einer zu viel am Tisch. [..]

Doch wie es auf der israelischen Seite mindestens einen zu viel am Tisch gibt, fehlt jemand bei den Palästinensern: ein Repräsentant aus dem Gaza-Streifen.”

Selbstverständlich darf Rico Grimm Benjamin Netanjahu Zögerlichkeit vorwerfen und von Naftali Bennet halten, was er will. Aber anzudeuten, zumindest die “Palästinenser”, die von Ramallah aus “regiert” werden, würden durch den dort residierenden Hochstapler Abu Mazen repräsentiert, das ist gewagt.

Nicht weniger dünn ist es um die Legitimität der Hamas bestellt, die angeblich “demokratisch” gewählt wurde, sich aber dennoch 2007 an die Macht in Gaza putschte. Vertreter dieser islamistischen Bande fehlen Rico Grimm am “Tisch”, während er den demokratisch legitimierten Naftali Bennet von ihm verbannen möchte.

Vielleicht weiß Rico Grimm aber auch nicht so genau, was er da empfiehlt. Kann er zwar fehlerfrei die Anklage formulieren, “diese Zwangslage haben sich die Israelis selbst zuzuschreiben”, fehlt es ihm – und der Redaktion, die ihn gewähren läßt – an simplem Faktenwissen.

So behauptet er, John Kerrys “Reise nach Israel und Palästina” in der vergangenen Woche komme “wenige Monate nach der Visite des US-Präsidenten Barack Obama”. Der aber hat die Gegend vom 20. bis 22. März besucht – das war vor wenigen Wochen, nicht jedoch Monaten.

2009, in einer Zeit, da Barack Hussein Obama einen Bogen um Israel machte, konnte er in der Welt Rico Grimms Benjamin Netanjahu, “noch zu einem Siedlungsstopp im Westjordanland bewegen – nur um zehn Monate später mit anzusehen, wie die Bagger und Bauarbeiter wieder zurück kamen”.

Daß die PA die Gelegenheit verstreichen ließ, die zeitlich begrenzte Maßnahme zu einer dauerhaften zu machen – davon ist keine Rede bei Rico Grimm. Auch er findet wohl, Juden hätten in Judäa und Samaria keine Daseinsberechtigung. Und so klagt er gleich noch,

“die Palästinenser wiederum tobten, als Israel ankündigte, den E1-Block östlich von Jerusalem zu besiedeln und das Westjordanland damit de facto in einen Nord- und Südteil zu trennen.”

Mit dieser Behauptung zeigt Rico Grimm schließlich unübersehbar, daß er nicht einmal versucht, sich mit Fakten zu mühen. Kann er nicht zwischen Wochen und Monaten unterscheiden, wärmt er hier zusätzlich ein Gerücht auf, das mit der Realität nichts zu tun hat, wie selbst die New York Times einräumt:

“Development of E1 [..] would not divide the West Bank in two. [..] [T]he proposed development would not technically make a contiguous Palestinian state impossible.”

Die “wegen des Holocaust besondere Verantwortung” Rico Grimms äußert sich also in dem Wunsch, eine antisemitische Terroristenbande möge doch mit darüber verhandeln dürfen, ob und wie die jüdische Demokratie abgewickelt werden kann, und in einer Argumentation, die “Fakten” einfach erfindet.

Eine große Karriere wartet auf diesen kritischen Journalisten.

tw24

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Eine Antwort zu Konkens Beste: Ein Talent beim Üben

  1. ricogrimm schreibt:

    Das „Monate“ statt Wochen bei Obamas Besuch hat sich bei der Redigatur eingeschlichen und bei E1 steht ein relativierender Hinweis, dass die Palästinenser eine de facto Teilung befürchten.

    Vielen Dank für die Anmerkung also. Das nächste Mal würde ich mich freuen, wenn sie etwas gelassener daher kommen. Ich kenne Sie nicht und Sie mich nicht, woher kommt dann die Gehässigkeit in ihren Zeilen?

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