Wiener Blut

Vorurteile haben durchaus positive Seiten, manchmal füllen sie sogar welche. Den “Journalisten” der täglich in Wien erscheinenden Kronen-Zeitung etwa ersparen sie die leidige Auseinandersetzung mit der oftmals widersprüchlichen und daher doch nur störenden Realität.

Und so kommt es, daß ein(e) c.h. heute zwischen Sex-Sklavinnen, Zypern und Porno-Keller diesen schönen Satz ins Boulevardblatt schmierte: “Israel driftet seit vielen Jahren mit jeder Wahl weiter nach rechts, auch in der neuen Regierung sitzen wieder absolute Hardliner”.

Und die werden, glaubt c.h., schon dafür sorgen, daß nichts aus Bemühungen Barack Hussein Obamas wird, “innerhalb von zwei Monaten einen neuen Aktionsplan für die Wiederbelebung des Friedensprozesses zwischen Israelis und Palästinensern vor[zu]legen”.

Nun kann der US-Präsident eigentlich durchaus planen, was immer er möchte. Und er wird das auch tun, um, anders als mit soliden Vorurteilen gesegnete “Journalisten”, auf Veränderungen der Realität vorbereitet zu sein, schnell reagieren zu können.

Jerusalem kann das nicht verhindern. Aber gab es dort überhaupt einen Rechtsruck, driftete Israel “weiter nach rechts”, wie c.h. in der unerschütterlichen Annahme, rechte Politiker wollten keinen Frieden schaffen, behauptet?

Der neue Regierungschef ist der alte: Benjamin Netanjahu. Das hat sich schon einmal nicht geändert. In der neuen Regierung nicht mehr vertreten sind dagegen orthodox-religiöse Parteien, und zwar “erstmals seit vielen Jahren”.

Neu im Kabinett ist mit Tzipi Livni eine Justizministerin, zu deren ausdrücklichen Aufgaben der Friedensprozeß gehört. Ebenfalls neu in der Regierung vertreten ist Yair Lapid, der mit einem starken Bekenntnis zu Gesprächen mit der PA in den Wahlkampf gezogen war:

“‘We will not participate in a government that again dissolves our present and future commitments with excuses,’ he said. [..] ‘Which partner is  [Prime Minister Benjamin Netanyahu] waiting for? Are there partners hiding in the Palestinian Authority who love Israel, are donating to the Jewish National Fund, and are closet fans of [David] Ben-Gurion?’”

Doch selbst mit Ministern wie Tzipi Livni und Yair Lapid soll Israel “weiter nach rechts” gedriftet sein? Jerusalem hat eben angekündigt, trotz der Aufkündigung der Verträge von Oslo durch die PA wieder Geld nach Ramallah überweisen zu wollen.

Dort hat man aus Anlaß des Besuchs des amerikanischen Präsidenten allzu offensichtliche Bekenntnisse zu einer Einstaatenlösung zwar entfernt, verteidigt deren Botschaft aber dennoch. Doch dazu fällt c.h. exakt nichts ein. Diese Realität ist eben verdammt verzwickt.

Besser ist’s darum, sie standhaft zu ignorieren.

kronenzeitung1

tw24

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