”Tuvia, es ist alles noch viel schlimmer!”

marxloh1Wie Tenenbom später in der Diskussion nachdrücklich betonte, geht es um die Aussagen der Deutschen (oder auch der Deutsch-Türken, z.B.) in seinem Buch, nicht um ihn als Journalisten, der nur aufzeichnet und hervor kitzelt, was Deutsche („deutsch-deutsche“, „deutsch-türkische“ etc. etc.) wirklich denken, wenn es um Juden, Israel, Islamismus, Amerika, Geld oder die deutsche Geschichte geht. In Marxloh kommt Tenenbom mit einigen Muslimen ins Gespräch und klärt mehrere Muslima darüber auf, dass im Koran gerade nicht steht, dass Frauen einen Hijab oder Schleier tragen sollten. Die groteske Überheblichkeit islamistischer Interpretationen des Koran, wonach der Islam die Vollendung des Monotheismus sei und Judentum wie Christentum gleichsam im Islam ‚aufgehoben‘ seien (vgl. dazu die Hegelsche dialektische Aufhebung), wird von Tenenbom, der unter anderem auch einmal Islamwissenschaft studierte, fließend Hebräisch und Arabisch spricht und den Koran gründlich gelesen hat, selbstredend kritisiert. Doch am Ende ist es weniger der so offenkundige islamistische Judenhass, der ihn irritiert. (Die Schleichwerbung für sein Apple I-Pad (das häufiger erwähnt wird), auf dem er u.a. eine Koranausgabe in digitaler Version hat, sei geschenkt.)

Trotz aller Absurditäten, Boshaftigkeiten, Verfälschungen und ideologischen Obsessionen umarmt ihn die muslimische Gastgeberin, die ihn so unfreundlich empfangen hat, nach Stunden der Diskussion am Ende doch. Die „deutsch-deutschen“ Protagonisten in Tenenboms Buch jedoch, ob in Marxloh oder anderswo, werden realitätsgetreu als verbissen, herzlos und noch weit mehr von einer antijüdischen Obsession getrieben vorgestellt und zitiert. Ob das weltpolitisch der Realität entspricht, kann natürlich bezweifelt werden, da kaum jemand den Antisemitismus des Iran, der Muslimbrüder oder auch der derzeitigen Türkei mit dem deutschen Antisemitismus auf eine Stufen stellen kann, da für Israel die Gefahr aus Iran oder der arabischen Welt doch ganz real ist, während deutsche Ressentiments zwar unerträglich sind aber doch nicht eine militärische Gefahr darstellen wie der Iran mit seinem Atomprogramm sowie seine verbündeten Terrorgruppen Hizballah und Hamas. Andererseits: was wäre der Iran ohne seine Freunde, Helfer oder Abwiegler der iranischen Gefahr aus der deutschen Wirtschaft, ohne Claudia Roth, Günter Grass und Jakob Augstein? Wie gefährlich wäre islamistischer Antisemitismus noch, sähe er sich tagtäglicher kompromissloser Kritik der Eliten wie auch der Massen, der Medien, der Politik, der NGOs, der Blogger, der Wissenschaft, der Intellektuellen, der Kirchen, der Regierungen und Politiker der westlichen Welt, insbesondere Europas und Nordamerikas gegenüber? Und wie gefährlich wäre islamistischer Antisemitismus ohne ‚Entwicklungshilfegelder‘ aus Washington, Berlin, Paris, London und ohne die Unterstützung z.B. deutscher Stiftungen im Nahen Osten?

Entscheidend ist Tenenboms Analyse der neu-deutschen Ideologie. In der Diskussion erwähnt er z.B. einen Gesprächspartner, der ihm natürlich zuerst versicherte, wie sehr er und die Deutschen die Juden und Israel lieben und sie am besten vor sich selbst beschützen wollen, und daher pro-palästinensisch aktiv sind, also antijüdisch und antiisraelisch. Diese allzu deutsche ‚Logik‘ hat Tenenbom in wunderbarer Weise bloßgestellt.  Tenenbom kritisierte auch die Heuchelei der Deutschen, es ginge ihnen tatsächlich um die Palästinenser – doch warum schweigen die Deutschen dann zum elenden Leben der Palästinenser in Jordanien und anderen arabischen Ländern, wo es ihnen um Welten schlechter geht als im Gazastreifen? Das kann man nur mit dem Antisemitismus erklären, mit der Obsession Israel und die Juden zu attackieren und das auch noch mit angeblicher Fürsorge für die Palästinenser zu begründen.

Weiterlesen bei Clemens Heni…

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