Wiederbesserwerdung

Am 4. Juni 1942 berichtete ein deutschsprachiger Sender der tschechischen Exilregierung vom Ableben Reinhard Heydrichs: “Heydrich trug mehr als irgendein anderer die persönliche Verantwortung für die Schreckensherrschaft im unterdrückten Europa. Nun hat ihn die gerechte Strafe für seine bestialischen Grausamkeiten ereilt.”

Wenige Tage zuvor, am 27. Mai 1942, hatten Josef Gabcik und Jan Kubis erfolgreich ein Attentat auf den Mann verübt, der als Leiter des Reichssicherheitshauptamtes seit 1941 damit beschäftigt war, die Judenfrage im Sinne der Regierung in Berlin und ihrer zahlreichen Anhänger im Reich und außerhalb endzulösen.

Im Januar 1942 hatte er die Wannsee-Konferenz geleitet, auf der die Vernichtung aller in Europa und in weiteren von der Deutschen Wehrmacht eroberten Gebieten lebenden Juden endgültig beschlossen worden war. “Heydrichs Äußerungen [können] nicht anders gedeutet werden [..] denn als eine Rede über Massenmord”.

Doch auch um die nichtjüdische tschechische Bevölkerung sorgte der stellvertretende Reichsprotektor von Böhmen und Mähren sich mit der für einen Deutschen, der gemeinsam mit seinem Führer Europa grundlegend umgestalten wollte, gebotenen Hingabe und planerischer Weitsicht:

“Ich brauche also Ruhe im Raum, damit der Arbeiter, der tschechische Arbeiter, für die deutsche Kriegsleistung hier vollgültig seine Arbeitskraft einsetzt. Dazu gehört, dass man den tschechischen Arbeitern natürlich das an Fressen geben muss – wenn ich es so deutlich sagen darf, dass er seine Arbeit erfüllen kann.”

Rund sieben Jahrzehnte nach dem einzigen erfolgreichen Attentat auf einen der Repräsentanten deutscher Barbarei kann ein ernsthaft als “Historiker” vorgestellter Arnulf Baring öffentlich weitgehend unwidersprochen einen – natürlich – mit allerlei Gebühren- und Steuergeld finanzierten dreiteiligen Film loben:

“Ganz großartig ist ja in dem Film, daß man sieht, daß die ganze Teilung von der wir seit Jahrzehnten reden, nämlich zwischen Opfern und Tätern, daß die nicht hinhaut. Auch die Opfer sind irgendwo Täter und die Täter sind irgendwo Opfer.”

Was mag das für Reinhard Heydrich heißen? War er – nur ein Opfer, zunächst jenes Wesens, das als “der Krieg” über ihn kam, und dann übler Attentäter, denen (s)ein deutsches Leben nichts wert war? Nicht nur im Staats-TV jedenfalls wird daran gearbeitet, aus Tätern Opfer und aus Opfern noch schlimmere Täter zu machen.

Auch wenn sich in wenigen Tagen in Erfurt, der Hauptstadt Thüringens, Geschichtslehrer aus ganz Europa treffen, stehen dabei unter dem Konferenzmotto “Reflecting Remembrance” jene am Pranger, die sich der Barbarei, für die der Schlächter von Prag stand, in den Weg stellten.

“In addition to the fates of the assassins themselves and of those who had sheltered them, the lives of tens of thousands of innocent people were put at risk because of the certainty of massive Nazi reprisals.”

Hätte man die deutschen Nazis nicht gestört, hätten sie nicht getan, was sie dann, gleichsam nicht mehr Herrenmenschen über das eigene Handeln, tun mußten? Haben Josef Gabcik und Jan Kubis mit ihrem Attentat auf Reinhard Heydrich erst die Bestie(n) geweckt, die sie doch zu stoppen suchten?

In einem Deutschland, in dem “Opfer [..] irgendwo Täter und die Täter [..] irgendwo Opfer” sind, erregen solche Fragen und der Geist, der hinter ihnen steckt, offenbar keinen Anstoß mehr. Wieso verwundert es nicht, unter den Unterstützern und Sponsoren der Lehrerkonferenz die Buchenwald and Mittelbau Dora Memorials Foundation zu finden?

tw24

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