Die iranische Rechtsextremisten-Connection

ahmadineIrans Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad hat seit seinem Amtsantritt im August 2005 in Verbalattacken wiederholt den Holocaust bezweifelt und Israel als “Krebsgeschwür” bezeichnet. Ahmadinedschad und führende Repräsentanten des Gottesstaates haben mehrfach angekündigt eine so genannte “Holocaust-Untersuchung” abhalten zu wollen. “Es ist das erste Mal in der Geschichte der Holocaust-Weltpolitik, daß eine ganze Regierung den jüdischen Holocaust einer freien wissenschaftlichen Prüfung, unterzieht” – jubilierte die in rechtsextremen Kreisen einflussreiche antisemitische Hetzpostille Phoenix. (1) Als “Holocaust-Experten” sind die Namen von einschlägigen Holocaustleugnern im Gespräch. Irans Außenminister Manuchehr Mottaki bezeichnete im Februar 2006 das Urteil gegen den britischen Holocaustleugner David Irving (Jg. 1938) als “westliches Paradox”. Der Westen fordere Meinungsfreiheit, praktiziere aber das Gegenteil. “Wir verstehen nicht, warum der Westen so verzweifelt darauf besteht, dieses Verbrechen begangen und genau sechs Millionen getötet zu haben”, sagte Mottaki. (2) Irving war zuvor vom Wiener Straflandesgericht zu einer dreijährigen Haftstrafe wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung verurteilt worden.

Weithin unbekannt ist die Tatsache, dass Rechtsextremisten seit dem Sieg der Islamischen Revolution 1979 enge Kontakte zum Iran pflegen. Gemeinsam sind den religiösen Fundamentalisten im Iran und den Rechtsextremisten unterschiedlichster Couleur Feindbilder wie Antiliberalismus, Antiamerikanismus, Antisemitismus und Antizionismus. Islamisten und Rechtsextremisten pflegen ein ausgeprägtes Freund-Feind-Denken, propagieren die Ideologie der Ungleichheit und lehnen die universalistische Geltung der Menschenrechte und Menschenwürde ab.

Hardcore-Neonazi im Iran

Eigenbekunden zufolge hält sich im Iran der seit März 2005 flüchtige bayerische Hardcore-Neonazi und fanatische Hitler-Verehrer Gerd Ittner (Jg. 1958) auf. Der selbst wegen seiner extremistischen Ansichten aus der NPD ausgeschlossene Ittner wurde im April 2005 in Abwesenheit vom Landgericht Nürnberg-Fürth u. a. wegen Volksverhetzung zu zwei Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Ittner tauchte zuvor kurz vor dem 18. Verhandlungstag unter und verschwand spurlos. Zum Jahresbeginn 2006 meldete sich Ittner erstmals wieder szenewirksam zu Wort. Ittner, selbst ernannter “Staatsbürger und Sachwalter des Deutschen Reiches” sowie Anhänger des einstigen Rechtsterroristen und späteren NPD-Bundestagskandidaten Manfred Roeder, verbreitete im Februar 2006 über befreundete politische Kreise eine Erklärung im Internet. Den “Kameradinnen, Kameraden und Reichsbürgern” gab er kund, dass er “im politischen Exil im Iran” sei. Dort werde er, so eine interne Mail des “Nationalen Widerstandes Nürnberg”, bis zu seiner “Rückkehr ins Reich den Kampf mit unserer Unterstützung weiterführen”. Das im “Hartung” (= Januar) von Ittner verfasste mehrseitige Schreiben ist extrem antisemitisch und gewaltverherrlichend. Mitarbeitern von bundesdeutschen Behörden und Institutionen (“Zions bundesdeutsche Bundesknechte”) droht der überzeugte Nationalsozialist mit “BRD-Regime-Verbrecher-Prozessen zu Nürnberg”: “Die BRD ist vom Deutschen Volk abzuwickeln. Ihre Schergen und Erfüllungsgehilfen sind vor das Reichsgericht zu bringen und unnachsichtig abzuurteilen wegen Landes- und Hochverrates”. Lobpreisungen hält Ittner für die iranische Staatsführung bereit, “die übrigens im kleinen Finger mehr Verstand und Format hat als das ganze Lumpenpack des BRD-Regimes in seinen Gipsköpfen”. Den “iranischen Gastgebern” seines “politischen Exils” bescheinigt Ittner, dass diese “sehr” auf seine “Sicherheit bedacht” seien:“Dies ist vor allem bei der gegenwärtigen Situation um den Iran, da USrael und Alljuda zum Krieg hetzen, und wegen der bevorstehenden Holocaustkonferenz keine übertriebene Vorsicht. Ihr wisst selber um die Organisation und Skrupellosigkeit des Weltjudentums und seiner Vasallen.” (3)

Ittner ist nicht der erste Holocaustleugner, der Zuflucht im Iran sucht. Der Schweizer “Revisionist” Jürgen Graf (Jg. 1951), der 1998 wegen Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm zu 15 Monaten Haftstrafe verurteilt wurde und sich der Gefängnisstrafe entzog, hielt sich während seiner Flucht zeitweilig in Teheran auf. Graf, der zwischenzeitlich in Moskau lebt, leitet die Fremdsprachenredaktion der holocaustleugnenden Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung (VffG), die von England aus verschickt werden.

Der mehrfach wegen Volksverhetzung zu Haft- bzw. Geldstrafen verurteilte Manfred Roeder (Jg. 1929) war Eigenangaben zufolge bei den offiziellen Staatsfeierlichkeiten nach der Machtübernahme des iranischen Revolutionsführers Ayatollah Khomeini 1979 in der iranischen Hauptstadt dabei. In der antisemitischen Hetzpostille Die Bauernschaft, herausgegeben von Thies Christophersen, vormals SS-Sonderoffizier in Auschwitz, berichtete er per Leserbrief aus Teheran: “Mit unserem Besuch wollen wir unsere Solidarität bekunden mit dem iranischen Kampf gegen alle Großmächte … Wir haben deshalb das Ziel, eine ähnliche Revolution in Deutschland durchzuführen und alle vom Ausland abhängigen Politiker zum Teufel zu jagen, genau so wie der Schah!” (4)

Jan Udo Holey (Jg. 1967; alias “Jan van Helsing”) war ab der Mitte der 1990er Jahre der im deutschsprachigen Raum bekannteste Autor, dessen esoterisches Weltbild von rechtsextremer Ideologie, primitivstem Antisemitismus sowie wüstesten Verschwörungsszenarien geprägt war. Helsing schlug die Brücke zwischen den Esoterik-Zirkeln, der extremen Rechten und dem für das Irrationale anfälligen allgemeinen Lesepublikum. Nach der Beschlagnahme seiner antisemitischen BücherGeheimgesellschaften I + II im März 1996 wurde er von der iranischen Botschaft nach Bonn eingeladen. Vier Stunden, so Holey, habe er sich dort mit einem führenden iranischen Diplomaten unterhalten. (5)

I.R.I.B.: Sprachrohr der Internationale der Holocaustleugner

Als ein Sprachrohr der Internationale der Holocaustleugner gilt der staatliche iranische Rundfunksender I.R.I.B. (Islamic Republic of Iran Broadcasting). I.R.I.B. betreibt auch ein deutschsprachiges Auslandsprogramm, bekannt als Radio Iran. Dieses ist in hiesigen rechtsextremen Kreisen sehr beliebt, da auch Antisemiten und Holocaustleugner gern gefragte Interviewpartner sind. Kontaktierbar ist Radio Iran (I.R.I.B.) nicht nur per Postfachadresse in Teheran oder per Internet – eine Dependance unterhalten die Islamisten im Zimmer 1305 im Bundespressehaus in Berlin.

Weiterlesen bei fluechtlingshilfeiranev2010…

Dieser Beitrag wurde unter Antisemitismus Antizionismus, Deutschland Nazis, Ehrenmorde Islam Muslime, Fatwas, Iran Islamismus Terrorismus Islamo-Faschismus, Israel abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.