»Genetisch ein Faschist«

obamaahmachaHugo Chávez ist tot. Der venezuelanische Präsident starb an den Folgen eines schweren Krebsleidens. Natürlich kein Nachruf: In KONKRET 1/2010 hat Stefan Frank den venezuelanischen Weg und die Rolle von Chávez kritisch betrachtet und gezeigt, daß das Ende der Militärdiktaturen in Lateinamerika nicht den Anbruch eines Zeitalters der Vernunft bedeutete.

Der wichtigste Pfeiler der chávistischen Ideologie ist der Antisemitismus. Gibt man bei der führenden pro-chávistischen Internetseite aporrea.org (sie wurde im Mai 2002 gegründet, die Abkürzung steht für »Asamblea Popular Revolucionaria«) das Suchwort »judío« (Jude) ein, stellt man fest, daß das Magazin nichts anderes ist als »Der Stürmer« im neuen Gewand, und der »Sozialismus des 21. Jahrhunderts« in Wahrheit der Nationalsozialismus des 21. Jahrhunderts. Die Juden würden die Welt beherrschen und hätten das »Holocaust-Märchen« erfunden, um die Menschheit noch effektiver zu unterdrücken, so die immer wiederkehrende Behauptung.

In einem Beitrag mit dem Titel »Juden jagen« (9. Januar 2009) heißt es: »Einen Juden zu jagen, sollte ein Werk von Frieden und Liebe sein. Fange jeden Juden, den du jagst, mit einem Netz aus Liebe und Zuneigung. Sag ihm, daß wir Menschen wissen, daß sie auch zu Menschen werden können und daß sie, wenn wir dieses edle Ziel erreichen, in der Lage sein werden, Respekt, Liebe und die Gefühle der Solidarität und der Liebe zu haben.«

Ein »Aporrea«-Autor fordert, die Geschäfte venezolanischer Juden zu boykottieren – Geld sei »diesen hebräischen Zionisten« wichtiger als alles andere (»inklusive Jehova«). Zudem solle man Juden auf der Straße anhalten und zwingen, Slogans »für Palästina« und »gegen den künstlichen Staat Israel« zu rufen.

In einem anderen Artikel werden die 15.000 in Venezuela lebenden Juden als Gefahr für die Sicherheit des Landes dargestellt: »Ein zionistischer jüdischer Deutscher, Venezolaner, Chilene oder Amerikaner ist zuallererst loyal zum Staat Israel.« Das zeige sich schnell, wenn es zu einem Konflikt zwischen dem jeweiligen Staat und Israel komme. Gleich nachdem Chávez Anfang 2009 »in einem mutigen Schritt« den israelischen Botschafter ausgewiesen habe, hätte »eine gute Zahl von venezolanischen Juden« sich auf die Seite Israels gestellt. Der Autor warnt: »Sollte es jemals, aus welchen Gründen auch immer, zu einem Konflikt zwischen Venezuela und Israel kommen, werden wir unter dieser Loyalität zu leiden haben.« Diese Situation sei schon »ernst genug«, werde aber dadurch verschlimmert, daß »zionistische Juden die große Mehrheit der Finanzunternehmen« kontrollierten. Es sei bekannt, daß Lehman Brothers vor dem Bankrott noch »400 Milliarden Dollar« an »israelische Banken« überwiesen hätte. Da sei es kein Wunder, daß Israel der einzige westliche Staat sei, der die Folgen der Finanzkrise nicht spüre (dies ist offenbar die chavistische Form der mittelalterlichen Theorie von den Juden, die angeblich nicht an der Pest erkrankten, weil sie selbst die Brunnen vergiftet hätten).

Wie sich denken läßt, verharrt der Judenhaß nicht bei Worten. Im Februar und im Juni 2009 wurde in Caracas die Synagoge überfallen und verwüstet (Chávisten behaupten, das hätten die Juden selbst inszeniert, um Chávez zu schaden, möglicherweise mit Hilfe des Mossad). Schon zuvor hatten Chávisten regelmäßig Hakenkreuze, antijüdische und propalästinensische Parolen an die Mauern gesprüht.

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