Legal. Illegal. Liberal: Die FDP, das unbekannte (?) Wesen

fdpvielfaltNicht bloß wegen der an diesem Wochenende stattfindenden Niedersachsen-Wahl scheint ein kurzer Blick auf die Geschichte der FDP angezeigt, die in den Umfragen mal mehr, mal weniger auf der 5%-Kippe steht und um ihren Wiedereinzug in den Landtag zu Hannover bangen muss; was Raum für alle möglichen Farbspiele eröffnen würde, von schwarz-grün über rot-grün bis schwarz-rot.

Es ist noch gar nicht so lange her, da galt die FDP als die “entnazifizierteste” deutsche Partei, die man legal in den Bundestag wählen konnte. Nicht, dass nicht auch die anderen demokratischen Parteien, wie etwa die CDU, “entnazifiziert” waren. Aber die FDP war etwas Besseres, und sie galt deswegen damals allgemein als besonders “entnazifiziert”: Bemerkenswert pünktlich zum 8. Mai 1945 waren viele ihrer Mitglieder plötzlich antifaschistisch geworden, nachdem sie viele Jahre lang herausragende Stellen im Nazi-Staatsapparat bekleidet hatten; nun ja, Deutschland hatte den Krieg verloren, wer fiele da nicht vom “politischen” Glauben ab?

Stellvertretend sei hier nur das spätere FDP-Mitglied Leopold von Mildenstein erwähnt, in seiner Funktion als “Judenreferent” der SS einstiger Eichmann-Vorgänger im Amt II/112 und derjenige, der Eichmann überhaupt erst in dieses Amt geholt hat, von dem aus Eichmann dann im späteren Referat IV/B4 bei der “Endlösung der Judenfrage” aktiv werden konnte.

Leopold, Edler von Mildenstein, schloss sich der Nazi-Partei recht zeitig an, im Jahr 1929, und bekam die NSDAP-Mitgliedsnummer 106.678 dafür. Im Jahr 1932 trat der “Edelmann” dann auch als einer der ersten im späteren Anschlusszone ”Ostmark” der SS bei; das tut man wohl nur, wenn man es mit dem Nationalsozialismus ernst meint.

Zur selben Zeit wurde von Mildensteins Interesse an Israel dominant: Bereits vor 1935 ist er mehrere Male ins Mandatsgebiet Palästina gereist, um sich vor Ort vom Stand der Dinge zu überzeugen. So, wie es auch heute noch viele “politische” Bildungsreisende mit oder ohne Bundestagsmandat tun, um sich dann hinterher als Bewährungshelfer für den jüdischen Staat aufzuspielen.

Im Fall von Mildensteins trugen diese “politischen” Bildungsreisen reife “isrealkritische” Früchte. Beispielsweise diese, zitiert nach seinem 1941 veröffentlichten Werk: “Den englischen Öljuden, den Samuels, Rothschilds und Konsorten, lag viel daran, den (britischen) Schutz für das geplante Ölgeschäft sicherzustellen.” (Naher Osten – vom Straßenrand erlebt, S.14 f.) Hier haben sich, in einem Satz, bereits alle wesentlichen Versatzstücke des klassischen und des modernen, uffjeklärten Antisemitismus vereint: Die Juden als geheime Strippenzieher der globalen Groß- und Führungsmacht (seiner Zeit das British Empire) und ihr angebliches Wirtschaftsinteresse. Was sich in aufgefrischter Form auf die Parolen auch der aktuellen “Friedens”-Bewegung reimt: “Kein Blut für Öl”.

Von Mildensteins “politische” Hoffnung angesichts dieser von ihm zweckdienlich herbeihalluzinierten Vision vom jüdischen Staat als “britischen Brückenkopf auf dem halben Weg nach Indien” war der aufkeimende Panarabismus nationaler oder, in seiner Form als Islamismus, religiöser Provenienz.

So zumindest, nachdem sich im Laufe der 30er Jahre deutlich herausgestellt hatte, dass die nach Israel eingewanderten Zionisten in ihrer überwältigenden Mehrheit nicht an einer Destabilisierung der Lage im Mandatsgebiet interessiert waren; schon gar nicht, um für die deutsche Außenpolitik in der Region nützlich zu werden, indem sie gegen die Briten revoltieren (was sie nach Ende des Krieges änderte).

Damit hatten die Staatsgründer der jüdischen Republik sich wiederum für die deutsche Außenpolitik im besonderen und den Nationalsozialismus im allgemeinen erfolgreich überflüssig gemacht; Ina Lorenz, ehemals am Institut für die Geschichte der deutschen Juden an der Uni Hamburg sowie Doktormutter von Frau Schüler-Spriongorum, Onkel Benz´ Nachfolgerin am Zentrum für Antisemtismusforschung, wrd das höchstwahrscheinlich ganz anders sehen.

Innerhalb der arabischen Bevölkerung jedoch gab es Clans, die sich durchaus etwas davon versprachen, mit der Nazi-Außenpolitik zu kooptieren; interessanterweise handelt es sich dabei um Strömungen, die auch heute noch “in der Region” in “politischen” Ämtern und Würden sind, mit dem Plazet des Werderschen Marktes, sowie dessen Fortsetzung mit anderen Mitteln in Brüssel.

Um die britische Hegemonie von Kairo bis New Delhi empfindlich zu stören, trug von Mildenstein alles in seinen Kräften liegende bei und sättigte den national-religiösen arabischen “Widerstand” mit antisemitischer Propaganda. 1937 wechselte er vom “Judenreferat” der SS in Goebbels´ Ministerium. Dort verfasste er panarabistische, antisemitische Traktate, die außerdem auch sehr antikapitalistisch, antiimperialistisch und pazifistisch waren – wenn “die Plutokratien des Westens”, namentlich das Empire, erst einmal hinweggefegt waren, bräche urplötzlich der Weltfrieden aus, jaja.

Viel von dem, was die “Politik” des Panarabismus ausmacht, ist offensichtlich auf fruchtbaren Boden gefallen und hat seine Urstände in der Berichterstattung über den sogenannten “Arabischen Frühling” erlebt, mit dessen “globalisierungskritischer” Stoßrichtung sich sozial-revolutionäre und uffjeklärte Kreise instinktischer “politisch” solidarisierten. Es geht eben nichts über den geteilten Wahn.

Von Mildensteins Linie war klar: Ein britischer Klientenstaat im Nahen Osten musste auf alle Fälle verhindert werden. Dehalb waren pan-arabistische oder islamistische Unabhhängigkeitsbestrebungen der Araber gezielt zu forcieren, sofern es gegen britische Interessen in der Region zwischen Kairo und New Delhi ging. Als Bundesgenosse empfahl sich Nazi-Deutschland Hassan al-Bannah und Iraks al-Gaylani, der 1941 jenen kurzlebigen Putsch im Irak inszenierte, der heutzutage sicherlich auch als “Frühlingsbote” durchgegangen wäre.

In der Außenpolitik des Nationalsozialismus zeichnete sich bereits alles ab, was Globalisierungskritik und Anti-Amerikanismus der Gegenwart so virulent macht: Die zu allem entschlossene “Politik”, Unterdrückung zu denunzieren und zu torpedieren in der Absicht, sich selbst an die Stelle des Unterdrückers zu stellen.

Die antiimperialistische, antikapitalistische und pazifistische deutsche Außenpolitik ist indes keine Erfindung der Nazis, sondern sie gehört seit den Tagen des Kaisers zu den Konstanten der deutschen Ideologie: Man ist gegen Materialismus, Macht und Mammon – aber selbstverstänlich nur gegen den der anderen; die deutsche “Linke” hat diese kaiserliche Weisheit mit dem Löffel gefressen, und die Schale als Dessert. Lecker!

Stilistisch aufgefrischt und “politisch” entschärft, können von Mildensteins “politische” Wahnideen im Deutschland dieser Tage also auch im “Spiegel” veröffentlicht werden, unter der Rubrik “Im Zweifel Links”; ersatzweise im “Freitag” von Jakob Augstein, mit freundlicher Lektüre-Empfehlung vom “Deutschen Journalistenverband”.

Nach der bedingungslosen Kapitulation gelang es von Mildenstein, den Ball flach zu halten und sich so teuer wie möglich zu verkaufen, was ihm aufgrund seiner ausgezeichnetern Kontakte zur “politischen” Elite des neuen, oder vielmehr alten, Deutschlands recht gut gelang.

Unauffällig machte er bei Coca Cola Karriere als Pressesprecher und heuerte bei der FDP an, die ihn 1956 zum stellvertretenden Vorsitzenden ihres Presserats wählte. Versuche, seine Nazi-Kontakte auch an die CIA zu verkaufen, schlugen fehl: Zumindest den deutschen Dependancen der Agency hatte von Mildenstein nichts anzubieten, was man nicht schon wusste; in Kairo hatte er vielleicht mehr Glück.

In der Tat trieb es ihn noch im selben Jahr, 1956, nach Kairo zurück und dort heuerte er bei Nassers Regierung an, um im ägyptischen Rundfunk an der Stelle weiter zu machen, wo er mit Datum zum 8. Mai 1945 vorübergehen aufhören musste: bei der “Israelkritik”, nunmehr vorgetragen auf Voice of the Arabs (Stimme der Araber).

Das Letzte, was man von ihm vernahm, war ein Buch über das Mixen von Cocktails, das er in Ägypten vefasst haben muss; es waren übrigens auch ein paar alkoholfreie Varianten dabei. Ob er jemals aus der FDP ausgetreten ist, oder womöglich sgar ausgeschlossen wurde, entzieht sich bis heute der öffentlichen Kenntnis.

Gerrit Liskow via haolam

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Eine Antwort zu Legal. Illegal. Liberal: Die FDP, das unbekannte (?) Wesen

  1. branco schreibt:

    Es ist wirklich lächerlich wie die Parteien um die paar Moslem Wähler buhlen.Oder sind es doch viel mehr???

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