Wie ein schlimmer Verdacht ausgeräumt werden konnte

Als Jakob Augstein im vergangenen Jahr formulierte, “wenn Jerusalem anruft, beugt sich Berlin dessen Willen”, kam das leuchtende Vorbild aller deutschen “kritischen” Journalisten reichlich spät. Verdächtige Umtriebe Jerusalems in der deutschen Politik hatten nämlich bereits 2010 Florian Gathmann und Gordon Repinski entdeckt:

“Andere Initiativen lassen befürchten, Niebel bringe noch eine ganz persönliche Agenda mit, die nicht nur mit entwicklungspolitischen Zielen zu tun hat: Der Liberale hat ein Jahr in einem Kibbuz in Israel verbracht und ist Vizepräsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft [..].”

Und das ließ – natürlich – auch die durch Sascha Raabe würdig repräsentierte deutsche Sozialdemokratie aufhorchen. Israelische Unterstützung bei deutschen Projekten in Afrika – das könne doch gar nicht sein. “Ich bin verwundert, dass Niebel glaubt, für Erfolge bei Wasserprojekten bräuchte man die Hilfe Israels”.

Nun, sein jugendlicher Leichtsinn, sich ein Jahr lang in üble Gesellschaft einen Kibbuz zu begeben, hatte für Dirk Niebel offenbar keine bleibenden Folgen. Noch 2010 sorgte er mit einer Reise dafür, daß auch Florian Gathmann und Gordon Repinski stolz auf ihn sein konnten: “Eklat bei Nahostreise: Minister Niebel legt sich mit Israel an”.

Es sei, empörte sich der Gutgewordene, dem die Einreise nach Gaza verweigert worden war, “für Israel fünf Minuten vor Zwölf” und daher höchste Zeit, “die Uhr noch anzuhalten”. Im vergangenen Dezember unternahm er einen weiteren Versuch einer Reise nach Gaza – und schenkte der Hamas zu deren Geburtstag den “Palästinensern” ein Klärwerk.

Abu Mazen bescheinigte Dirk Niebel bei dieser Gelegenheit, “unser Partner” zu sein und “wichtiger Partner einer friedensorientierten Entwicklung”. Der “Palästinenserpräsident” revanchierte sich kurz darauf mit einer von Friedenssehnsucht geprägten Rede aus Anlaß des Gründungsjubiläums seiner Fatah:

“We pledge to continue on the path of the martyr brother Abu Ammar, and his comrades and brothers, the leaders from all the fighting factions – all the martyrs. [..] Here we must remember the pioneers – the Grand Mufti of Palestine, Hajj Muhammad Amin Al-Husseini [..]. Let us not forget the martyr Izz Al-Din Al-Qassam.”

Ein deutscher Minister, der hilft, die Erinnerung an solche Märtyrer und Pioniere der guten, da “palästinensischen”, Sache zu pflegen, darf als rehabilitiert gelten – trotz Kibbuz-Aufenthalt und eines unschönen Engagements bei der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Dennoch ist es gut, daß Florian Gathmann und Gordon Repinski genau hingeschaut haben.

Denn das zeichnete ja schließlich so kritischen wie patriotischen Journalismus in Deutschland bereits 2010 aus.

tw24

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