Bewußtseinsverändernde Drogen: Deutsche “lesen” Karten

Für Die Welt beschrieb jüngst deren Qualitätsjournalist Philip Kuhn ein Erlebnis besonderer Art: “Um zu verstehen, warum gerade E-1 so umstritten ist, genügt ein Blick auf die Karte.” Dabei zeige sich nämlich, daß eine Bebauung eines kargen Hügels mit Wohnhäusern “das Westjordanland in einen südlichen und einen nördlichen Teil” trennen würde.

“Kritiker monieren, dass mit E-1 die Zweistaatenlösung beerdigt wird, weil die Palästinenser rein geografisch keinen zusammenhängenden Staat mehr haben.”

Nicht zu diesen namenlosen “Kritikern”, die Philip Kuhn möglicherweise in einem Alptraum erschienen sind, gehört Michael B. Oren. Zum gleichen Thema, E1, hat er nicht nur eine Meinung, sondern auch einen interessanten Rat: “Just look at a map”: “That construction will not, as the Palestinians” – und der Qualitätsjournalist – “claim, divide the West Bank”.

“E1 in no way obstructs Palestinian Ramallah’s access to Jericho and Bethlehem [..]. [S]hort tunnels under E1 can also connect Ramallah with the Palestinian neighborhoods in Jerusalem.”

Gesetzt, Philip Kuhn und Michael B. Oren blick(t)en auf das gleiche Kartenmaterial, lügt einer der beiden das Blaue vom Himmel herab. Ein kühner Blick in die New York Times bestätigt den an anderer Stelle bereits geäußerten Befund: “Die WELT hat die anti-israelische Proganda samt Haken geschluckt.”

“Development of E1 [..] would not divide the West Bank in two. [..] [T]he proposed development would not technically make a contiguous Palestinian state impossible.”

Es sind aber nicht nur deutsche Qualitätsjournalisten, auf die der Kartenblick wundersame Wirkungen entfaltet. Auch Ruprecht Polenz, der seinen Kollegen im Deutschen Bundestag als großer Außenpolitiker gilt, blickt nicht nur auf Karten, er blickt vielmehr durch sie hindurch wie durch einen Vorhang. Und dort entdeckt der Christdemokrat die Wahrheit hinter der Verschwö Wahrheit:

“Wenn Sie auf die Karte schauen, öh, wo die ganzen Siedlungsaktivitäten der letzten Jahre, und jetzt auch die neuen geplanten Siedlungen, eingezeichnet sind, dann sehen Sie ganz deutlich, daß der Ostteil Jerusalems, der ja arabisch bewohnt ist, auf diese Weise von der Westbank durch einen Riegel neuer jüdischer Siedlungen abgeschnitten werden soll. Das ist offensichtlich das strategische Ziel dieser Siedlungsplanung.”

Weshalb Michael B. Oren ja auch “short tunnels” bauen will, die Umwege vermeiden, die Juden aber ansonsten zuzumuten sind. Im übrigen mußte vor wenigen Tagen ein erstaunter Guardian feststellen, “the homes will not be sold on the basis of ethnicity”. Aber was kümmern schnöde Fakten, wenn Ruprecht Polenz auch noch einfach weiß?

“Und wenn man weiß, daß eine Zwei-Staaten-Lösung aus palästinensischer Sicht nur dann akzeptabel ist, wenn ein Teil Jerusalems auch als Hauptstadt eines palästinensischen Staates dient, dann ist diese Politik natürlich geeignet, eine Zwei-Staaten-Lösung auf Dauer unmöglich zu machen.”

Dies allerdings ist durchaus interessant. Die “palästinensische Sicht” nämlich, die Ruprecht Polenz zu kennen glaubt, wird ausgerechnet durch “palästinensische” Karten, und zwar offizielle, doch ein wenig anders dokumentiert. Wo ist – beispielsweise – Israel im neuen Logo des strategischen Partners der SPD zu finden?

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Weiß, weiteres Beispiel, das Palestinian Central Bureau of Statistics etwas von der Existenz Israels? Ausland ist auf seiner Karte, was in einem hellen Rosé dargestellt und benannt ist: Ägypten, Jordanien (!), Syrien und Libanon; das Inland, oben links als “Palestine” vorgestellt, sollen offensichtlich die restlichen Territorien bilden.

Wie kommt es, daß Ruprecht Polenz die “palästinensische Sicht” besser kennt als jene, die diese auf Karten, Logos und der “präsidialen” Website so unzweideutig dokumentieren? “Just look at a map” – das ist für deutsche Qualitätsjournalisten und -Politiker eine Einladung, ihrer anti-israelischen Phantasie freien Lauf zu lassen. Berufen sie sich auf Karten, sollten Vernunftbegabte tatsächlich genau hinschauen.

tw24

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