Beschützerinstinkte

Abdullah II., der König von Jordanien, ist manchmal zu Scherzen aufgelegt. Israel, erklärte der lustige Monarch jüngst in einem Interview mit Jeffrey Goldberg, habe die Wahl zwischen “Apartheid und Demokratie”:

“The practical question is, can Israel exert permanent control over Palestinians who are disenfranchised ad infinitum, or does it eventually become a South Africa, which couldn’t survive as a pariah state?”

Der “moderne König” kennt offenbar die eigene Gesetzgebung nicht. Die sieht beispielsweise ganz ausdrücklich vor, daß kein Jude Staatsbürger Jordanien werden kann. Und “palästinensische” Untertanen “entläßt” Abdullah auch gern mal in die nahezu rechtlose Staatenlosigkeit:

“This decision is the latest incarnation of an ongoing trend of anti-Palestinian reforms in which the Jordanian government has, seemingly without cause, revoked the Jordanian citizenship of thousands of Palestinian Arabs, many of whom have been living in Jordan for generations.”

Abu Mazen, angeblicher “Palästinenserpräsident”, ist, soweit bekannt, noch jordanischer Staatsangehöriger und auch nicht unwillkommen in Amman, wo er am Sonntag von Abdullah II. empfangen wurde. König und Untertan beredeten dies und jenes und besiegelten ein “historisches Abkommen”:

“President Mahmoud Abbas and Jordan’s King Abdullah on Sunday signed an agreement to defend Jerusalem and its holy sites, Palestinian Authority media reported. [..]

PA Minister of Religious Affairs Mahmud al-Habash [..] told Wafa news agency that the agreement outlined coordination for the protection of all Islamic and Christian holy sites in Jerusalem.”

Und aus dem Palast des Königs hieß es ergänzend, die Verabredung betone “the historical principles agreed by Jordan and Palestine to exert joint efforts to protect the city and holy sites from Israeli Judaisation attempts”, womit auch deutlich wird, wer nichts zu suchen haben soll in der israelischen Hauptstadt.

Was Abdullah II. und Abu Mazen wollen, ist tatsächlich ein judenreines Jerusalem, denn jüdischen heiligen Stätten sprechen sie mit ihrem Abkommen Daseinsberechtigung und Schutzwürdigkeit ab. Sie kommen schlicht nicht vor in diesem Dokument, das daher ein Angriff die jüdischen Demokratie ist.

Freilich ist Abdullah II. nur konsequent, leugnet er jüdische Ansprüche auf Jerusalem. Als jordanische Streitkräfte 1948 im Verbund mit weiteren arabischen Armeen über Israel herfielen, vertrieben oder ermordeten sie alle Juden in den von ihnen eroberten Gebieten und zerstörten, was an sie erinnern könnte:

“In der Altstadt brannten die Araber 22 der 27 Synagogen nieder, die jordanische Armee zerstörte später die restlichen Gebetshäuser. Ähnlich kompromisslos gingen die Jordanier mit anderen jüdischen Altertümern um: Erst 1967 entdeckten die Israelis, dass von den rund 70000 jüdischen Gräbern auf dem Ölberg mehr als 50000 von den Jordaniern geschändet oder gänzlich zerstört worden waren. Die Grabsteine, auch der von Else Lasker-Schüler, waren zum Pflastern von Armeelatrinen, Toiletten, Straßen und Häuserwändern verwendet worden.”

(Gil Yaron: Jerusalem. Ein historisch-politischer Stadtführer, München 2007, S. 59f.)

Wer so sich für den “Schutz heiliger Stätten” empfiehlt, dem ist ganz gewiß zu trauen.

tw24

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